Öffne die Augen

Syndrome E

Öffne die Augen

Autor Frank Thilliez Genre Thriller
Verlag Goldmann
ISBN 978-3-442-31293-1
Übersetzung Eliane Hagedorn, Bettina Runge Erscheinungsdatum (D) 09.07.12   
Erschienen 2010  Seiten 480

Inhalt

Nach dem Tod eines Rentners verscherbelt dessen Sohn all seine Habseligkeiten, die zum größten Teil aus altem Filmmaterial bestehen. Darunter ein etwas seltsamer Streifen aus den 50er Jahren. Der Käufer, ein Filmliebhaber, schaut sich diesen an und erblindet sofort. In seiner Panik drückt er wahllos auf die Tastatur seines Handys und landet bei Lucie Henebelle, ihres Zeichens Kommissarin bei der Pariser Polizei. Beide hatten vor kurzer Zeit eine Beziehung, die aber keinen Bestand hatte. Trotzdem ist Lucie natürlich bereit, ihrem Freund zu helfen, sieht sich den Film selbst an und findet ihn über die Maßen bedrückend. Irgendetwas stimmt mit diesen bewegten Bildern nicht. Sie lässt ihn von einem Kenner der Branche prüfen und kurz darauf wird dieser bestialisch umgebracht.
Zur selben Zeit ermittelt Franck Sharko, Hauptkommissar, in einem äußerst brutalen Mordfall, bei dem mehrere aufs Grausamste verstümmelte Leichen in einer Grube gefunden wurden. Wie lange liegen die Körper schon dort? Was war mit diesen Menschen passiert und warum wurden ihnen Gehirn und Augen entfernt?
Obwohl es auf den ersten Blick nicht so erscheint, als hätten diese beiden Fälle etwas gemein, treffen doch recht bald Lucies und Sharkos Wege aufeinander. Sie stellen dann schnell fest, dass alles in einem weitaus größeren Zusammenhang steht und dass sie nur zusammen an ein Ziel kommen können. Was dieses Ziel genau ist und wo es liegt, ist jedoch beiden noch lange mehr als unklar...

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 5 von 5 Bs Was für ein interessanter Aspekt. Thilliez lässt in diesem Buch die beiden Ermittler, die schon in anderen seiner Geschichten agiert hatten, zum ersten Mal aufeinander treffen. Das hat natürlich seinen ganz besonderen Reiz. Beide, Henebelle und Sharko, haben bereits die Hölle auf Erden erlebt, beide sind trotz alledem ihrem Beruf verschrieben, ja geradezu süchtig danach. Diese eigene Welt, in der sich die Ermittler befinden, diese Hingabe und Selbstaufopferung und der damit zusammenhängende Leidensweg der Kommissare, all das erweckt Franck Thilliez zum Leben und führt es dem Leser auf einer sehr ansprechenden Basis vor. Hier ist nichts platt, nichts gesponnen und nichts zu gefühlsduselig. Auch der Plot selbst lässt nichts zu wünschen übrig und führt den Leser wieder einmal in eine äußerst spannende Welt jenseits der Vorstellungskraft des Durchschnittslesers. Es geht um die Manipulation des Menschen über Auge und Gehirn, über Bilder und versteckte Bilder, um Machtgier und um Fanatismus, um Menschen, die fehlgeleitet wurden und dementsprechend selbst fehlgeleitet agieren und auf der anderen Seite um den unumstößlichen Willen anderer, dieses Ungleichgewicht wieder ins rechte Lot zu bringen.
All diese vielfältigen Aspekte packt der Autor einmal mehr in eine unfassbare Geschichte, die an keiner Stelle an Spannung nachlässt und die zum Ende hin zeigt, dass es mit Sicherheit noch weitergehen wird. Welch ein Glück! Es wäre schade gewesen, diese neugeborene Konstellation wieder verstauben zu lassen, denn sie hat mit Sicherheit noch sehr viel Potential …

Wissenswertes

Bisher hatten die beiden Ermittler Henebelle und Sharko getrennt gearbeitet und treffen in diesem Buch zum ersten Mal aufeinander.

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