Der Mann, der den Regen träumt

Autor: Ali Shaw
Genre: Liebesroman
Verlag: Script 5
ISBN: 978-3-8390-0146-2
Erscheinungsdatum (D) 01.01.13 Erschienen 2012
Seiten 336
Übersetzung Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Der Mann, der den Regen träumt The Man who Rained

Inhalt

Elsa Beletti ist nach dem Tod ihres Vaters aus der Bahn geworfen. Sie flieht vor ihrem Leben in New York, ihrer Mutter und ihrem Verlobten Peter in das einsame Thunderstown. Hier hofft sie, zu sich selbst zu finden. Das kleine Örtchen wird nicht nur von vier Bergen beherrscht, in deren Schatten es liegt, sondern auch vom Wetter, das hier ein magisches Eigenleben zu haben scheint. Bei ihrem ersten Ausflug in die Berge trifft Elsa auf den jungen Finn, der hier oben wie ein Einsiedler lebt. Finn umgibt ein gefährliches Geheimnis, dass ihn isoliert. Dennoch fühlt sich Elsa zu ihm hingezogen. Bald steht sie zwischen Finn und den Bewohnern von Thunderstown, die ihm alles andere als wohlgesonnen sind…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Das Besondere im Alltag, das Mystische vor unseren Augen – Autor Ali Shaw verbindet diese Elemente märchenhafter Fantasy mit Romantik und poetischen Betrachtungen von der Macht der Angst zu einer Fabel, die davon erzählt, wie wundervoll es sein kann, wenn man es schafft auf die Stimme seines Herzens zu hören und sich nicht nur von der Vernunft leiten lässt. „Der Mann, der den Regen träumte“ ist eine Geschichte über das Suchen, Finden und Verlieren von Liebe und das Wechselspiel zwischen Vernunft und Emotionen. Shaw schickt seine Figuren dabei an Wendepunkt in ihrem Leben, an denen sie die Chance haben sich zu entscheiden, welche Art von Mensch sie sein wollen. Behutsam und leise forscht der Autor dabei nach der Schwierigkeit, die es uns bereitet, sich den eigenen Ängsten zu stellen; den Taten, die manchmal daraus resultieren und die Liebe in unser Leben zu lassen. Eine Melange, die vielversprechend ist und auch immer wieder Buchpassagen hervorbringt, die besondere Lesemomente schaffen. Die Geschichte von Elsa und Finn hatte durchaus das Zeug zu einer durchweg atmosphärisch dichten und berührenden Liebesgeschichte. Ali Shaws Buch fesselt letztlich aber zu wenig. Seine poetische Sprache schafft schöne Wortbilder, die aber nicht immer berühren. In dem Bestreben eine „besondere“ Geschichte zu erzählen, verliert sich Shaw immer wieder in nebulösen Metaphern und konstruierter Geheimniskrämerei, die sich dann aber allzu offensichtlich auflöst. Ali Shaw möchte so sehr magisch sein, dass „Der Mann, der den Regen träumte“ seine Leichtigkeit dadurch einbüßt. Sein zweites Buch bleibt damit hinter den Erwartungen zurück.

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