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Stimmen in der Nacht
All The Truth
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Autor
Laura Brodie
Genre Roman
Verlag dtv premium ISBN 978-3-423-24912-6 Übersetzung Britta Mümmler Erscheinungsdatum (D) 01.06.12 Erschienen 2012 Seiten 340 |
Inhalt
Professor Emma Greene ist Dozentin am renommierten Holford College einer kleinen amerikanischen Universitätsstadt. Als sie eines Abends drei Studenten von ihrem einsam gelegenen Grundstück vertreiben will, endet das in einem Ausbruch der Gewalt. Ihre kleine Tochter Maggie, mit der Emma an diesem Abend allein im Haus ist, muss alles mit ansehen und weigert sich hinterher, über die Ereignisse zu sprechen. Sie geht von nun an regelmäßig zu einem Therapeuten und fast scheint es, als habe sie die grauenvollen Erlebnisse hinter sich gelassen.
Doch neun Jahre nach dem verhängnisvollen Abend drängen die Ereignisse von einst wieder an die Oberfläche. Die fünfzehnjährige Maggie wird von Albträumen gequält und ihre Schulleistungen verschlechtern sich zusehends. Vor allem der Matheunterricht ist ein Gräuel für Maggie, denn irgendetwas scheint mit ihrer neuen Mathelehrerin Grace Murdock nicht zu stimmen. Nie schaut sie ihrer Schülerin direkt ins Gesicht und verhilft ihr auf fast schon plumpe Art und Weise zu guten Noten. Irgendetwas an Grace Murdock löst in Maggie jene alten Erinnerungen und Ängste aus, die sie doch schon überwunden zu haben vermeinte. Immer intensiver wird für Maggie die Frage, was in jener Nacht tatsächlich geschah…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Laura Brodie präsentiert mit „Stimmen in der Nacht“ einen unglaublich dichten Roman, der sich mit der Frage befasst, welche Kette von Ereignissen eine zunächst unbedachte Tat nach sich ziehen kann. Es geht um große Themen wie Schuld und Sühne, um Reue und Vergebung. Dabei ist dem Leser zunächst nicht klar, in welchem Genre er sich gerade befindet, was wie ein Thriller beginnt, gipfelt schließlich in einer Studie über Gewalt und Gegengewalt. Fast scheint es, als könne die Autorin sich selber nicht recht entscheiden, wohin ihre Geschichte denn nun tatsächlich führen soll, was sich als irritierender Schwachpunkt dieses Romans darstellt.
In einem schockierenden Augenblick nimmt die Geschichte eine völlig unerwartete Wendung, was der Tat und den zugrunde liegenden Motiven ein ganz neues Gesicht verleiht. Die Stimmen und unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten kreieren eine vielschichtige Schilderung der verhängnisvollen Ereignisse, was diesem Roman vielerlei Facetten verleiht. Auch wenn nicht alle Handlungsweisen unbedingt nachvollziehbar sind, fügen sich die unterschiedlichen Perspektiven am Ende doch zu einem stimmigen und auch überraschenden Ganzen zusammen.
