Alltagswege zur Liebe. Familienstellen als Erkenntnisprozess

Autor: Christiane & Alexander Sautter
Genre: Sachbuch
Verlag: Ibera
ISBN: 978-3-850-52026-3
Erscheinungsdatum (D) 01.01.00 Seiten 192

Alltagswege zur Liebe. Familienstellen als Erkenntnisprozess

Inhalt

Was ist das eigentlich: Familienstellen? Genauso mysteriös, wie nebulös wird das Ganze oftmals an den Mann gebracht. Ist es eher spirituell oder gar Esoterik? Vielleicht beides?
In jedem Fall ist das Familienstellen eine Art Therapie, die vielen Menschen entscheidend hilft, zu erkennen, wo es hakt, was eigentlich das Problem ist und wo wir unseren Prozess, glücklich und gesund zu werden, beginnen sollten.

Buchkritik von Thomas  Ays

Im Grunde kann man das Werk "Alltagswege zur Liebe. Familienstellen als Erkenntnisprozess" ganz einfach auf den Punkt bringen: Nach einem Blick auf das verträumte, unscharfe und geradezu engelsgleiche Bildchen des Autorenpärchens auf dem Cover, weiß man Bescheid und wird inhaltlich nur allzu deutlich davon überzeugt, für wie kompetent und erfahren sich diese beiden halten. Dabei geht es gerade im Bereich Familienstellen um etwas ganz anderes. Den Kern der Sache, darum, was wir mitnehmen können und was dazu beiträgt unser Leben entscheidend zu verändern, trifft dieses Sachbuch nur an ganz wenigen Stellen, nämlich immer dann, wenn Virginia Satir zitiert wird. Daneben wirken die geschriebenen Kapitel der Autoren platt, überheblich und unnahbar. Frei nach dem Motto: "Wir und nur wir wissen, wie es geht!" Da werden mal eben bekannte Aufsteller, wie Bert Hellinger nebenbei abgetan und als im Grunde vollkommen unwichtig dargestellt. Mit solchen Äußerungen sollte man auch im Sachbuchbereich sehr vorsichtig sein, vor allem dann, wenn man selbst nicht in der Lage ist, sich sympathisch dem Leser zu nähern. Auf plumpe und arrogante Art und Weise wird hier von Christiane & Alexander Sautter nicht etwa versucht das Familienstellen zu erklären, es wird vielmehr darauf geachtet, sich in diesem "Werk" zu präsentieren und in die Welt hinaus zu posaunen: "Jetzt kommen wir! Endlich!" Darauf hat die Welt nur leider nicht gewartet. In einer Sitzung werden "mal eben" große Probleme in einem System erkannt und gelöst und anschließend der Satz nachgeschoben, dass es dem Patienten nun gut gehe und die Probleme aus der Welt seien. In der Welt von Familie Sautter mag das unter Umständen passieren - wirklich glauben kann man das nicht. Die Seele geht noch immer zu Fuß, auch wenn man das manchmal liebend gerne anders hätte. In jedem Fall ist dieses Buch über ein so wichtiges Thema absolut nicht zu empfehlen. Diese Therapeuten haben die Chance ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen, Familienstellen als Therapieform vorzustellen und dem (unerfahrenen) Leser eine Methode näher zu bringen, die ihm vielleicht helfen könnte, eigene Probleme in seinem Herkunftssystem (sprich: seiner Familie) zu erkennen und zu beheben. Nach diesem Buch werden allerdings sicherlich wenige diesen Weg gehen. Thema verfehlt.

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