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Still von Zoran Drvenkar

 

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Sie und Er

Leielui

Sie und Er

Autor Andrea De Carlo Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-06809-2
Übersetzung Maja Pflug Erscheinungsdatum (D) 01.03.12   
Erschienen 2010  Seiten 656

Inhalt

Daniel ist Schriftsteller, zweimal geschieden, Vater zweier halbwüchsiger Kinder und mehr als desillusioniert, was das Leben, das Schreiben und vor allem die Liebe angeht. Die Amerikanerin Clare hat es der Liebe wegen nach Italien verschlagen, doch für sie ist Liebe vor allem Sicherheit – weshalb sie mit dem Anwalt Stefano liiert ist. Er, ein wahres Kontrollfreak, scheint am besten zu wissen, was für Clare gut ist – und meint deshalb, die Fäden ihres Lebens in seinen Händen halten zu müssen.

Bei einem Autounfall lernen sich Daniel und Clare kennen. Er hat eine halbe Flasche Wodka intus und fährt im Mailänder Stoßverkehr zielsicher in Stefanos Auto hinein. Diese erste Begegnung könnte unromantischer kaum sein, doch obwohl einige Zeit bis zum nächsten Zusammentreffen der beiden vergeht, gibt es da etwas, was weder Clare noch Daniel loslassen will. Der von seinen zahllosen Affären eigentlich völlig abgestumpfte Daniel sieht etwas in Clare, das keiner ihrer vorigen Männer in der Lage war, wahrzunehmen. In Clares kleinem Häuschen in Ligurien, das für sie so etwas wie eine Zuflucht vor Stefanos ständiger Kontrolle ist, kommt es zu einem erneuten Zusammentreffen der beiden, das der Anfang einer großen Liebesgeschichte sein könnte…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 6 von 5 Bs Mit „Sie und Er“ hat der Italiener Andrea De Carlo eine wunderschöne Liebesgeschichte erschaffen. Frei von Kitsch und gängigen Klischees erzählt er vom Aufeinandertreffen zweier Suchender, die gar nicht wissen, dass und vor allem wonach sie auf der Suche sind und trifft mit dieser Geschichte mitten ins Herz seiner Leser. Nach schwülstigen Liebesbezeugungen, schon viel zu oft gehörten romantischen Schilderungen oder gar überspitzten erotischen Szenen sucht man hier allerdings vergebens. De Carlo erzählt vielmehr von zwei vom Leben enttäuschten Menschen, die in der Lage sind, hinter der Fassade des jeweils anderen sein wahres Gesicht – und damit ein Spiegelbild von sich selbst – zu sehen. Die Worte, die er dabei wählt, entbehren jeglichen Kitsches, sie erreichen in ihrer Ehrlichkeit und Authentizität eine ganz besondere Ebene des Lesers, was unglaublich berührend und echt ist.

Auch wenn „Sie und Er“ vordergründig eine Liebesgeschichte ist, geht es doch vor allem um die Suche nach sich selbst, nach den Motiven, die uns antreiben und nach den wirklichen Mustern unseres Seins. Wer bin ich? Was macht mich lebendig? Und wo finde ich den, der mich so sein lässt, wie ich bin? Mit diesen Fragen setzt sich Andrea De Carlo in seinem neuen Roman auseinander und entführt seine Leser in eine atemberaubende Geschichte, die mehr und mehr dem Drehbuch zu einem packenden Film gleicht. Klare, echte Worte, eine latente erotische Spannung und eine unglaubliche Tiefe der Emotionen zeichnen „Sie und Er“ aus und zeigen erneut, welch großartiger Erzähler Andrea De Carlo ist.

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Kommentare


Kommentare

Susanne schreibt am 16.03.12, 09:53
Vielen Dank für die wunderbare Kritik, das trifft es wohl ganz ganz genau!!
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