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Kommende Buchkritiken
Der Katalane
The Bodega
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Autor
Noah Gordon
Genre Historischer Roman
Verlag Blessing ISBN 978-3-89667-367-1 Übersetzung Klaus Berr Erscheinungsdatum (D) 2008 Erschienen 2007 Seiten 492 |
Inhalt
Katalonien im Jahr 1870. Der junge Josep Àlvarez sieht in seinem kleinen Heimatdorf Santa Eulalia keine Zukunft für sich. Sein älterer Bruder Donat wird einmal das Weingut der Familie erben, weshalb Josep sich zusammen mit anderen Zweitgeborenen aus seinem Dorf als Soldat rekrutieren lässt. Doch dann wird er Zeuge eines schrecklichen Meuchelmordes, und ihm bleibt nur noch die Flucht. Es verschlägt ihn auf ein Weingut im französischen Languedoc, wo er die Kunst des Weinmachens erlernt. Als Josep vom Tod seines Vaters erfährt, wagt er die Rückkehr nach Santa Eulalia. Er kauft seinem Bruder und dessen Frau das väterliche Weingut ab und hofft, hier seine Kenntnisse anwenden und einen wirklich guten und vollmundigen Wein anbauen zu können.
Joseps Vater konnte aus diesen Trauben lediglich Essig gewinnen, doch dem Sohn scheint zu gelingen, was seinen Vorfahren nie geglückt ist. Der Lohn seiner harten und unermüdlichen Arbeit ist ein vorzüglicher Wein, den er auf dem Markt in Sitges verkaufen kann. Auch in der Liebe scheint dem jungen Mann das Glück hold zu sein: Er und seine Nachbarin Maria del Mar kommen einander näher, und auch zu Marias Sohn Francesc hegt Josep eine väterliche Zuneigung. Doch eines Tages taucht jener Mann in Santa Eulalia auf, der weiß, dass Josep der einzige noch lebende Zeuge des Mordes von vor vielen Jahren ist. Es scheint so, als müsste Josep sich nun seiner Vergangenheit stellen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Noah Gordon ist zweifelsohne einer der großen Meister des historischen Romans. Mühelos und mit leichter Hand gelingt es ihm, seine Leser in eine fremde, längst vergangene Zeit zu entführen und doch den Anschein zu erwecken, als wären sie selbst Teil seiner schillernden und faszinierenden Geschichten. Bestes Beispiel dafür ist der unvergessene „Medicus“, der Millionen von Lesern fesselte. Auch wenn „Der Katalane“ nicht die gleiche süchtig machende Sogwirkung wie „Der Medicus“ besitzt, gelingt doch die Reise ins ausklingende 19. Jahrhundert an einen kleinen Ort in Katalonien völlig mühelos und ganz selbstverständlich. Josep, die Hauptfigur diese Romans, ist charismatisch, sympathisch und facettenreich, so wie wir das von Noah Gordon kennen. Auch wenn „Der Katalane“ keine fesselnden Abenteuer oder den Puls beschleunigende Wendungen zu bieten hat, gelingt es dem Autor doch, den Spannungsbogen in jeder Sekunde aufrecht zu halten.
Gordon erzählt eine Geschichte, die Mut macht, die Geschichte eines armen Winzersohnes, dem es gelingt, mit seinem Glauben an sich und mit seiner Hände Arbeit, seinen Traum zu verwirklichen. Zeuge davon zu werden, wie Josep aus einem heruntergekommenen und verwahrlosten Weingut ein Schmuckstück entstehen lässt, macht einfach zu Spaß.
„Der Katalane“ ist ein farbenprächtiger und liebevoll gezeichneter historischer Roman, den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.
