Judaswiege

folgt

Judaswiege

Autor Ben Berkeley Genre Thriller
Verlag Piper
ISBN 978-3-49227-291-9
Übersetzung folgt Erscheinungsdatum (D) 01.12.11   
Erschienen 2011  Seiten 448

Inhalt

Im Jahr 2004 verschwindet Jessica von Bingen spurlos. Über Jahre bleibt unklar, wo sie ist und ob sie überhaupt noch lebt. Fünf Jahre später fängt eine weitere Serie von Entführungen an und Bilder der toten Jessica tauchen im Internet auf. Nach geraumer Zeit ist klar, dass es sich hierbei um einen Serientäter handelt, der über das ganze Land verteilt Frauen entführt und grausam zu Tode foltert. Der Polizeipsychologe Burke ermittelt zusammen mit seiner Crew und inoffiziell mit der gerade aus dem Gefängnis entlassenen Klara Swell, die es wie keine andere versteht, in Gebäude einzusteigen und Informationen zu besorgen, die sonst dem FBI verschlossen geblieben wären. Weiterhin an der Auflösung der Morde interessiert ist der Anwalt Stein mit seiner Assistentin Pia, die sich wiederum in den verwitweten Adrian von Bingen verliebt. Alle gemeinsam versuchen, den äußerst organisiert arbeitenden Täter zu finden. Perfide und eiskalt präsentiert dieser weiterhin seine Folterungen im Internet und ruft damit zusätzlich Anhänger einschlägiger Foren auf den Plan, die erkennen müssen, dass es sich bei diesen Videos tatsächlich nicht um die gewöhnlichen einvernehmlichen Folterungsszenen handelt, sondern um grausame Spiele eines Wahnsinnigen. Doch die Jagd gestaltet sich zäh und nur mit viel Finesse und gewagten Aktionen kommen die Akteure der Wahrheit näher...

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 3 von 5 Bs Der Autor Ben Berkeley lebt in Amerika, hat jedoch deutsche Eltern. Nichtsdestotrotz könnte sein Buch amerikanischer nicht sein. Langsam kann man dieses Heroendenken als deutscher Leser nicht mehr ertragen. Ein Buch mehr, bei dem es die omnipotente, schlagkräftige und durchtrainierte Heldin gibt, zudem den unvermeidbaren Psychologen, bei dem auch nicht alles so läuft wie es sollte, die große Liebe, den schlauen Anwalt und die filmreifen Ausbruchszenen aus Gefängnissen und Einbruchszenen in verschiedene Gebäude. Nicht zu vergessen den selbst genähten Tarnanzug, die ausklappbare Metallbrücke zur Flucht über Gefängniszäune, die „zufälligen“ Hinweise Unbeteiligter, die dann wundersamerweise richtungweisend sind, die hoch technologisierte Ermittlerwelt und nicht zuletzt die explodierende Autobombe. Ach Herrgott, hatten wir das nicht alles schon tausendfach? Gibt es nichts Neues? Warum um alles in der Welt ist es den meisten amerikanischen Autoren so wichtig, immer und immer wieder Superhelden zu erschaffen, die allen Widrigkeiten trotzen? Weil es im Alltag keine Superhelden gibt und wir so viel Sehnsucht danach haben? Mag sein. Aber bei dieser Geschichte des Jungautors ist es einfach mal zu viel. Sicherlich gibt es schlechter konstruierte Geschichten, langweiligere Plots und farblosere Protagonisten, aber das wiederum reicht nicht, um einen Leser wirklich fesseln zu können, um ihn die Geschichte mitleben zu lassen, um – lange Rede kurzer Sinn – dafür zu sorgen, dass das Lesen des Buches einfach Spaß macht. Denn darum geht es doch schlussendlich. Das ist das, was ein Leser erwartet. Dieses Buch jedoch erfüllt leider nur sehr bedingt diese Erwartung.

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