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Blutbraut
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Autor
Lynn Raven
Genre Jugendbuch
Verlag cbt ISBN 978-3-570-16070-1 Erscheinungsdatum (D) 31.10.11 Erschienen 2011 Seiten 736 |
Inhalt
Lucinda Moreira ist auf der Flucht, seit sie denken kann. Nie lange an einem Ort. Nie lange den gleichen Job. Nie lange genug Zeit, um Freunde zu finden. Lucinda ist eine Blutbraut, dazu bestimmt, mit ihrem Blut einen bestimmten Hexer der Hermandad davor zu bewahren, vom Vampir zum blutrünstigen Nosferatu zu werden. Ein lebendes Blutreservoir, dazu bestimmt, ein Leben in Gefangenschaft zu führen, gebunden an einen Mann, den sie hasst. Zumindest hat es ihr ihre Tante Maria immer so geschildert. Zusammen mit ihr ist Lucinda vor diesem Schicksal geflohen. Aber Lucinda will nicht länger fliehen. Nun hat sie den charmanten Cris kennen gelernt. Cris könnte die Liebe sein, auf die sie immer gewartet hat. Doch dann entpuppt sich Cris als Bruder jenes Hexers, dem Lucinda versprochen ist: Joaquin de Alvaro. Seine Häscher bringen sie auf sein Anwesen Santa Reyada. Doch der Mann, vor dem Lucinda immer Todesangst hatte und der für sie die Inkarnation des Bösen ist, entpuppt sich als ein Rätsel. Zwischen ihm und Cris entspinnt sich ein Kampf um Lucindas Gunst, doch nicht nur de Alvaro braucht ihr Blut. Kaum ist Lucinda wieder aufgetaucht, versucht auch das Konsortium der Hermandad, ihrer habhaft zu werden.
Buchkritik von Melanie Frommholz
„Blutbraut“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine vielversprechende Storyidee zu Tode romantisieren und dramatisieren kann. Lynn Raven springt mit ihrem Jugendbuch noch auf den langsam austrudelnden Vampirtrend auf, hat mit ihrer Variante - einer Kombination aus Vampiren und Hexern und ihren Blutbräuten - jedoch eine interessante Facette aufgegriffen, die eine abwechslungsreiche und frische Geschichte versprach. Schnell wird jedoch klar, dass Raven ihren Fokus weniger auf die Beleuchtung der interessanten Subgesellschaft der Vampire und Nosferatu gelegt hat, sondern auf das Geplänkel zwischen ihrer naiven, immer in Todesangst schwebenden, Teenager-Heldin und dem (natürlich) wahnsinnig gefährlichen, dabei aber so sanften Vampirhexer Joaquin. Natürlich ist der auch noch sagenhaft reich und ein Gentleman erster Güte. Ermordet werden hier immer nur „die Anderen“. Bereits nach den ersten 50 Seiten kann man Sätze wie „Oh Gott, sie bringen mich zu IHM“, „ER kommt gleich“, „Gleich werde ich IHN sehen“, „Atme Lucinda, atme“ nicht mehr lesen. Lynn Raven füllt jedoch Seite um Seite mit Sätzen wie diesen, oder verschwendet Zeile um Zeile, um uns immer wieder Dinge zu erklären, die wir bereits wissen. Das, was wir noch nicht wissen, zum Beispiel, was die Nosferatu tatsächlich ausmacht, bleibt auch bis zum Ende weitestgehend unkommentiert. Die Figuren bleiben oberflächlich und auch die Handlung entwickelt sich wenig überraschend. Zwischendurch fängt sich Raven zwar, bringt mit Action und Nebenfiguren wie Raphael wieder etwas Schwung in die Story, doch letzen Endes ist „Blutbraut“ einfach eine gut 200 Seiten zu lange Mischung aus Soap Oper und Telenovela.
