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Kommende Buchkritiken
Die Geschichte des Wassers
La memoria del agua
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Autor
Teresa Viejo
Genre Roman
Verlag Pendo ISBN 978-3-866-12263-5 Übersetzung Kirsten Brandt Erscheinungsdatum (D) 27.02.12 Erschienen 2009 Seiten 480 |
Inhalt
Im Nachlass seiner verstorbenen Mutter stößt Álvaro de Llano auf eine vergilbte Fotografie und einen nie geöffneten Brief, der ihm ein völlig neues Bild seines Vaters vermittelt, den er selbst nie kennen lernte. Dieser Brief führt ihn zu einer alten Dame – Amada Montemayor – die eine geheime Verbindung zu den beiden Personen zu haben scheint, die auf der Fotografie abgebildet sind. Zunächst widerstrebend, erzählt Amada Álvaro die Geschichte von „La Isabela“, dem spanischen Kurbad, das einst das Paradies ihrer Kindheit war und von dem heute noch kaum jemand etwas weiß, das auf dem Grunde eines Sees in völlige Vergessenheit geraten ist.
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts verbrachte Amada Montemayor die Sommer ihrer Kindheit in diesem mondänen Kurbad, dessen Besitzer ihr Vater, Ernesto Montemayor, war. Sein Traum war es, „La Isabela“ zu einem der bedeutendsten Kurbäder Spaniens zu machen. Amada erzählt ihrem Gast von den festlichen Tanzveranstaltungen, den tragischen Liebesgeschichten und den handfesten Skandalen, die unter den Teppich gekehrt wurden. Der Selbstmord einer der Kurgäste und der nachfolgende Fund einer kopflosen Leiche waren quasi der Anfang vom Untergang von „La Isabela“. Es war der Tag, an dem sich das Wasser im Kurhaus rot färbte und der Fluch von „La Isabela“ Amada und die Ihrigen heimzusuchen begann…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Die spanische Autorin Teresa Viejo legt mit „Die Geschichte des Wassers“ einen farbenfrohen, sinnlichen und von Leben pulsierenden Roman vor, mit dem sie beweist, dass sie sich mühelos in die Riege großer Landsmänner wie Javier Marías oder Carlos Ruiz Zafón einreihen kann. Viejo entführt uns in eine längst vergangene Zeit zurück, in ein Spanien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zu einem mondänen Schauplatz voller Intrigen, Lust und Leidenschaft. Es war die Zeit vor dem Spanischen Bürgerkrieg und der Franco-Ära, in der das Leben in „La Isabela“ leicht und unbeschwert war – für die meisten zumindest. Aus der Sicht der damals 13jährigen Amada wird der Leser Zeuge von dunklen Geheimnissen, heimlichen Rendezvous und dramatischen Ereignissen. Im typischen Stil der spanischen Erzähler entführt Viejo ihre Leser in eine opulente Welt, und die Wahl ihrer Worte, ihr bildreicher Schreibstil, kann man nur als eine Offenbarung bezeichnen.
Diese Geschichte wimmelt nur so von interessanten, zwielichtigen, finsteren und faszinierenden Charakteren. Die Figurenzeichnung der Autorin ist meisterhaft und lässt die Protagonisten dieses Romans förmlich vor dem geistigen Auge zum Leben erwachen. Mit „Die Geschichte des Wassers“ erzählt uns Viejo eine unglaublich fesselnde und spannende Geschichte, die, verwoben mit den historischen Ereignissen der damaligen Zeit, einen regelrechten Suchtcharakter entwickelt. Die Geister von Amada Montemayors Vergangenheit werden mehr und mehr zu den eigenen und lassen einen lange nicht mehr aus ihren Fängen.
