Mr. Shivers

Mr. Shivers

Autor Robert Jackson Bennett Genre Thriller
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-26753-3
Übersetzung Andreas Decker Erscheinungsdatum (D) 01.08.11   
Erschienen 2010  Seiten 398

Inhalt

Amerika zur Zeit der Depression: Michael Connelly sucht den Mörder seiner Tochter. Das kleine Mädchen wurde brutal von einem Mann ermordet, dessen Ruf schon weit über das Land verbreitet ist: „Mr. Shivers geht umher. Er tötet, wen er töten will und er kennt keine Gnade.“ Auf seiner Suche nach der sagenumwobenen Gestalt, bei der niemand weiß, ob sie wirklich ein Mensch oder ein Monster ist, begegnet Connelly vielen anderen, die - genau wie er selbst - liebe Menschen an die Blutrünstigkeit dieser Kreatur verloren haben. Im Laufe der Zeit schart sich eine kleine Gruppe um ihn, die nur noch von dem Wunsch beseelt ist, diesem Mörder den Garaus zu machen. Koste es, was es wolle. Doch ewig lang erstreckt sich dieser Weg durch ein staubiges, leeres Land, das von der verzweifelten Suche der Menschen nach Arbeit gekennzeichnet ist und das keinem einzigen Menschen mehr Trost und Zuflucht bieten kann. So trostlos und einsam wie sich diese Wanderung darstellt, so trostlos und einsam sind ihre Herzen und allen, aber insbesondere Connelly, widerfahren schreckliche Dinge, die sie dennoch immer weiter treiben. Doch Mr. Shivers scheint stets einen Schritt voraus zu sein, ein Dorf weiter, eine Straßenbiegung entfernt. Und auf seinem Weg hinterlässt er nur Tod und Verzweiflung …

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 2 von 5 Bs Auch bei diesem Buch hat sich der Verlag Piper wieder ein äußerst ansprechendes Design einfallen lassen. Doch leider wird es dieser kreativen Aufmachung im Inhalt nicht gerecht. „Never judge the book by the cover – ein Ausspruch, der sich hier buchstäblich bewahrheitet. Und: Beurteile niemals den Wunsch, ein Buch zu lesen, danach, ob es irgendeinen Literaturpreis gewonnen hat und schon vorab in der Presse hoch gelobt wurde. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber bei dieser Geschichte, die Bennett hier zu erzählen versucht, fällt es doch extrem schwer zu verstehen, was Menschen dazu bewegt, solch eine Bewertung zu erteilen. Haben diese Kritiker wirklich das ganze Buch in seiner vollkommenen Länge, Eintönigkeit und Ereignislosigkeit gelesen? Jede einzelne Seite, die noch eine Wegbiegung, noch ein eintöniges Feld, noch eine Nacht in einem tristen Lager in sich birgt oder noch ein langatmiges Gespräch oder ein dubioses Ereignis, das vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist? Kurzum, dieses Buch erfüllt nicht im Geringsten die Erwartungen, die man als Leser an einen Thriller hat. Man muss sich regelrecht durch die Seiten kämpfen, hofft immer darauf, dass etwas passiert und wenn das dann mal endlich der Fall ist, gestaltet sich das, was eigentlich „Horror“ sein soll, geradezu lächerlich. Die ganze Geschichte trieft vor Langeweile und macht überhaupt keinen Sinn. Was soll das alles? Nein, wirklich, es lohnt sich nicht, solch ein Buch zu lesen und Fans von Autoren wie Dan Wells oder Stephen King, mit denen Bennett verglichen wird, tut diese Anmaßung in der Seele weh. Es liegen Welten zwischen den beiden Erstgenannten, die es verstehen, aus Worten, Zeilen und Seiten Lesestunden aus purer Lust und Spannung zu gestalten und diesem Autor, der als äußerste Gefühlsregung ein herzhaftes Gähnen hervorruft.

Wissenswertes

Der Autor gewann mit seinem Debütroman den Shirley Jackson Award 2010 als bester Roman in den Genres Psychological Suspense, Horror und Dark Fantasy.

Besucherbewertung

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