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Die Widmung
The Map of True Places
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Autor
Brunonia Barry
Genre Roman
Verlag btb ISBN 978-3-442-73985-1 Übersetzung Elke Link Erscheinungsdatum (D) 08.06.12 Erschienen 2010 Seiten 448 |
Inhalt
Zee ist Therapeutin in der renommiertesten Praxis Neuenglands, sie geht in ihrem Beruf auf und bereitet sich gerade auf die Hochzeit mit ihrem Verlobten Michael vor. Nach einer äußerst schwierigen Kindheit und rebellischen Teenagerjahren scheint endlich Ruhe eingekehrt zu sein in Zees bislang sehr turbulentem Leben. Doch dann wirft der Selbstmord ihrer Patientin Lilly Zee komplett aus der Bahn und verursacht ein emotionales Chaos bei ihr, das sie alles, was sie sich erschaffen hat, in Frage stellen lässt. Auch mit Zees Vater, der immer noch in ihrem Heimatort Salem lebt, geht es immer mehr bergab. Der ehemalige Literaturwissenschaftler Finch ist an Parkinson erkrankt und gleitet zudem immer mehr ins Vergessen.
Zee sieht sich gezwungen, vorübergehend bei Finch einzuziehen, um sich ein Bild von seinem tatsächlichen Zustand machen zu können. Dabei wird ihr immer deutlicher, dass Lillys Selbstmord längst verdrängte Erinnerungen bei ihr heraufbeschwört, Erinnerungen an ihre Mutter Maureen, die sich einst ebenfalls das Leben nahm. Ohne es zu wollen, taucht Zee immer tiefer in die Vergangenheit ein und übersieht dabei völlig die gefährlichen Wolken, die sich über ihr zusammenbrauen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Es ist ein unglaublich vielschichtiger und tief schürfender Roman, den Brunonia Barry mit „Die Widmung“ geschaffen hat. Zusammen mit der Protagonistin Zee taucht man als Leser immer tiefer in die komplexe Geschichte von Liebe, Verrat und verdrängten Erinnerungen ein und will bald schon überhaupt nicht mehr auftauchen. Es ist wirklich faszinierend, wie es Barry gelingt, verschiedene Genrerichtungen und Themen so miteinander zu verflechten, dass eine packende und zutiefst fesselnde Geschichte entsteht. Dabei überzeugt sie vor allem durch akribische Recherchearbeit und lässt beinahe spielend leicht Themen wie Parkinson, bipolare Störung und daraus resultierenden Suizid und damit verbundene Therapieansätze einfließen. Auf der anderen Seite webt sie äußerst authentisch mystische Elemente mit ein und schreckt auch vor dem zu Salem gehörenden Okkultismus nicht zurück. Dabei gelingt ihr das Kunststück, stets authentisch zu bleiben, nie in Klischees abzugleiten oder bewährte Muster zu bemühen.
„Die Widmung“ ist ein erfrischend anderer Roman, der spielerisch leicht neue Pfade beschreitet und den Leser immer wieder aufs Neue überrascht. Barry erzählt eine unglaublich berührende und aufwühlende Geschichte, der man vertrauensvoll und mit geschlossenen Augen folgen mag. Sie lässt das Bild einer Frau entstehen, die den Mut fasst, sich ihrer Erinnerung und ihren Ängsten zu stellen, einer Frau, die an einem Wendepunkt ihres Lebens steht. Dabei beweist die Autorin großes Einfühlungsvermögen, Tiefgang und großes Erzähltalent und überrascht mit einem genial inszenierten Ende.
Ein einfach grandioser Roman!
