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Eine romantische Geschichte
Una storia romantica
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Autor
Antonio Scurati
Genre Historischer Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3498064044 Übersetzung Suse Vetterlein Erscheinungsdatum (D) 20.07.12 Erschienen 2007 Seiten 608 |
Inhalt
Mailand im Sommer 1848. Italien ist noch kein geeinter Staat und in den Städten brodelt es. Junge italienische Aristokraten lehnen sich gegen die österreichische Besatzung auf und fordern die Freiheit und ein geeintes Italien. Unter den Revolutionären sind auch der heißblütige Jacopo und sein bester Freund Italo. Während Jacopo auf den Barrikaden kämpft und zu einem Vorbild für das Volk wird, gerät Italo bald in Gefangenschaft. Er erlebt nicht, wie Jacopo sich in seine schöne Verlobte Aspasia verliebt und diese stürmisch seine Gefühle erwidert. Die fünf Tage des Aufstandes von Mailand werden ein fiebriger Kampf um die Freiheit, den Jacopo und Aspasia im Rausch der Liebe erleben.
1885 erfährt Italo, mittlerweile korrupter Senator, von der Untreue seiner heutigen Frau. Eine Reihe anonymer Briefe bringen dem mittlerweile über 60jährigen Politiker die Vergangenheit schmerzlich zurück in die Erinnerung.
Buchkritik von Melanie Frommholz
Zwei Jahre nachdem mit „Das Kind, das vom Ende der Welt träumte“ das erste Buch des italienischen Autors Antonio Scurati in Deutschland erschien und begeisterte, liegt nun sein zweites Werk in seiner deutschen Übersetzung vor. „Eine romantische Geschichte“ ist bereits 2007 entstanden und vereint nicht nur viele Filmzitate und Anlehnung an die Werke großer Schriftsteller wie Victor Hugo, Virginia Wolf, Lord Byron oder Leo Tolstoi, sondern ist auch der Versuch einer Aufarbeitung der fiebrigen, revolutionären Stimmung des Fünf-Tage-Aufstandes von Mailand 1848. Erneut setzt sich der Autor darin mit emotionalem Wahn und Wirklichkeit und dessen Auswirkungen auf Entscheidungen auseinander.
Antonio Scuratis Geschichte fordert seinen Leser. Man ringt durchgängig mit ihr. Ein Ringen, das immer wieder mit intensiven Momenten belohnt wird, in denen man ganz in die Atmosphäre der Geschehnisse und die Erlebniswelt der Figuren eintauchen kann. „Eine romantische Geschichte“ überfordert aber auch mit einer schier endlosen Fülle an Worten, die Satz um Satz anfüllen und einen zuweilen einfach überrollen. Anders als in „Das Kind, das vom Ende der Welt träumte“ wird man nie Teil der Geschichte, sondern bleibt ein Stück abseits, bloßer Betrachter, den das Geschehen nicht immer interessiert. Über weite Strecken ist Scuratis Erzählstil einfach zu zäh, überladen und verliert sich in unzähligen Details, als dass man durchgängig gefesselt würde. Letztlich wird „Eine romantische Geschichte“ genau dadurch zu einem Buch, das man trotz der interessanten historischen Hintergründe und der spannenden Spurensuche seiner „geklauten“ literarischen Wurzeln, zu wenig genießen kann.
