Hyddenworld - Der Frühling

Hyddenworld

Hyddenworld - Der Frühling

Autor William Horwood Genre Fantasy
Verlag Klett Cotta
ISBN 978-3-608-94638-3
Übersetzung Reiner Pfleiderer Erscheinungsdatum (D) 01.02.12   
Erschienen 2010  Seiten 534

Inhalt

Sie sind da, auch wenn wir sie nicht sehen – die Hydden. Ein Volk kleiner Leute, das es dank einer besonderen Verbundenheit zur Natur geschafft hat, für unsere Augen unsichtbar zu sein. Lange lebten die Hydden friedlich, doch nun herrschen die finsteren und grausamen Fryd über das kleine Volk. Es kommt die Zeit, da sich die Prophezeiung des Schmiedes Beornamund erfüllen soll. Aus seiner Schmiede stammen mächtige Gegenstände, eine Kugel und ein Amulett, mit denen man die Welt der Hydden befreien kann. Doch einst gingen diese Gegenstände verloren.

Der junge Jack weiß nichts von Beornamund oder den Hydden und dennoch liegt das Schicksal dieser sagenhaften Welt in seinen Händen. Denn Jack ist ein Riesengeborener, zum Schutz in die Welt der Menschen geschmuggelt, damit er dort überlebt. Bei einem Autounfall rettet er dem Mädchen Kathrinen das Leben. Der Beginn einer großen Liebe und auch eines gemeinsamen, schicksalsträchtigen Weges, der die Dinge in beiden Welten für immer verändern soll…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs Treue Fantasyleser kennen William Horwood noch von seiner Geschichte „Der Stein von Duncton“. Damals machte der Autor Maulwürfe zu den Helden einer spannenden Fantasygeschichte und schuf damit einen ungewöhnlichen Genrevertreter, der sich wohltuend aus der Masse vergleichbarer Bücher abhob. Nun entführt uns der Schriftsteller nach Hyddenworld. Die Geschichte von Jack und Katherine hat alle Anlagen zu einer großen, fantastischen Trilogie. Es gibt eine facettenreich und liebevoll ausgestaltete Welt, knorrige und interessante Figuren, eine düstere Prophezeiung, und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen. Auch dramatische Ereignisse und eine turbulente, abenteuerlich Reise hat die Geschichte im Gepäck. William Horwood hat sich wirklich alle Mühe gegeben, eine große Geschichte zu erzählen, dennoch entwickelt der erste Teil der Hyddenworld—Trilogie zu wenig erzählerische Tiefe, als dass man sich in dieser neuen Welt wirklich ganz verlieren könnte. Immer wieder stockt der Erzählfluss durch langatmige Passagen oder es holpert der Spannungsbogen, weil man über inhaltliche Ungereimtheiten stolpert. Ärgerlich sind zudem diverse Schreibfehler, die sich in diese Ausgabe eingeschlichen haben. Horwoods Geschichte fehlt es letztlich dort an Leichtigkeit, wo „Hyddenworld“ uns gefangen nehmen müsste. Auch bei den Figuren ist dem Autor nur eine solide Arbeit gelungen. Oft wünscht man sich eine größere Tiefe der Charaktere und ein Verweilen des Autors an den entscheidenden Momenten ihrer Entwicklung. Die vielen kurzen Kapitel, die zu Beginn noch wunderbar zum Erzählfluss gepasst haben, erweisen sich gegen Ende als zu kurz.
„Hyddenworld – Der Frühling“ wird so zu einem Auftaktband, bei dem die Handbremse angezogen bleibt. Trotz der vielversprechenden Anlagen, die diese Geschichte hat, fehlt der Erzählung noch die notwendige Unbeschwertheit und Balance.

Wissenswertes

Die Geschichte von Hyddenworld umfasst folgende Teile:

Hyddenworld - Der Frühling
Hyddenworld - Das Erwachen

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Kommentare


Kommentare

Themistokeles schreibt am 01.03.12, 19:20
Es sind gerade die Märchen, an die wir uns von den alten Geschichten, aufgrund ihrer Aussagekraft und Sprache, am meisten erinnern.
Hyddenworld gleicht diesen Märchen in seiner Handlung und Sprache, denn es wurden zwei ganz besondere Stücke vom Schmied und Riesen Beornamund wegen seiner großen Liebe Imbolc geschaffen, wobei in einem der Stücke das Licht aller Jahreszeiten eingefangen war. Die Götter sahen diese Tat jedoch als Frevel an ihnen an und zerstörten das Werk. Es zersplitterte in vier Teile, wobei ein jedes das Licht einer Jahreszeit enthielt. Alle Teile konnte Beornamund wiederfinden und in ein Schmuckstück einfassen, bis auf eins, den Frühling, der in der alten Sprache den Namen Imbolc trägt. Imbolc ist seitdem dazu verdammt mit dem Schmuckstück auf der Erde zu wandeln und darauf zu warten, dass alle Steine wieder verloren gehen, um dann einst von ihrer Nachfolgerin, zusammen mit dem fehlenden Stein des Frühlings wiedergefunden und vereinigt zu werden. Nach und nach gingen die Steine verloren und nun ist es an der Zeit, sie alle zu suchen und wieder zusammenzuführen. Jack, der Riesengeborene, und die bisher noch unbekannte Schildmaid und Nachfolgerin Imbolcs müssen sich zusammentun und gemeinsam diese Aufagbe bewältigen.
Besonders machen diese Geschichte die märchen- und bildhafte Sprache, die diese Geschichte ausmacht und zudem eine besondere Atmosphäre in dem Roman erzeugt, die sehr phantastisch ist. Vor allem die Welt der Hydden und die Charaktere sind etwas sehr positives, denn an beidem merkt man, mit welcher Liebe und mit welchem Detailreichtum beides geplant und ausgearbeitet wurde. Die Welt der Hydden ist durch viele kleine Details geprägt, die diese Welt von unserer unterscheidet und sie glaubhaft macht, wie die Kultur der Hydden und anderen Völker, ihre Art sich zu kleiden, ihre Architektur und die vielen kleinen Eigenarten, die grade den Hydden zugesprochen werden. Am schönsten sind jedoch die Charaktere, bei denen man selbst bei den Nebencharakteren erkennen kann, wie detailliert sie geplant wurden und die durch ihre ganz eigenen Wesenzüge die Geschichte bereichern.
Ein wenig schade fand ich jedoch das Ende dieses Bandes, welches in meinen Augen etwas zu schnell und gehetzt kam, denn für diesen letzten Abschnitt wurde viel Zeit auf wenig Seiten gepackt und daher wirkt dieser Teil sehr gestaucht, als hätte der Autor nicht mehr so große Lust verspürt, diesen Teil des Romans zu schreiben. Des Weiteren ist das Ende, da es sich um den ersten Band einer Quatrologie handelt noch recht offen und es bleiben natürliche viele Fragen offen, auch wenn ebenfalls viele beantwortet wurden. Für mich blieb der Roman auf jeden Fall sehr spannend, da eine der wichtigsten Fragen sehr lange offen bleibt, wobei man dem Band jedoch anmerkt, dass er erst der Auftakt zu einer sehr langen Reihe ist, denn es bleiben deutlich mehr Fragen offen, als geklärt wurden. Jedoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und es macht eindeutig Lust auf mehr, auch wenn ich hoffe, dass der nächste Band es schafft wirklich noch tiefer in die Handlung einzudringen, denn wie es weitergehen wird, möchte ich unbedingt erfahren.
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