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Kommende Buchkritiken
Im Eis
White Heat
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Autor
Melanie McGrath
Genre Thriller
Verlag Kindler ISBN 978-3-463-40594-0 Übersetzung Margarethe Längsfeld, Sabine Maier-Längsfeld Erscheinungsdatum (D) 16.09.11 Erschienen 2011 Seiten 464 |
Inhalt
Edie Kiglatuk ist eine Inuit-Frau und erfahrene Arktis-Jägerin. Auf Ellesmere Island begleitet sie Touristen auf ihren Jagd-Expeditionen. Mit der unwegsamen Einsamkeit der Arktis ist die Inuk-Spurensucherin bestens vertraut, weshalb sie den Auftrag bekommt, zwei Amerikaner auf ihrer Suche nach Abenteuer und Grenzerfahrungen zu begleiten. Doch dann kommt einer der beiden Männer zu Tode und Edie ist sich schnell sicher, dass es sich hier nicht um einen Unfall, sondern um ein Gewaltverbrechen handelt. Doch die Dorfältesten haben schon ihre eigene offizielle Version beschlossen: Sie bezeichnen den Tod des Amerikaners als Unglücksfall, da alles andere negative Folgen für das Tourismusgeschäft haben würde.
Kurz darauf wird Edie erneut als Führerin für zwei amerikanische Touristen engagiert, die sich auf den Spuren des viktorianischen Forschers Sir James Fairfax befinden. Zusammen mit den beiden Männern und ihrem Stiefsohn Joe bricht Edie auf und als sich die Gruppe aufteilt, kommt es zu einem neuerlichen Unglücksfall. Joe kehrt in einem sehr schlechten geistigen Zustand und völlig unterkühlt alleine zurück, von seinem Schützling hingegen fehlt jede Spur. Bald darauf nehmen die Geschehnisse eine derart dramatische Wendung, dass Edies gesamte Welt aus den Fugen gerät…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Im Eis“ ist ein Thriller, der in der Arktis angesiedelt ist und allein schon deshalb viele befremdliche und gänzlich unbekannte Elemente für uns Europäer bereithält. Hier essen die Menschen Robbenblutsuppe, müssen sich in Acht nehmen vor Eisbärenleber, die einen Vitamin A-Schock verursacht, fahren mit ihren Hundeschlitten über die einsamen Weiten der Arktis, gehen zum Eisfischen und schlagen sich anschließend eine Behausung aus Eisblöcken zurecht. So fremd wie diese eiskalte und raue Welt ist auch die Heldin Edie Kiglatuk. Eine derart toughe und unverwüstliche Frau, die selbst mit den schrecklichsten Unwägbarkeiten fertig wird, ist wohl noch kaum einem der Leser untergekommen. So sympathisch und originell diese Protagonistin auch sein mag, wirken viele ihrer Handlungen stellenweise einfach zu unglaubwürdig. Fast schon entsteht der Eindruck einer – wenn auch alkoholkranken – Superheldin, der es sogar noch an einen Stuhl gefesselt gelingt, sich durch die eiskalte Eislandschaft zu bewegen. Das ist manchmal einfach zu viel!
Die Geschichte an und für sich ist schlau erdacht, aber nicht schlüssig konstruiert. Manche Wendung ist dann doch sehr unglaubwürdig, was vielleicht damit zusammenhängen mag, dass man als Europäer die Mentalität der Inuit zu wenig kennt, um deren Verhalten beurteilen zu können. Das hat zur Folge, dass „Im Eis“ nicht durchgängig fesseln kann. Immer wieder gibt es Hänger innerhalb des Spannungsbogens, was sehr schade ist, denn eigentlich fiebert man zusammen mit Edie der Auflösung des Rätsels entgegen.
Alles in allem ist „Im Eis“ ein Thriller, der viel Aufschluss gibt über das Leben und die Bräuche der Inuit, aber mit einer nicht wirklich realistisch wirkenden Heldin immer wieder an Glaubwürdigkeit einbüßt.
