Das letzte Wort

Autor: Ann Cleeves
Genre: Krimi
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-25905-0
Erscheinungsdatum (D) 01.10.12 Erschienen 2012
Seiten 448
Übersetzung Stefanie Krämer

Das letzte Wort The Glass House

Inhalt

Es fängt alles so harmlos an: Als Vera Stanhopes Nachbar eines Abends völlig verzweifelt in ihrer Küche sitzt und die Kommissarin bittet, seine verschollene Lebensgefährtin Joanna für ihn ausfindig zu machen, ist Vera sicher, dass sich diese Angelegenheit schnell aufklären lassen wird. Tatsächlich spürt sie ihre psychisch labile Nachbarin in Nullkommanichts auf – doch steht die plötzlich unter Mordverdacht. Joanna hatte im nahe gelegenen Writers’ House an einem Krimi-Workshop teilgenommen, wo gerade erst ein Dozent erstochen im Wintergarten aufgefunden wurde. Alles deutet auf Joanna als Täterin hin, hatte sie doch das blutige Messer in der Hand, als der Ermordete entdeckt wurde. Doch die ruppige Vera Stanhope lässt sich nicht so einfach von der Schuld ihrer Nachbarin überzeugen – zumal sich alsbald herausstellt, dass das Messer, das Joanna in der Hand hielt, keinesfalls die Mordwaffe sein kann.

Vera Stanhope und ihr Kollege Joe Ashworth beginnen mit ihren Ermittlungen im Writers’ House und müssen bald schon feststellen, dass jeder der Kursteilnehmer einen Grund hatte, den Ermordeten zu hassen. Dann kommt es zu einem weiteren Mordfall, der manches in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist ein Fall ganz im Stil der klassischen Kriminalromane à la Agatha Christie, den uns Ann Cleeves mit „Das letzte Wort“ präsentiert. Wie bei Christies „Zehn kleine Negerlein“ geschieht ein Mord in einem relativ abgeschiedenen Haus, wodurch der Kreis der Verdächtigen stark eingegrenzt werden kann. Auch hier spielt Cleeves mit der Idee, dass der Mörder einer der Kursteilnehmer sein muss. Doch die klaustrophobische Stimmung des Misstrauens unter den allesamt Verdächtigen kommt hier nicht so richtig zum Tragen. Ganz im Gegenteil plätschert die Handlung streckenweise fast schon träge vor sich hin, ohne dass Cleeves mit dem Potential dieser Geschichte geschickt zu spielen wüsste. Es will einfach keine rechte Spannung aufkommen, und auch auf Mitgefühl mit den Mordopfern wartet man vergebens.

In „Das letzte Wort“ ist es erneut die sympathische und burschikose Vera Stanhope, die diesem Kriminalroman die nötige Würze verleiht. Die Art und Weise, wie sie ihre Ermittlungen leitet, ist zugleich unkonventionell und von großer Empathie geleitet. Hinzu kommen die unerwarteten Liebeswirren, in die ihr Kollege Joe Ashworth gerät – hier kommt direkt Leben in den ansonsten eher farblosen Plot. Auch die Auflösung dieses Falls trägt dazu bei, dass man „Das letzte Wort“ am Ende doch mit einer gewissen Befriedigung zuschlagen kann, doch insgesamt ist man von Ann Cleeves packendere und raffiniertere Unterhaltung gewohnt.

Vera Stanhope ermittelt in folgenden Fällen:
Totenblüte
Opferschuld
Seelentod
Das letzte Wort
Ein dunkler Fleck
Die Nacht der schwarzen Falter

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen