Nichts als Erlösung

Nichts als Erlösung

Autor Gisa Klönne Genre Krimi
Verlag Ullstein
ISBN 978-3-55008-777-6
Erscheinungsdatum (D) 10.10.11   Seiten 352

Inhalt

Unerträglich heiß ist es im Sommer in Köln. Hauptkommissarin Judith Krieger, noch gezeichnet von den Strapazen ihres letzten Falles, schläft unruhig und träumt schlecht, sodass sie schweißgebadet aufwacht und sich entschließt, des nachts durch Köln zu laufen. So kommt sie unversehens an den Schauplatz eines schrecklichen Mordes, einem jungen Mann ist geradezu das Gesicht weggepustet worden. Noch am Tatort glaubt sie, den Mörder auf einer Brücke zu sehen und gerät somit direkt in ihren nächsten Fall. Erst nach einer Weile ist klar, wer der Tote ist, ein Mann um die 40, der vor vielen Jahren der Hauptverdächtigte in dem Mord an seinen Eltern und seiner Schwester war. Mangels hieb- und stichfester Beweise wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. So kommt Judith Krieger an die Schauplätze einer längst vergessenen Tragödie und zu einer unerwarteten Reise nach Griechenland, wo der Ermordete seit geraumer Zeit gelebt hatte. Die Spur führt weit in die Vergangenheit, in ein von besagten Eltern geleitetes Kinderheim, das ein Relikt aus dem Hitlerregime war, und es wird recht schnell klar, dass hinter den Morden eine große menschliche Tragödie steckt, die auf ihre Auflösung drängt. Judith Krieger und ihr Kollege Manni Korzilius tappen lange im Dunkeln, doch dank der Intuition und Kombinierfähigkeit der beiden wird der Fall trotz aller Hindernisse klarer und endet jedoch trotzdem in einem unerwarteten, grausamen Showdown.

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 6 von 5 Bs Die Autorin Gisa Klönne ist Meisterin in einem unglaublich kurzweiligen, packenden und sprachlich auf den Punkt gebrachten Schreibstil, der dem Leser keine Pause gönnt, der jeden mitreißt und direkt in das Geschehen führt. Eine Passage ihres Buches beinhaltet die Gedanken eines Reporters, die wie folgt lauten, Zitat: „Genauso wenig hilfreich ist es, Texte unnötig aufzublähen, indem man den Mangel an Substanz mit Adjektiven und Adverbien und sinnlosen Füllwörtern verbrämt. Denn die Leser riechen es sofort, wenn mit einer Story etwas nicht stimmt…“. Genau an diese Maxime hält Gisa Klönne sich konsequent, was dafür sorgt, dass der Leser eine wahre, reine, ungeschminkte und vollkommen authentische Geschichte präsentiert bekommt. Im Laufe ihrer Bücher hat sie sogar die Qualität ihres Stils noch verbessert und verfeinert, das gelingt bei Weitem nicht jedem Autor, der ein Ermittlerduo durch viele Fälle gehen lässt. Auch die Protagonisten sind weiterhin dem Leser nah und lebensecht, zudem gibt es viele Lebensweisheiten, die die Autorin geschickt und unaufdringlich in den Text einarbeitet, damit aber den Leser immer wieder zu einem zustimmenden Nicken bringt. Kurzum, alles ist an seinem Platz, alles ist dort, wo es hingehört, es könnte nichts dazugefügt oder weggelassen werden. So kommt es, dass es dem Leser schon fast egal ist, wer denn nun der Mörder ist, denn eigentlich würde er sich aufgrund des puren Lesevergnügens, das dieses Buch bietet, einfach nur wünschen, dass es niemals endet. Frau Klönne nimmt sich Zeit für ihre Geschichten, der Leser darf davon profitieren.

Wissenswertes

Die weiteren Bände dieser Reihe sind:

Der Wald ist Schweigen
Unter dem Eis
Nacht ohne Schatten
Farben der Schuld

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