Dornenkuss

Dornenkuss

Autor Bettina Belitz Genre Jugendbuch
Verlag script5
ISBN 978-3-8390-0123-3
Erscheinungsdatum (D) 01.11.11   Seiten 816

Inhalt

Die Ereignisse in Hamburg liegen nun einige Wochen zurück, doch verständlicherweise ist bei Ellie, ihren Freunden und ihrer Familie noch immer keine Ruhe eingekehrt: Ellies Vater ist noch immer verschollen und die bösartige Tessa noch immer am Leben. Ellie fühlt sich so erschöpft, wie noch nie in ihrem Leben, weiß jedoch, dass ihr die größte und vermutlich schlimmste Herausforderung noch bevorsteht. Sie hofft, in Italien nicht nur auf ihren Vater, sondern auch auf Tessa zu stoßen. Bevor die Reise jedoch losgehen kann, muss sie auf Colin warten, der versucht, eine Formel zu finden, mit der sich Tessa ein für allemal töten lässt. Obwohl Ellie mittlerweile um das Grauen weiß, das in der Welt der Mahre lauert, ist Colin und die Liebe zu ihm noch immer ihr einziger Lichtblick.
Als Ellie und ihre entschlossenen Anhänger dann tatsächlich nach Italien, in das Ferienhaus der quirligen Gianna aufbrechen, fühlt sich Ellie schon bald wie losgelöst. Das schöne Land, das Meer und die Hitze bescheren der aufgelösten Ellie eine Ruhe, nach der sie sich schon lange gesehnt hat. Gleichzeitig kommt sie den Mahren und deren Geheimnis immer besser auf die Spur. Je mehr sie sich jedoch mit ihrem Vorhaben Tessa zu töten auseinandersetzt, desto größere werden auch ihre Zweifel – vor allem auch an der Liebe zu Colin, die sie viel Kraft kostet…

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Bs Mit „Dornenkuss“ schließt Bettina Belitz ihre Trilogie rundum Ellie und Colin ab – und Abschied nehmen fällt immer schwer: Im Januar 2010 wurde die Reihe mit „Splitterherz“ grandios eröffnet. Belitz gelang es, sich fernab der kursierenden Vampirromanwelle ihren eigenen Platz im ‚fantastischen Jugendbuchgenre‘ zu sichern und frischen Wind in das Genre zu bringen. Mit dem zweiten Teil „Scherbenmond“ entwickelte sich die Geschichte merklich weiter und nahm neue Konturen an. War es in „Splitterherz“ noch die Liebesgeschichte zwischen Ellie und Colin, die den Mittelpunkt der Erzählung bildete, führte Belitz in „Scherbenmond“ neue Figuren ein und widmete sich mehr den gefährlichen Nachtmahren, womit sie für jede Menge Spannung sorgte. In „Dornenkuss“ verfolgt sie diese Richtung weiter und liefert damit ein turbulentes und spannungsgeladenes Trilogieende ab.

„Scherbenmond“ hat bereits vorbereitet, was im letzten Band der Fantasyreihe passieren wird. Ellies Vater ist noch immer verschollen, was vor allem Ellie und ihren Bruder Paul in große Unruhe versetzt und sie dazu veranlasst, sich auf die Suche nach ihm zu begeben. Vor allem gilt es jedoch, auch Tessa und deren bösartiges Treiben im Auge zu behalten. Alle sind sich einig, dass sie ein für allemal vernichtet werden muss. Tessa nimmt in „Dornenkuss“ daher eine sehr zentrale Position ein. Auf der Suche nach einer Formel, mit der man den mächtigen und uralten Nachtmahren töten kann, gibt es viel Spannendes über Tessa zu erfahren. Belitz taucht tief in Tessas Vergangenheit ein und beschert dem Leser damit interessante Einblicke. Ohnehin gibt es in „Dornenkuss“ viel Neues über die Mahre zu lernen. Wer das Gefühl hat, die mystischen Wesen in den ersten beiden Teilen nicht wirklich kennengelernt zu haben, bekommt im letzten Teil nun viele spannende Informationen rund um die nachtaktiven Wesen geliefert.

Ellie ist und bleibt jedoch der Anker der Erzählung. Aus ihrer Perspektive geschildert, durchlebt der Leser mit Ellie zusammen eine mehr als turbulente und gefährliche Reise nach Süditalien. Zeitweise nutzt Bettina Belitz die auf eine Person beschränkte Erzählperspektive, um den Leser ordentlich in die Irre zu führen. Als Ellie, mehr als verwirrt, den Überblick über die Situation zu verlieren droht, findet sich auch der Leser hilflos in der Geschichte wieder: Wem kann man noch trauen, und wem nicht? Vieles, das eigentlich offensichtlich war, wird in Frage gestellt und der Leser lange in spannender Unklarheit gelassen. Selbst wenn Ellies Handlungen nicht zu jeder Zeit wirklich sinnig erscheinen und sie immer wieder zu einer reichlich unsympathischen Protagonistin wird, so beweist Belitz in diesen Passagen dennoch ihr außergewöhnliches Erzähltalent. Letztlich findet sich nämlich für jedes noch so wirre Rätsel eine klare Lösung.

Schade ist, dass Colin in dem letzten Teil der Reihe kaum noch eine Rolle spielt. War er vor allem im ersten Teil zusammen mit Ellie noch Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, muss er in „Dornenkuss“ zugunsten der Geschichte zurücktreten. Obwohl es logisch erscheint, den verführerischen Nachtmahren in „Dornenkuss“ weniger zentral zu positionieren, sehnt man sich doch immer wieder nach den romantischen Szenen, die vor allem „Splitterherz“ noch zu einem solch tollen Lesevergnügen werden ließen.

Dennoch ist Bettina Belitz mit „Dornenkuss“ ein überzeugendes Ende ihrer Trilogie gelungen. Nach der letzten Seite denkt man voller Aufregung und Freude an all die Abenteuer zurück, die man zusammen mit den Protagonisten der Reihe durchlebt hat. „Splitterherz“, „Scherbenmond“, „Dornenkuss“: wer bislang noch nicht zu diesen drei Büchern gegriffen hat, der sollte es spätestens jetzt machen und sich dabei auf ein außergewöhnliches und andersartiges Leseereignis gefasst machen.

Wissenswertes

Diese Reihe umfasst bislang folgende Teile:
Splitterherz
Scherbenmond
Dornenkuss

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