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Verblendet
Nerve Damage
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Autor
Peter Abrahams
Genre Thriller
Verlag Droemer Knaur ISBN 978-3-426-50770-4 Übersetzung Frauke Czwikla Erscheinungsdatum (D) 01.06.12 Erschienen folgt Seiten 416 |
Inhalt
Roy bekommt eine niederschmetternde Diagnose: Lungenkrebs! Seine verbleibende Zeit beläuft sich auf gerade mal vier Monate bis maximal ein Jahr. Der Schock ist groß und erst Stück für Stück erkennt er die Tragweite und Bedeutung der Diagnose. In Situationen der Verzweiflung machen Menschen jedoch unlogische Dinge, so auch Roy. Da er ein berühmter Bildhauer ist und zudem beim Hockey einst ein nicht ganz unwichtiges Tor geschossen hat, kommt er auf die Idee, bei der New York Times zu recherchieren, ob diese seinen Nachruf schon fertig hat, denn offensichtlich ist es bei Prominenten durchaus üblich, dass Nachrufe schon vor dem Ableben der betreffenden Person geschrieben und somit später einfach nur die „aktuellen“ Daten ergänzt werden müssen.
Roy findet diesen auch tatsächlich, doch er stellt fest, dass es darin Fehler gibt. Seine Frau ist zwar tatsächlich vor 15 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen, aber der Nachruf erwähnt einen falschen Arbeitgeber. Schlicht aus Lust und Laune möchte Roy diesen Fehler korrigieren lassen und tritt dabei unwissentlich eine Lawine los, von deren Existenz er nicht die geringste Ahnung hatte und schon bald muss er feststellen, dass nichts so war, wie es damals schien. Die Zeit läuft ihm davon, dennoch kann er einfach nicht mehr damit aufhören, die Wahrheit Stück für Stück ans Tageslicht zu zerren….
Buchkritik von Angelika Koch
Der Autor Peter Abrahams hat hier eine Geschichte erschaffen und konsequent erzählt, die kaum spannender sein könnte, und das obwohl es eigentlich die leisen Töne sind, die hier dafür sorgen, dass der Plot nicht an einer Stelle langweilig wird. So unlogisch das klingen mag, aber durch die Ruhe und Beschaulichkeit der Erzählung, durch die gefühlvolle Inszenierung und die Sparsamkeit der Worte, nehmen die Ereignisse unglaublich an Fahrt auf und nehmen den Leser mit. Abrahams kann damit überzeugen, die inneren Prozesse Roys, seine Angst, seine Verzweiflung, seinen Verfall glaubhaft darzustellen und dabei doch den Leser zu inspirieren, der sich bald die verrücktesten Kombinationen ausdenken mag. Der Leser selbst wird plötzlich skeptisch und traut keinem mehr, der Leser selbst leidet mit dem verwirrten Protagonisten, der Leser selbst wird wütend und fiebert der Auflösung der Geheimnisse entgegen.
Der einzige, kleine Minuspunkt ist dann jedoch, dass man sich vielleicht beim Ende der Geschichte noch eine winzige unvorhergesehene Wendung mehr gewünscht hätte, gerade weil man zuvor mit seiner Fantasie in ungeahnte Höhen gestiegen war. Vielleicht war aber selbst dem Autor nicht bewusst, wie viele falsche Fährten er da ausgelegt hat. Alles in allem, ein äußerst erfreulicher Thriller.
