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Kommende Buchkritiken
Der Wind bringt den Tod
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Autor
Ole Kristiansen
Genre Thriller
Verlag dtv ISBN 978-3-423-21376-9 Erscheinungsdatum (D) 01.06.12 Seiten 495 |
Inhalt
Nach außen hin führt Jule Schwarz das perfekte Leben: In ihrem Job hat sie sich erfolgreich nach oben gearbeitet und auch ansonsten macht sie ganz den Eindruck einer Vorzeige-Single-Frau. Doch Jule trägt schwer an einer Schuld, von der außer ihr kaum jemand weiß. Vor Jahren war sie mit ihrem Auto in einen tödlichen Unfall verwickelt, weshalb sie seither in kein Auto mehr steigt. Mithilfe ihres Therapeuten arbeitet sie daran, ihr Leben wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen, und als sie für ihre Firma ein Windparkprojekt in einem abgelegenen Dorf umsetzten soll, scheint der richtige Moment da, sich endlich wieder hinter das Steuer eines Autos zu setzen. Denn ihr Chef hat schon einen Firmenwagen für Jule organisiert, damit sie nach Odisworth gelangen kann – und um den Sprung auf der Karriereleiter zu sichern, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich hinters Steuer zu setzen.
Doch kaum in Odisworth angekommen, sieht sich Jule bereits wieder mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert. Ihre mühsam aufrecht erhaltene Fassade bekommt die ersten Risse, als sie von einer eben erst aufgefundenen Frauenleiche erfährt, die ihr selbst zum Verwechseln ähnelt. Doch das ist erst der Anfang, denn noch ahnt Jule nicht, dass der Mörder längst auf sie aufmerksam geworden ist…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Deutschen Krimis und Thrillern haftet vielfach das Klischee an, behäbig erzählt und schwerfällig inszeniert zu sein. Leider trifft dies stellenweise auch auf Ole Kristiansens „Der Wind bringt den Tod“ zu. Dieser Thriller, der vor der Kulisse des rauen, hohen Nordens Deutschlands spielt, weiß weder durch seinen eloquenten Schreibstil noch durch ein besonders hohes Maß an Spannung zu überzeugen. Im Gegenteil wartet die erste Hälfte des Romans mit kaum wahrnehmbaren Spannungselementen auf, was sich dann erst im zweiten Teil merklich ändert. Kristiansen präsentiert seinem Leser gleich mehrere potentielle Verdächtige, was dessen Kombinationsgabe ordentlich anheizt und zum Miträtseln animiert. Dieser Vorzug wird allerdings durch eine manchmal unglaubwürdige Figurenzeichnung wieder relativiert, denn die Handlungen einzelner Charaktere sind nicht immer wirklich nachvollziehbar.
Die Geschichte ist, wenn auch nicht ganz neu, so doch stimmig und überzeugend konstruiert, auch wenn die eine oder andere Wendung etwas zu bemüht wirkt. Die Schilderung der Biederkeit des nach außen perfekten Dorfidylls ist Kristiansen gut gelungen, hier wird der eine oder andere sicherlich Parallelen zu eigenen Erlebnissen entdecken.
Alles in allem ist „Der Wind bringt den Tod“ ein durchschnittlicher Thriller mit einem zwar nicht gänzlich unerwarteten, aber dennoch packenden Ende geworden, dem das eine oder andere Spannungselement vor allem in der ersten Hälfte ganz gut getan hätte.
