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Kommende Buchkritiken
Der Duft von Schokolade
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Autor
Ewald Arenz
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3423253192 Erscheinungsdatum (D) 17.09.07 Seiten 368 |
Inhalt
Ein Sommer voller Freiheit liegt vor Leutnant August Liebeskind, nach dem er 1881 seinen Militärdienst beendet hat. Erst im Herbst erwartet ihn sein begüterter Onkel Josef zur Arbeit in der Schokoladenfabrik und August hat nun reichlich Zeit, die herrlichen Tage in seiner Heimatstadt Wien zu genießen. Doch das Ende des geregelten Tagesablaufs lässt in August bald neue Gedanken aufkommen: Ist eine Arbeit als Kontorist wirklich das, was er im Leben will? Als er die schöne Elena Palffy trifft, werden die Grübeleinen bald von anderen Gedanken abgelöst. Die unnahbare Frau, die sich nicht um Konventionen schert, Hochrad fährt und sich ungeniert morgens Kaffee mit Cognac bestellt, reizt August auf neue Art und Weise. Bald beherrscht Elena seine Gedanken. Mit zarten Pralinés, die er in wunderbare Duftkreationen verwandelt, versucht er ihr Herz zu erobern. Schon von klein auf verfügt August über eine außergewöhnliche Nase und Düfte werden in seinen Gedanken nicht nur zu Bildern, sondern auch zu Einblicken in die Leben anderer Menschen. Tatsächlich gibt Elena seinem Werben nach, doch ihre Liebe ist von Beginn an von ihrer mysteriösen Vergangenheit überschattet.
Buchkritik von Melanie Frommholz
Ungeniert bedient sich Ewald Arenz für „Der Duft von Schokolade“ bei Motiven aus Patrick Süskinds „Das Parfum“, und auch Joanne Harris „Chocolat“ erkennt man unzweifelhaft hinter der Geschichte von August Liebeskind. Arenz erreicht mit seiner Geschichte nicht die Raffinesse oder die Originalität seiner Vorbilder. Dennoch ist dem Autor eine nette und charmante Liebesgeschichte gelungen, die unterhält. Elegant, wenn auch nicht immer atmosphärisch dicht, treibt Ewald Arenz seine Handlung voran, würzt sie routiniert mit einem Hauch von Gefahr und mit Tragik, genauso wie mit Liebe und Romantik. „Der Duft von Schokolade“ ist leichte Lektüre, die eingehüllt in den Schein von Tiefe und Substanz für kurzweilige Lesestunden sorgt. Arenz zeichnet schöne, stimmungsvolle Bilder und lädt damit zum Träumen ein. Stimmig eingebettet in die Zeit um die Jahrhundertwende, entfaltet sich seine Liebesgeschichte mit nostalgischer Liebenswürdigkeit.
„Der Duft von Schokolade“ ist letztlich wie ein Stück Zartbitterschokolade. Es zergeht leicht auf der Zunge, ist ein bittersüßes Vergnügen solange es andauert, aber bleibt ohne Nachhall, wenn es erst vergangen ist.
Wissenswertes
Der Roman wird im Dezember 2011 vom Deutschen Tachenbuchverlag neu aufgelegt. Die Angaben beziehen sich auf die Neuauflage.

