Oneiros - Tödlicher Fluch
Autor
Markus Heitz
Genre Fantasy
Verlag Knaur.
ISBN 978-3-426-50590-8
Erscheinungsdatum (D)
02.05.12
Seiten 624
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Inhalt
In Paris landet gerade ein A380 auf dem Flughafen. Noch ahnt niemand, dass sich in Kürze eine echte Katastrophe anbahnen wird, für die niemand eine Erklärung findet. Kaum gelandet, rast die Maschine über das Rollfeld und in einen Terminal hinein. Die Untersuchungen ergeben, dass alle Insassen, inklusive Personal, tot sind. Sie wurden jedoch nicht erstochen, erschossen oder vergiftet. Sie sind lediglich friedlich eingeschlafen. Es gibt nur einen Überlebenden, einen Italiener, der zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Toilette war.
Konstantin Korff, ein bekannter und angesehener Bestatter aus Leipzig, ahnt jedoch, worum es bei diesem Zwischenfall gehen könnte und auch eine skrupellose Wissenschaftlerin macht sich sofort auf den Weg nach Paris, um schnell Vorteile daraus zu ziehen. Der MI6 interessiert sich ebenfalls für das Unglück, und ein seltsamer Einzelgänger ist zeitgleich auch alarmiert. Und so beginnt eine Jagd der ganz besonderen Art, die fernab der Öffentlichkeit stattfinden muss...
Eins ist sicher: Nichts ist sicher, wenn man einen Roman von Markus Heitz aufschlägt. Schließlich weiß man vorher nie, worauf man sich wirklich einlässt. Der Begriff „Horror“ kann genauso viel umfassen, wie „Fantasy“ oder „Thriller“. Im Falle dieses Autors sowieso. Und genau das macht auch den Reiz der Bücher von Markus Heitz aus. Mit „Oneiros – Tödlicher Fluch“ geht er, wie so oft, neue Wege und verarbeitet eine schlicht geniale Idee, die dieses neueste Werk zu einem wahren Pageturner werden lässt.
Die Idee hinter „Oneiros“ fasziniert von der ersten Seite an. In gewohnter Markus-Heitz-Manier werden Figuren eingeführt, die wenig später keine Rolle mehr spielen, weil er ihr kurzes Leben wieder auslöscht. Um was es wirklich geht und welche Ausmaße „Oneiros“ annimmt, wird erst später wirklich sichtbar. Dabei greift Heitz auf sein Talent zurück, viele einzigartige Figuren nebeneinander entstehen zu lassen und sie mit eigenen Erzählsträngen markant und unvergesslich zu zeichnen. Man verliert auch in dieser Geschichte nie den Faden oder den Bezug zu der jeweiligen Figur. Das ist das, was Markus Heitz auszeichnet. Er nimmt seine Leser an die Hand, packt sie und lässt sie nicht wieder los, bis das Ende erreicht ist. Konstantin Korff, ein Bestatter aus Leipzig, ist da genauso grandios, wie die Wissenschaftlerin Kristin von Windau, die nicht einfach nur der Bösewicht der Geschichte sein soll, sondern eben auch eine andere Seite besitzt. Heitz verzichtet auf Schwarz/Weiß-Malerei und zeichnet gerade die Wissenschaftlerin auf zwei außerordentlich gelungene Weisen, die nachvollziehbar sind und gleichzeitlich sehr viel Spaß machen. Welche von Windau nun besser gefällt, die weiche und verletzliche oder die eiskalte und tödliche Variante, ist auch nach dem Ende schwer zu sagen. In jedem Fall ist Heitz mit dieser Figur etwas gelungen, was nur ganz schwer gelingt: Sie ist authentisch und unnahbar zugleich. Großartig. Ein weiteres Masterpiece ist Marna Herbst, die zwar nur eine Nebenfigur, dafür aber herrlich komisch werden darf. Sie bringt, gemeinsam mit von Windau, den Witz in die Geschichte. Doch auch die vielen weiteren Figuren, wie der kauzigen Thielke oder der MI6-Agenten Jester, sie alle fügen sich stimmig in die Geschichte um „Oneiros“ ein.
Es gibt jedoch auch Schattenseiten an diesem neuesten Roman von Markus Heitz. Manchmal wirken einzelne Ereignisse konstruiert und als Leser wünscht man sich noch den ein oder anderen Erzählstrang mehr. Beispielsweise wäre ein Ermittler eine interessante Variante gewesen, der den Unfall in Idar-Oberstein untersucht oder eine weitere Figur rund um die Edelsteinbörse, damit einzelne Stränge nicht ganz so „seltsam zufällig“ erscheinen. Das Gute an all diesen Schattenseiten ist jedoch, dass sie bei weitem nicht überwiegen. Es sind Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck zwar trüben, über die man jedoch leicht hinwegsehen kann. Auch aus dem Grund, weil man diese Geschichte wirklich kaum aus seinen Händen legen kann, bis man weiß, wie sie ausgeht. Nach einem grandiosen Finale und einem genialen Ende weiß man wieder, warum man die Bücher dieses Autors derart liebt.
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