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Kommende Buchkritiken
Das Seil
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Autor
Stefan aus dem Siepen
Genre Roman
Verlag dtv premium ISBN 978-3-423-24920-1 Erscheinungsdatum (D) 01.06.12 Seiten 180 |
Inhalt
In einem abgelegenen Dorf inmitten von undurchdringlichen Wäldern leben einige Bauern mit ihren Familien ein abgeschiedenes, aber dennoch zufriedenes Leben. Ihr Alltag ist bestimmt vom Lauf der Jahreszeiten, von Aussaat, Wachstum und Ernte, und die meisten von ihnen haben sich in ihrem Leben ganz gut eingerichtet. Eines Abends findet einer von ihnen, Bernhardt, am Waldrand ein Seil. Ein belangloser Fund auf den ersten Blick, der aber schlagartig das Leben der Dorfbewohner verändern soll. Denn als Bernhardt dem Verlauf des Seils in den Wald hinein folgt, muss er schnell feststellen, dass er nirgends das Ende des Seils finden kann.
Nicht nur Bernhardt ist neugierig, wohin das mysteriöse Seil führen könnte und schon am nächsten Tag beschließen die Männer des Dorfes, sich auf den Weg in den dichten Wald zu machen, um das Geheimnis des Seils zu ergründen. Die Frauen bleiben mit nur einem Mann, der auf sie aufpassen soll und einem Verletzten zurück. Doch auch nach Stunden der Wanderung ist kein Ende des Seils in Sicht, und während die Frauen sehnsüchtig auf die Heimkehr ihrer Männer warten, geraten die immer mehr in den verhängnisvollen Bann des Seils. Noch ahnen sie nicht, dass von ihrem Handeln die Existenz des gesamten Dorfes abhängen wird…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Auf nur 176 Seiten gelingt es Stefan aus dem Siepen, eine gewaltige, erschreckende und düstere Geschichte zu entwerfen, die den Leser unaufhaltsam in einen unheimlichen Sog zieht. Es ist ein harmloses Seil, das die Existenz eines ganzen Dorfes zerstören könnte, das aus gestandenen und verantwortungsbewussten Männern willenlose Abenteurer macht. Dieses Seil befördert die finsteren und verachtungswürdigen Abgründe der Protagonisten zutage, lässt aus Menschen mit Gewissen rohe Halunken werden. Dabei beginnt alles so harmlos und scheinbar harmonisch. Aus dem Siepen lässt aus einem sonnendurchfluteten und idyllischen Fleckchen allmählich einen finsteren und hoffnungslosen Ort werden. Das alles gelingt ihm mit einer beinahe poetischen Sprache, die, je weiter die Handlung voranschreitet, die Abgründe immer deutlicher werden lässt.
Es ist eine Parabel auf die stets vorhandenen menschlichen Obsessionen, die der Autor in meisterhafter Art und Weise zu erzählen weiß. Er lässt seine Leser Zeuge davon werden, wie etwas Unbegreifliches und Unfassbares in eine wohlgeordnete Welt einbricht, wie das Chaos sich unaufhaltsam ausbreitet und Dinge geschehen, die nie wieder rückgängig zu machen sind. Eine Beklemmung ergreift allmählich Besitz von einem, die kaum in Worte zu fassen ist und die das brutale Ende unausweichlich macht.
Ein grandioser Roman eines deutschen Autors, dessen Namen man sich unbedingt merken sollte!
