Mias Traumbär

Mias Traumbär

Autor Beong-gi Bae, Seung-min Oh Genre Bilderbuch
Verlag aracari
ISBN 978-3-905945-22-5
Übersetzung Mirja Maué Erscheinungsdatum (D) 24.08.11   
Erschienen 2008  Seiten 36

Inhalt

Die kleine Mia lebt am Rande einer großen Stadt in Korea. Mias Familie ist arm, und das kleine Mädchen besitzt keine Spielsachen außer einem Bilderbuch. Weil Mama und Papa beide arbeiten müssen, ist Mia viel alleine in ihrem Zimmer im Keller, wo sie immer wieder in ihrem Bilderbuch blättert. Es handelt von einem großen, weißen Bären, und Mia kennt die Bilder darin schon in- und auswendig. Sie wünscht sich auch so einen Freund, wie den weißen Bären, der groß und stark ist und sie fest in seine Arme schließt. Während es schon sehr spät ist und Mia immer noch auf Papa und Mama wartet, steht der Bär plötzlich vor ihr und begrüßt das kleine Mädchen freundlich.
Der Bär fragt Mia, was sie gerne machen würde und ihr größter Wunsch ist, ihre Mama zu sehen und sie mit nach Hause zu nehmen. Der Bär schnuppert an dem roten Pullover, der Mias Mama gehört und macht sich mit Mia auf die Suche nach ihr, quer durch die große Stadt. Es ist ein langer Weg, und Mia und ihr Freund haben viele Hindernisse zu überwinden, ehe Mia und ihre Mama einander in die Arme schließen können…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Es ist eine sehr ernste und auch tief traurige Geschichte, die Beong-gi Bae in „Mias Traumbär“ erzählt. Für uns Nordeuropäer ist es manchmal kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen Kinder in anderen Teilen der Welt, wie hier in Korea, aufwachsen. Dieses Bilderbuch gewährt einen Einblick in den Alltag eines koreanischen Mädchens und sollte wegen der ernsten und auch teilweise deprimierenden Aussage nur älteren Vorschulkindern gezeigt werden. Doch auch bei fünf- bis sechsjährigen Kindern ist hier eine gute Begleitung von Erwachsenen sehr wichtig, denn diese Geschichte wird bei den kleinen Lesern viele Fragen und vielleicht auch Ängste aufwerfen, die im Gespräch bearbeitet werden müssen. Auch die wunderschönen Illustrationen von Seung-min Oh spiegeln den traurigen Alltag der kleinen Mia sehr intensiv wider, wodurch die streckenweise sehr traurige Aussage der Geschichte noch unterstrichen wird.

Auf der anderen Seite steht allerdings auch eine große Hoffnung, die Hoffnung Mias auf einen Freund, der alles gutmachen wird für sie und ihre Eltern. Auch wenn sich ihre Erlebnisse mit dem Bären am Ende nur als ein Traum herausstellen, macht die Geschichte doch deutlich, dass es immer einen Hoffnungsschimmer gibt und dass uns nichts anderes bleibt, als unser jeweiliges Leben anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Gerade für unsere Kinder, die oftmals in Luxus und Überfluss aufwachsen, dürfte es außerdem eine wichtige Erfahrung für ihre Entwicklung sein, dass es Kinder gibt, die nicht mehr Spielsachen als ein zerlesenes Bilderbuch besitzen, das sie wie ihren Augenstern hüten.
Auch für Erwachsene könnte „Mias Bär“ mit seinem ansprechenden Bildern und seinen wunderschönen Illustrationen ein kleiner Schatz sein.

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