Phobia

Autor: Wulf Dorn
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26733-6
Erscheinungsdatum (D) 09.09.13 Seiten 400

Phobia

Inhalt

Das, was Sarah Bridgewater in einer Dezembernacht aus ihrem gewohnten Leben reißt, gleicht einem fürchterlichen Albtraum: Völlig unerwartet hört sie ihren Mann verfrüht von einer Geschäftsreise zurückkommen. Doch der Mann, der sich in der Küche gerade in aller Seelenruhe ein Sandwich zubereitet, ist nicht ihr Ehemann Stephen. Er trägt zwar dessen Anzug und Schuhe, hat den Koffer ihres Mannes im Flur abgestellt und ist offensichtlich mit Stephens Auto gefahren. Beharrlich behauptet der Fremde, Sarahs Ehemann zu sein und weiß erschreckend viele Details aus ihrem Leben. Obwohl Sarah und ihrem sechsjährigen Sohn Harvey die Flucht aus ihrem Haus im Londoner Stadtteil Forest Hill gelingt, wird nur allzu schnell klar, dass dieser Albtraum noch längst nicht vorüber ist. Denn der Unbekannte verschwindet zwar genauso plötzlich, wie er aufgetaucht ist, doch von Stephen gibt es kein Lebenszeichen und die Polizei will Sarahs Geschichte keinen Glauben schenken.

In ihrer Verzweiflung wendet sich Sarah an ihren Freund aus Kindertagen, den Psychiater Max Behrendt, der selbst gerade ein traumatisches Ereignis verarbeiten muss. Mit seiner Hilfe versucht Sarah herauszufinden, was mit Stephen geschehen ist und vor allem, was der unheimliche Fremde von ihr und ihrer Familie will…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Bereits mit seinen Thrillern „Trigger“, „Kalte Stille“ und „Dunkler Wahn“ konnte der Autor Wulf Dorn auf eindringliche Art und Weise zeigen, dass deutsche Spannungsliteratur mittlerweile durchaus mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. „Phobia“ lässt, sofern das überhaupt möglich ist, nochmals eine Steigerung erkennen und zwar sowohl in der Spannung als auch in der Zeichnung der Charaktere. Vor allem die Figur des unheimlichen Fremden, der sich als Sarahs Mann ausgibt, fesselt von der ersten Seite an und jagt einem immer wieder Schauer den Rücken herunter. Dorn gewährt seinen Lesern immer tiefere und aufschlussreichere Einblicke in dessen gequälte und traumatisierte Seele und steigert somit die drängende Frage nach der Wahrheit ins schier Unerträgliche. Doch auch die verzweifelte Protagonisten Sarah Bridgewater fesselt zusehends, wird doch immer deutlicher, dass auch in den Tiefen ihres Unbewussten ein dunkles Geheimnis lauert. Erneut kann der Autor hier mit seinen fundierten Kenntnissen aus seiner Psychiatrietätigkeit beeindrucken.

Wulf Dorn hat mit „Phobia“ einen Thriller erstmals nicht in Deutschland angesiedelt, sondern vielmehr im verregneten London, dessen einsame, abgeschiedene Flecken sich als wahrer Glücksgriff für die unheimlichen Ereignisse erweisen. Auch das Wiedersehen mit Mark Behrendt, den wir bereits aus Dorns Debütthriller „Trigger“ kennen, gibt der Geschichte eine zusätzliche geheimnisvolle Note, wird doch erst allmählich klar, mit welch schrecklichen Erinnerungen der sich quält. Gewohnt schnörkellos und ohne Effekthascherei erzählt uns Wulf Dorn in „Phobia“ eine ebenso schaurig-spannende wie ergreifende Geschichte, von der man bis zum Schluss nicht auch nur eine Sekunde lang lassen möchte.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen