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Kommende Buchkritiken
Zu guter Letzt
At last
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Autor
Edward St Aubyn
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-349-205434-8 Übersetzung Sabine Hübner Erscheinungsdatum (D) 29.09.11 Erschienen 2011 Seiten 224 |
Inhalt
Es ist die Beerdigung seiner Mutter, und Patrick weiß nicht so recht, wo seine Gefühle einzuordnen sind: Erleichterung? Leichte Anwandlungen von Melancholie? Oder gar Verständnis für diese Frau, die all die Jahre nicht mehr und nicht weniger als eine Rabenmutter war? Während die einstige Multimillionärin Eleanor Melrose die Qualen der diesseitigen Welt hinter sich hat, trifft sich alles, was Rang und Namen hat zum Anlass ihrer Trauerfeier. Hier können Verwandte, Freunde und auch Eleanors Feinde noch einmal die Gelegenheit nutzen, Klatsch und Tratsch zu frönen, zu sehen und gesehen zu werden.
Auf der Party nach der Trauerfeier hat Patrick die Gelegenheit, nochmals über das Leben seiner verstorbenen Mutter, über ihre Ehe mit einem despotischen und grausamen Mann und die Rolle, die sie in seinem Leben als seine Mutter hatte, zu reflektieren…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Zu guter Letzt“ ist der fulminante und teilweise bitterböse Abschluss von Edward St Aubyns Melrose-Romanen. Patricks Reflektion über das Leben einer Mutter, die er eigentlich zutiefst verabscheut, ist eine gründliche und tief schürfende Auseinandersetzung mit einem alles umfassenden Trauma – dem Trauma Familie. Obwohl St Aubyn seine Dialoge teilweise so bitterböse schreibt, dass einem vor Entsetzen der Mund offen stehen bleibt, ist diese Abhandlung zum Thema Familie dennoch immer von Respekt geprägt. Patricks vermeintlich klares Bild seiner Mutter gerät zusehends ins Wanken, bis er am Ende in der Lage ist, alle Facetten dieser faszinierenden Persönlichkeit zumindest schemenhaft wahrzunehmen. Gekonnt schildert der Autor die Bedingungen eines Lebens, das bereits zu Ende gegangen ist und dennoch nach wie vor Einfluss auf das Leben anderer hat.
Mit klarer Sprache und ohne jede Schnörkel oder Beschönigungen gewährt St Aubyn Einblick in die Abgründe einer Familie, ohne je sentimental zu werden. Patricks Schicksal breitet sich erst allmählich vor dem inneren Auge des Lesers aus – und zieht den dann allmählich mit hinein in den Strudel von Gewalt, Vernachlässigung und Ablehnung. Mit seinem durch und durch schwarzen Humor macht der Autor am Ende eines ganz deutlich: Die Befreiung von den Altlasten der Eltern kann nur erfolgen, wenn die Kinder sich mit ihren eigenen Abgründen auseinander zu setzen beginnen.
