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Kommende Buchkritiken
Schnitt
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Autor
Marc Raabe
Genre Thriller
Verlag Ullstein ISBN 978-3-548-28435-4 Erscheinungsdatum (D) 11.05.12 Seiten 447 |
Inhalt
Mit gerade mal elf Jahren wird Gabriel Naumann Zeuge eines Mordes in seinem Elternhaus. Das Entsetzen ist so groß, dass er sich seither nicht mehr an die Geschehnisse erinnern kann. Jahrzehnte sind vergangen, Gabriel hat sich mehr schlecht als recht mit seinem Leben arrangiert, da bricht die Vergangenheit unvorhergesehen und mit aller Macht wieder über ihn herein.
Seit der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik arbeitet er bei Juri Sarkov als Sicherheitsbeamter, lebt auch dort auf dem Hof der Firma und kümmert sich hauptsächlich um seine Arbeit. Eines Nachts gibt es einen stillen Alarm von einem ihm bisher unbekannten Haus. Dort angekommen findet er seltsame Dinge vor und wird, noch bevor er diese untersuchen kann, von seiner Freundin auf dem Handy angerufen, und mit letzter Kraft berichtet sie, dass sie soeben überfallen worden sei. Gabriel rast sofort zu der Stelle, doch Liz ist verschwunden. Stattdessen liegt dort die Leiche eines ihm unbekannten jungen Mannes. Ehe er es sich versehen kann, wird er zum Tatverdächtigen und festgenommen. Doch ihm ist klar, dass er seiner Freundin nur helfen kann, wenn er sich aus der Untersuchungshaft befreit und nachdem ihm das gelungen ist, muss er eine Reise in sein Innerstes antreten, denn es stellt sich zunehmend heraus, dass Liz’ Verschwinden unmittelbar mit seiner eigenen Vergangenheit verknüpft ist und dass er ihr nur helfen kann, wenn er sich endlich wieder erinnert ....
Buchkritik von Angelika Koch
Der Autor Marcus Raabe hat sich hier eine Geschichte ausgedacht, die den Leser sofort mitnimmt und nicht mehr aus ihren Fängen lässt. Die Ratlosigkeit Gabriels, die unwirklichen Ereignisse und die Hilflosigkeit, der sich der Protagonist gegenüber sieht, springen wie ein Funke auf den Leser über. Der rasante Thriller lässt keine Pause zu und entpuppt sich recht bald als wahrer pageturner. Raabe versteht es, die Gefühle Gabriels hervorragend zu transportieren, bleibt konsequent an der Geschichte, ohne Schnörkel und unnötige Extras und ist in der Lage, den Plot erst spät aufzulösen, ohne dass dieser dabei seine Spannung verliert. Erfreulich ist auch, dass er auf detaillierte Darstellungen von Grausamkeiten verzichtet und alleine durch seinen Schreibstil dem Genre Thriller alle Ehre macht. Deutsche Autoren sind in diesem Bereich eindeutig auf dem Vormarsch und kein geringerer als Sebastian Fitzek fand dieses Buch „Eine hochspannende Entdeckung“. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen bleiben diese Autoren auf dem Boden, auch wenn ein Thriller natürlich nicht unbedingt Dinge erzählt, die jedem jeden Tag passieren könnten. Lediglich das Handeln der Protagonistin Liz mutet etwas zu unreal an, dies bleibt aber der einzige Schwachpunkt des Buches. Ansonsten eine gelungenes Debüt, das den Wunsch nach mehr Geschichten des Autors weckt.
