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Kommende Buchkritiken
Lila, Lila
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Autor
Martin Suter
Genre Roman
Verlag Diogenes Verlag ISBN 3-257-06386-5 Erscheinungsdatum (D) 2004 Seiten 345 |
Inhalt
David hat sich unsterblich in Marie verliebt, die er bei seinem Kellnerjob kennen gelernt hat. Leider interessiert sich Marie nicht sonderlich für den linkischen, unbeholfenen David. Das ändert sich schlagartig, als David in einem alten Nachttisch das Manuskript eines Romans aus den fünfziger Jahren entdeckt. Da David vermutet, dass der Verfasser längst gestorben ist, gibt er sich bei Marie als Autor aus. Die ist hingerissen von David und "seinem" Roman und bietet diesen ohne sein Wissen einem Verlag an. So wird "Lila, Lila" zu einem Bestseller und Marie Davids Geliebte.
David kommt mit dem ständigen Versteckspiel immer weniger klar, würde Marie am liebsten die Wahrheit gestehen – aber er ist sich ihrer Liebe nicht hundertprozentig sicher. Als dann auch noch der ominöse Jacky den Schauplatz der Geschehnisse betritt, verliert David mehr und mehr die Kontrolle.
Buchkritik von Stefanie Rufle
In „Lila, Lila“ ist der Schweizer Autor Martin Suter wieder einmal ganz in seinem Element. Was mit einer kleinen Lüge beginnt, nimmt immer größere Ausmaße an, bis das Ganze in einem Fiasko zu gipfeln droht. Immer wieder ist das Hauptthema in Suters Romane der Identitätsverlust – und der wird hier geradezu lehrbuchhaft beschrieben: Der Held (oder wohl eher der Antiheld) glaubt irgendwann selbst fast schon daran, dass er tatsächlich dieses Buch geschrieben haben muss und hält verzweifelt an dieser Lüge fest.
“Lila, Lila“ erzählt eine raffiniert konstruierte Geschichte, die geradezu zwingend auf das unausweichliche Finale zusteuert. Ausgefeilte und messerscharf umrissene Charaktere runden das positive Gesamtbild ab und lassen „Lila, Lila“ zu einem spannenden und gleichzeitig augenzwinkernden Lesevergnügen werden. Mit diesem Roman beweist Martin Suter erneut, dass er nicht von ungefähr als einer der besten deutschsprachigen Autoren gehandelt wird.

