Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- Dez.
- Alle Rache will Ewigkeit
- Dez.
- City of Fallen Angels
- Dez.
- Judaswiege
- Jan.
- Aleph
- Jan.
- Blauer Montag
- Jan.
- Cassia & Ky 2
- Jan.
- Das Skript
- Jan.
- Der Anschlag
- Jan.
- Immortal Beloved 2
- Jan.
- Offenes Grab
- Feb.
- Das Alphabet Haus
- Feb.
- Die Bestie von Sanok
- Feb.
- Die sterblich Verliebten
- Feb.
- Heldenwinter
- Feb.
- London Killing
- Feb.
- Schwarze Blumen
- Feb.
- Vergeltung
- März
- Räuberleben
Kommende Buchkritiken
- Dez.
- Die Kriminalromane
- Dez.
- Wasserland
- Jan.
- Die Königsmörder-Chronik 3
- Feb.
- Die Feuerkämpferin 3
- Feb.
- Die Geschichte des Wassers
- Feb.
- Die Hunt-Chroniken 2
- Feb.
- Entführt
- Feb.
- Garp und wie er die Welt sah
- Feb.
- Hyddenworld
- Feb.
- Sie und er
- Zur Vorschau
Booksection.de unterstützt PETA
Der Anschlag
11/22/63
|
Autor
Stephen King
Genre Roman
Verlag Heyne ISBN 978-3-453-26754-1 Übersetzung Wulf Bergner Erscheinungsdatum (D) 23.01.12 Erschienen 2011 Seiten 1056 |
Inhalt
Der Lehrer Jake Epping ist frisch geschieden und lebt ein völlig durchschnittliches Leben – bis zu dem Tag, an dem ihm sein schwerkranker Freund Al ein brisantes Geheimnis enthüllt: Durch eine Art Riss in der Zeit hat er zufällig einen Weg gefunden, ins Jahr 1953 zurückzugehen. Al benutzt dieses Portal schon seit Jahren, doch seine schwere Krebserkrankung lässt ihm nun nicht mehr viel Zeit. Doch Al hat einen Plan, den er, koste es, was es wolle, in die Tat umsetzen möchte: Jake soll für ihn in die Vergangenheit gehen und das Attentat an John F. Kennedy verhindern. Somit soll die Entwicklung der Geschichte positiv verändert werden. Jake lässt sich auf das irrwitzige Vorhaben ein, weiß aber auch, dass er während seiner Mission nicht zwischen den Zeiten hin und her wechseln darf – denn sonst würde alles wieder zurück auf Anfang gehen.
Es ist ein komplett anderes Leben, das Jake 1953 vorfindet, ein Leben, das nichts mit dem Jahr 2011 gemein hat, aus dem Jake kommt. Es sind die Swinging Sixties mit bunten Highschool-Tanzveranstaltungen, schwingenden Petticoats und großen Straßenkreuzern. Hier trifft Jake zum ersten Mal auf den Einzelgänger Lee Harvey Oswald und verliebt sich in die Bibliothekarin Sadie Dunhill. Doch indem Jake seinem Ziel, den Mord an Kennedy zu verhindern, immer näher rückt, muss er sich doch mehr und mehr eingestehen, dass die Vergangenheit alles tut, um das zu verhindern. Und jede kleine Veränderung an der Vergangenheit hat Folgen für Jake – und seine große Liebe Sadie…
Buchkritik von Stefanie Rufle
In seinem monumentalen Roman „Der Anschlag“ geht Stephen King einer ebenso faszinierenden wie erschreckenden Idee auf den Grund: Was wäre, wenn wir die Möglichkeit hätten, ein maßgebliches Ereignis in der Vergangenheit zu verändern? Welche Auswirkungen hätte das auf die Gegenwart und vor allem auf die Entwicklung der Geschichte? Der Mord an John F. Kennedy ist mit Sicherheit ein solches gravierendes Ereignis in der Weltgeschichte und es gibt wohl kaum jemanden, der von diesem Attentat und seinen Folgen nicht in irgendeiner Form fasziniert wäre. Doch was bei „Der Anschlag“ von Anfang an stört, ist die Tatsache, dass weder Jake noch sein Freund Al einen Zweifel daran lassen, dass mit Kennedy als Präsident in jedem Fall alles besser geworden wäre, dass der Koreakrieg und viele weitere schreckliche Kriege niemals zustande gekommen wären. Auch wenn King diese These im Verlauf seiner Geschichte relativiert, erscheint es doch wenig überzeugend, dass weder Al noch Jake offensichtlich je daran gezweifelt haben. Hier schwingt eine gewisse Portion amerikanischer Patriotismus mit, die diesem Roman etwas an Tiefgründigkeit raubt.
Dennoch fesselt einen Jakes Reise ins Jahr 1953 von Seite zu Seite mehr, zerbricht man sich mit ihm den Kopf darüber, ob Lee Oswald nun ein Alleintäter war, oder ob er Komplizen hatte. Doch auch in diesem Punkt geht King zu wenig in die Tiefe, beschäftigt er sich zu wenig mit der Frage, ob Oswald nicht in Wirklichkeit nur ein Sündenbock war. Was indes unglaublich fasziniert, sind die Gedankenspiele über den so genannten Schmetterlingseffekt, der besagt, dass eine nur minimale Veränderung in der Vergangenheit gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung der Geschichte haben könnte.
„Der Anschlag“ ist ein faszinierender Roman, in dem Stephen King einmal mehr beweist, wie spielend leicht es ihm gelingt, mit den Ängsten seiner Leser zu spielen und dabei packende Geschichten zu erzählen. Auch wenn er zu Anfang zu wenig konsequent mit der Grundidee umgeht, macht er am Ende aber durch überraschende Wendungen wieder viel an Boden gut.

