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Kommende Buchkritiken
Schloss aus Glas
The Glass Castle
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Autor
Jeannette Walls
Genre Roman
Verlag Diana ISBN 978-3-453-35135-6 Übersetzung Ulrike Wasel, Klaus Timmermann Erscheinungsdatum (D) unbekannt Erschienen 2005 Seiten 383 |
Inhalt
Jeannette Walls hat keine Kindheit, wie alle anderen Kinder. Ihr Vater, den sie abgöttisch liebt, steht dauernd vor dem Durchbruch bei einer seiner bahnbrechenden Erfindungen, er geht mit ihr auf Dämonenjagd und schenkt ihr zu Weihnachten einen Planeten. Er verspricht ihr, dass er eines Tages in der Wüste ein Schloss aus Glas für die Familie errichten wird. Jeannettes Mutter bezeichnet sich als Künstlerin, und sie ist davon überzeugt, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen sollen, auch wenn die oftmals schmerzhaft oder gar gefährlich sind. Jeannette ist ein glückliches Kind, ihr Leben kommt ihr wie ein einziges Abenteuer vor und es stört sie nur wenig, dass sie meistens mit leerem Bauch ins Bett gehen muss und ihre Kleider stets verschlissen und gebraucht sind.
Doch je älter Jeannette und ihre Geschwister werden, desto unhaltbarer werden die Umstände, unter denen sie leben müssen. Ihre Betten sind leere Pappkartons, die Behausungen der Familie werden immer heruntergekommener und Dad trinkt bald schon am frühen Morgen, weswegen er keine Arbeitsstelle behalten kann. In der Schule werden die Walls-Kinder dauernd gehänselt und drangsaliert und von Schulbroten können sie meistens nur träumen.
Erst, als Jeannette bereits eine erfolgreiche Journalistin ist und in einer Luxuswohnung in New York lebt, hat sie den Mut, zu ihrer Familie und ihrer Vergangenheit zu stehen und die Geschichte ihrer Kindheit zu erzählen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Schloss aus Glas“ ist die wahre Geschichte der Kindheit der Autorin Jeannette Walls und ein Buch, wie es anrührender, erschreckender und komischer nicht sein könnte. Stets ist man bei der Lektüre hin und her gerissen zwischen Lachen und Weinen, ist Walls’ Bericht doch geprägt von Liebe und Wehmut zu ihren Eltern und ihrem vergangenen Leben. Ständig schwankt man zwischen Bewunderung für diese unangepasste Familie und Fassungslosigkeit angesichts dessen, was diesen Kindern zugemutet wurde. Ohne Bitterkeit berichtet die Autorin von der verzweifelten Suche nach Essbarem, von Behausungen, bei denen die Decke einzustürzen drohte und von permanenter Verwahrlosung, die sie und ihre Geschwister zu Außenseitern machte. Auf der anderen Seite steht der unglaubliche Optimismus der Eltern, die selbst unter den schlimmsten Umständen noch etwas Gutes finden konnten, die ihren Kindern viele wichtige Dinge auf ihren Lebensweg mitgaben und die ihnen Mut machten, anders zu sein.
Jeannette Wells gelingt es, die Geschichte ihrer Kindheit so fesselnd zu erzählen, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen. Sie schreibt von einer Familie, deren Leben außerhalb gesellschaftlicher Normen und Konventionen stattfindet und stellt damit auch unser Bild von dem, was richtig und falsch ist, in Frage. „Schloss aus Glas“ zieht den Leser in einen merkwürdigen Bann und lässt ihn am Ende mit einer Mischung aus Trauer und Hoffnung zurück. Ein Buch zum Nachdenken und Hoffen, das man unbedingt gelesen haben sollte!
