Small World

Autor: Martin Suter
Genre: Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-06146-3
Erscheinungsdatum (D) 1997 Seiten 324

Small World

Inhalt

Konrad Lang, Mitte Sechzig, leidet an Alzheimer. Zuerst sind es nur Kleinigkeiten, die die ersten Anzeichen der Krankheit ankündigen: Konrad legt seine Brieftasche in den Kühlschrank, findet nach dem Einkaufen nicht mehr nach Hause, muss sich einen Lageplan seines gesamten gegenwärtigen Lebens machen, um sich noch einigermaßen zurechtzufinden. Bald vergisst er, der doch geraden frisch verliebt ist, den Namen der Frau, die er heiraten möchte.

Doch mit dem rapiden Verfall seines Kurzzeitgedächtnisses tauchen immer mehr Erinnerungen auf, früheste Kindheitserlebnisse werden plötzlich wieder präsent. Eine alte Dame, die Konrad schon von Kindheit an kennt, scheint dadurch äußerst beunruhigt zu sein. Ganz unverhofft nimmt sie sich Konrads an. Doch sie rechnet nicht mit einem Unsicherheitsfaktor, den sie auch mit noch so viel Geld nicht zu lenken in der Lage ist.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Tragisch und komisch zugleich – so könnte man diesen virtuosen Roman Suters mit zwei Worten ganz kurz beschreiben. Aber natürlich steckt, wie immer bei Martin Suter mehr dahinter. Präzise recherchiert ist dieser Roman, der von einer schrecklichen und zutiefst destruktiven Krankheit berichtet.
Unaufhaltsam sieht man den sympathischen Protagonisten mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben verlieren. Doch sind da auch immer wieder die komischen Momente, schmunzelt der Leser über die Raffinesse des Patienten, mit der es ihm gelingt, auch noch in den Momenten des absoluten Absinkens in das Vergessen den Schein zu wahren.

Gleichzeitig ist dieser Roman eine Kriminalgeschichte, bei der man bis zum Schluss im Dunkeln gelassen wird. Vermutungen werden angestellt – natürlich. Doch wie sind die Zusammenhänge tatsächlich, wer ist in die Sache verwickelt? Dieses Buch macht Spaß und lässt den Leser mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht zurück.

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