Extrem laut und unglaublich nah

Extremly loud and incredibly close

Extrem laut und unglaublich nah

Autor Jonathan Safran Foer Genre Roman
Verlag Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-03607-7
Übersetzung Henning Ahens Erscheinungsdatum (D) 19.08.05   
Erschienen 2005  Seiten 468

Inhalt

Oskar Schell ist vieles. Amateur-Entomologe zum Beispiel, oder Erfinder, Veganer und Origamist. Doch vor allem ist Oskar Schell eines: unglaublich traurig. Bei den Terroranschlägen des 11. September 2001 hat er seinen Vater verloren, der in einem der Türme war. Den Anrufbeantworter mit der Stimme seines Vaters darauf, wie er aus dem World Trade Center anrief, bewahrt Oskar wie einen Schatz auf. Er hat jedoch eine Aufgabe. Sein Vater hat ihm einen Schlüssel hinterlassen und Oskars Mission lautet: Finde das Schloss, in das er passt. Keine leichte Aufgabe bei den Millionen von Schlössern in New York. Wenn man, wie Oskar, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, gestaltet sich die Suche noch schwieriger. Doch der Schmerz bleibt dem Jungen und bei all der Suche wird er sich irgendwann auch mit sich selbst beschäftigen müssen, wenn alles wieder gut werden soll...

Buchkritik von Thomas Ays

Thomas vergibt 3 von 5 Bs Wer sich bereits mit "Alles ist erleuchtet" und dem dazugehörigen Film, der mit Elijah Wood besetzt wurde, beschäftigt hat, der weiß, welche Art Geschichten Jonathan Safran Foer erzählt. Alltäglich ist das nicht - und einfach sowieso nie. Der Autor bleibt auch mit "Extrem laut und unglaublich nah" seiner Linie treu und beschäftigt sich darin mit dem neunjährigen Oskar, der eine Traurigkeit besitzt, die fast schon körperlich spürbar ist. Die schmerzvollen und emotionalen Szenen sind in diesem Roman tatsächlich unglaublich und schmerzen auch den Leser. Doch Jonathan Safran Foer ist mit seinem zweiten Roman kein durchweg fesselndes Buch gelungen. Manche Handlungsverläufe sind geradezu absurd und auch die Gedankenwelten des neunjährigen Oskar sind bestimmt vieles, aber nicht die eines Kindes. Dazu interpretiert der Autor einfach viel zu viel in den Kopf seines Protagonisten hinein, was dazu führt, dass Oskar sicherlich oft sehr lustig und unterhaltsam, grausam und verletzend, aber eben auch sehr unsympathisch, altklug und nervig wird. Alles keine sonderlich gesunden Beschreibungen für eine Figur, die in "Extrem laut und unglaublich nah" sehr viel zu sagen hat. Da kommt die Trauer, die der Junge spürt, manchmal zu kurz.
Dennoch ist aus "Extrem laut und unglaublich nah" ein anderer und für viele Leser auch sicherlich sehr kreativer Roman geworden, der neue Wege geht und eine andere Erzählstruktur aufweist. Es sind aber nicht alle Elemente verständlich und nachvollziehbar und einige Erzählstränge wirken langatmig und zäh. Jonathan Safran Foer wollte viel und hat viel geschafft - schade, dass er nicht durchweg die Verbindung zum Leser herstellen konnte.

Wissenswertes

Jonathan Safran Foer legt mit "Extrem laut und unglaublich nah" seinen zweiten Roman nach "Alles ist erleuchtet" vor. Beide Bücher wurden bereits prominent besetzt verfilmt.

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