13 Tage

Autor: V. M. Giambanco
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-51399-6
Erscheinungsdatum (D) 03.03.14 Erschienen 2013
Seiten 576
Übersetzung Elke Link

13 Tage The Gift of Darkness

Inhalt

Es ist ein erschütternder Fall, mit dem sich Detective Alice Madison und ihr Partner kurz vor Weihnachten beschäftigen müssen: In Seattle werden ein angesehener Anwalt und seine Familie ermordet aufgefunden. James Sinclair, seine Frau und die beiden Söhne wurden auf grausame Weise in ihren Schlafzimmern umgebracht, in den Türrahmen eingeritzt finden sich die Worte „Dreizehn Tage“. Dreizehn Tage, in denen Alice Madison den Täter fassen muss, dreizehn Tage, in denen sie einen Zusammenhang zu einem fünfundzwanzig Jahre vergangenen Fall herstellen muss.

Damals wurden drei Jungs gekidnappt und in die Wälder nahe dem Hoh River verschleppt. Einer von ihnen kam nie zurück, und bis heute konnte nicht geklärt werden, was einst mit ihm geschah. Als Alice erkennt, dass die beiden überlebenden Jungen in Verbindung mit dem aktuellen Fall stehen, beginnt sie sich immer mehr in diese Geschichte zu verstricken. Die Grenze zwischen Freund und Feind verschwimmt zusehends, und schließlich trifft Alice eine Entscheidung, mit der sie nicht nur ihre Karriere aufs Spiel setzen könnte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist ein ganz entscheidender Minuspunkt, der V. M. Giambancos ersten Thriller „13 Tage“ von der ersten bis zur letzten Seite begleitet: Den Charakteren mangelt es an etwas, was man vielleicht als die „Seele“ bezeichnen könnte. Keinen der Figuren will es gelingen, den Leser auch nur ansatzweise zu berühren oder gar mit in die Geschichte zu nehmen. Besonders bei Detective Alice Madison fällt das schmerzlich auf, und die Art, wie sie die meiste Zeit über nur „Madison“ genannt wird, betont diesen Umstand noch. Der Bezug, den man zu dieser Protagonistin bekommt, ist bis zum Schluss distanziert und fremd. Aber auch die meisten anderen Figuren halten den Leser auf Distanz und verhindern so ein Vordringen in tiefere Ebenen und Nuancen dieser Geschichte. Interessanterweise sind es in „13 Tage“ die Bösewichte, die die menschlichsten Züge aufweisen.

Auch wenn Giambancos Geschichte, die auf zwei miteinander in Verbindung stehenden Fällen aufbaut, durchaus über interessante Aspekte verfügt, will „13 Tage“ einfach nicht richtig fesseln. Das liegt zum einen an den wenig zugänglichen Protagonisten, zum anderen am permanenten Wechsel der Zeitform. Doch in erster Linie fehlt ein durchgängiger Spannungsbogen, der den Leser bei der Stange hält. So muss man unterm Strich leider sagen, dass es V. M. Giambanco nicht gelungen ist, das Potential, das diese Geschichte zweifellos hätte, vollends und befriedigend auszuschöpfen.

„13 Tage“ ist der Auftakt einer Thriller-Reihe um Detective Alice Madison.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen