Kein Drehbuch für die Liebe

Kein Drehbuch für die Liebe

Autor Marisa Hart Genre Roman
Verlag Himmelstürmer
ISBN 9-783-940-81821-5
Erscheinungsdatum (D) 21.07.10   Seiten 231

Inhalt

Dan und Tom, 16 und 17 Jahre, gehören zu den derzeit abgesagtesten Jungschauspielern Englands. In einem Mehrteiler übernehmen sie die beiden Hauptrollen, wodurch sie quasi über Nacht zu wahren Mädchenschwärmen mutiert sind. Obwohl ihre Filmfiguren verfeindet sind, sind Dan und Tom im wahren Leben gute Kumpels. Ihr geregeltes, freundschaftliches Verhältnis gerät erst dann aus den Fugen, als sich die beiden ineinander verlieben. Während Dan wahnsinnig unsicher ist und mit den Gefühlen für das gleiche Geschlecht zunächst nur schwer umgehen kann, hat Tom ganz andere Sorgen: Sein Ex-Freund Chris steht plötzlich wieder auf der Matte und macht ihm Avancen. Zudem geraten Dan und Tom ins Kreuzfeuer der Presse, die einen unangenehmen Blick in das Privatleben der beiden Schauspielstars wirft.

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Bs Die Liebe ist nicht immer einfach – erst recht nicht, wenn man sich mitten in der Pubertät befindet und sich, sowie seinen Körper erst einmal selbst erkunden und begreifen muss, um für die erste große Liebe bereit zu sein. „Kein Drehbuch für die Liebe“, der 38. Band aus der „Junge Liebe“-Reihe des Himmelstürmer Verlags, macht genau diese nicht immer leichte Situation zum Ausgangspunkt der Erzählung. Gewürzt werden die typischen Probleme des Teenagerdaseins und des Coming-Outs im jungen Alter mit einigen weiteren Problemen, die für eine reichlich turbulente Geschichte sorgen. Während Dan zunächst damit beschäftigt ist, sich seine homosexuelle Neigung einzugestehen und sie schließlich langsam auszukundschaften, ist Tom schon ein paar Schritte weiter und muss sich mit seinem Ex-Freund Chris auseinandersetzen. Langsam entspinnt sich daraus eine Geschichte, in der sich Tom zwischen zwei Männern entscheiden muss. Zudem haben die beiden angehenden Schauspielsuperstars Dan und Tom reichlich Probleme mit der Presse: Neugierige Reporter werfen unangenehme Blicke hinter die Kulissen der frischgebackenen Mädchenschwärme und sorgen damit für ordentlichen Trubel in der Öffentlichkeit.

Großer Pluspunkt von Marisa Harts Geschichte ist ihre klare Strukturierung. In drei Teile untergliedert, bekommt man zunächst einen Einblick in Dans Leben und Gedankenwelt, anschließend in Toms und zu guter Letzt, im dritten Kapitel, eine stimmige Zusammenführung beider Parteien. Obwohl dadurch auf den 231 Seiten für angenehme Abwechslung gesorgt ist, mangelt es Harts Stil doch deutlich an einem reibungslosen Erzählfluss. Das Timing ihrer Dialoge stimmt vor allem zu Beginn überhaupt nicht – einzelne Kapitel ziehen sich immer wieder zäh in die Länge, ohne dabei wirklich zu fesseln. Während „Kein Drehbuch für die Liebe“ vor allem zu Beginn nicht auf den Punkt kommt und träge vor sich hin plätschert, geht es später dafür umso mehr zur Sache. Harts langatmiger Erzählstil dürfte für viele Leser plötzlich dann spannend werden, wenn es um Sex geht. Detailgenau und langsam beschreibt sie, wie sich Dan und Tom näherkommen. Die hautnahe Reise zum Höhepunkt wird sicherlich so einige Leser ordentlich zum Schwitzen bringen.

Stilistisch leider etwas zäh und auch grammatikalisch eine etwas holprige Angelegenheit, ist „Kein Drehbuch für die Liebe“ sicherlich nicht das Beste, das man innerhalb der „Jungen Liebe“-Reihe vorfinden kann. Eine erfreute Leserschaft wird Hart mit ihren hocherotischen Szenen und ihrer turbulenten Love-Story mit Hindernissen jedoch sicherlich finden.

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