Außer sich

Autor: Rosamund Lupton
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21479-7
Erscheinungsdatum (D) 01.12.13 Erschienen 2011
Seiten 429
Übersetzung Barbara Christ

Außer sich Afterwards

Inhalt

Ein schrecklicher Unfall zerstört jäh das wundervolle Leben, das sich Grace Covey gemeinsam mit ihrem Mann Michael aufgebaut hat. Bei einem Schulfest kommt es zu einem Brand und beim Versuch, ihre siebzehnjährige Tochter Jenny aus dem brennenden Schulgebäude zu retten, werden Mutter und Tochter schwer verletzt. Während Grace und Jenny im Koma liegen, wacht Michael an den Betten der beiden und versucht gleichzeitig, den achtjährigen Sohn Adam zum Sprechen zu bringen, der seit dem Unglück kein Wort mehr gesagt hat. Was Michael nicht weiß: Grace hört und sieht alles um sie herum, kann sich aber nicht äußern. Sie und Jenny können ihre schwer verletzten Körper verlassen und sich frei im Krankenhaus umherbewegen.

Als die beiden hören, dass der kleine Adam im Verdacht steht, den Brand gelegt zu haben, unternehmen sie alles in ihrer Macht stehende, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, denn dass Adam nicht der Schuldige ist, steht für beide fest. Nach und nach wird Grace klar, dass der Brand keineswegs ein Unfall war, sondern dass es offenbar jemand auf Jenny abgesehen hatte. Zur Hilflosigkeit verdammt muss sie mit ansehen, wie Jenny einen Herzstillstand erleidet, kurz nachdem sich ein Fremder ihrem Bett genähert hatte. Grace muss das Unmögliche schaffen und ihre Familie vor der Katastrophe bewahren…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Bereits mit „Liebste Tess“ hat Rosamund Lupton einen außergewöhnlichen Roman vorgelegt, und mit „Außer sich“ beweist die Britin erneut, dass sie eine Meisterin darin ist, verschiedene Genrerichtungen zu einem stimmigen Ganzen miteinander zu verbinden. Was als furchtbare Familientragödie beginnt, entwickelt sich zusehends zu einem packenden Thriller der besonderen Art. Besonders deshalb, weil die eigentliche Ermittlerin – Grace – im Koma liegt und durch ihre Fähigkeit, ihren schwer verletzten Körper zu verlassen, erschreckende Einblicke gewinnt. Ihre Hilflosigkeit angesichts der Ungeheuerlichkeiten, die sie beobachtet aber niemandem mitteilen kann, ist beinahe mit Händen zu fassen. Lupton beweist bei der Zeichnung ihrer Charaktere großes Einfühlungsvermögen und die Gabe, die seelischen Untiefen ihrer Protagonisten perfekt auszuloten.

Es schwingen viele unterschiedliche Emotionen mit in Luptons Schilderung der Ereignisse, Emotionen, die zu Schlussfolgerungen führen, an denen man sich als Leser regelrecht abarbeiten kann. Verdachtsmomente entstehen, werden weiterverfolgt und schließlich wieder fallen gelassen. Das Ende kommt gänzlich unerwartet und ist dennoch völlig schlüssig und überzeugend. Dennoch ist „Außer sich“ so viel mehr als ein Thriller, gelingt es Rosamund Lupton, den Leser auf vielen unterschiedlichen Ebenen zu fesseln und zu begeistern.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen