Garp und wie er die Welt sah

The World According to Garp

Garp und wie er die Welt sah

Autor John Irving Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-06815-3
Übersetzung Jürgen Abel Erscheinungsdatum (D) 01.03.12   
Erschienen 1978  Seiten 840

Inhalt

Dies ist die Geschichte von T.S. Garp, dem 1944 geborenen, unehelichen Sohn der Feministin Jenny Fields, der unter höchst ungewöhnlichen Umständen gezeugt wurde. Seine Mutter, eine Krankenschwester aus Überzeugung und ihrer Zeit weit voraus, ist fest entschlossen, ihren Sohn ohne Mann, dafür aber mit aller der ihr zur Verfügung stehenden Liebe großzuziehen. Um ihm ein geeignetes Umfeld zu verschaffen, nimmt sie eine Stelle an der Steering School, einer Schule für Jungen an, an der Garp die ersten wichtigen Erfahrungen seines jungen Lebens macht. Er schließt Freundschaften, lernt das Ringen, verliebt sich und macht seine ersten sexuellen Erfahrungen.

Als er und Jenny die Steering School schließlich verlassen und auf unbestimmte Zeit nach Wien reisen, beginnen sowohl Garp als auch seine Mutter zu schreiben. Doch während Garps Roman langsam vor sich hindümpelt, legt Jenny mit ihrem ersten Buch ein rasantes Tempo vor und bringt es schon kurz nach dessen Erscheinen zu großem Ruhm. Zurück in der Heimat heiratet Garp, schreibt weiterhin seine irrwitzigen Geschichten, zeugt Kinder und lebt ein besonderes Leben voller Wahnsinn, Kummer, Komik und einer schier überbordenden Liebe zu all jenen, die ihm am Herzen liegen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 6 von 5 Bs „Garp und wie er die Welt sah“ ist der Roman, der John Irving einst zu Weltruhm verhalf – und das nicht ohne Grund! In dieser bereits 1978 erschienen Geschichte vereint sich all das, wofür Fans des Autors John Irving so lieben. Kaum einer ist in der Lage auf so unnachahmliche Weise aberwitzige, vielschichtige und schräge Geschichten zu erzählen, wie John Irving das kann. „Garp und wie er die Welt sah“ ist provokant, weise, abgründig und dabei ebenso traurig wie witzig. Von der ersten Seite an fesselt Irvings Erzählstil, ist man von seinen kuriosen Ideen fasziniert und kann einfach nicht anders, als schallend zu lachen – so etwa angesichts der bizarren Schilderung von Garps Zeugung. Mit dieser Hauptfigur hat der Autor beinahe so etwas wie eine Legende erschaffen, Garp strotzt nur so vor Leben und Skurrilität. Doch auch alle weiteren Figuren dieser grandiosen Geschichte erscheinen einem wie eine Offenbarung, so lebensnah und zugleich fremdartig tauchen sie auf und sind doch irgendwann nicht mehr wegzudenken.

„Garp und wie er die Welt sah“ ist ein Roman, der zutiefst berührt, der seine Leser mitnimmt auf eine aberwitzige und spannende Reise, die er so schnell nicht wieder vergessen wird. Irving überzeugt mit seinem virtuosen und humorvollen Erzählstil, der schillernde Welten vor dem inneren Auge erstehen lässt. Man kann einfach nicht anders, als diesen unvergesslichen Roman als pure Magie zu bezeichnen – möge die fantastische Welt Garps auf ewig das literarische Firmament beleuchten!

Wissenswertes

„Garp und wie er die Welt sah“ erschien 1979 erstmals in deutscher Sprache. Die Übersetzung wurde für die vorliegende Ausgabe von Astrid Arz, Barbara Auer, Kati Hertzsch und Anna von Planta überarbeitet.

„Garp und wie er die Welt sah“ wurde von George Roy Hill mit Robin Williams und Glenn Close in den Hauptrollen verfilmt.


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