Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Raum
Room
|
Autor
Emma Donoghue
Genre Roman
Verlag Piper Verlag ISBN 9-78349-205-466-9 Übersetzung Armin Gontermann Erscheinungsdatum (D) 29.08.11 Erschienen 2010 Seiten 416 |
Inhalt
Für den mittlerweile fünfjährigen Jack bedeutet der Raum, in dem er zusammen mit seiner Mutter lebt, die ganze Welt: Im Raum gibt es was zu essen, dort kann man toll spielen, sich waschen, schlafen. Dabei ist der Raum gerade mal 12 Quadratmeter groß, hat nur ein Oberlicht und stets verschlossene Türen. Jack kennt das Leben hinter der Türe jedoch nicht und denkt, dass nur er, Ma und die Dinge in Raum echt sind. Doch es kommt der Tag, an dem ihm seine Mutter sachte zu erklären versucht, dass es eine andere Welt gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …
Buchkritik von Kathrin Lang
Schon lange bevor Emma Donoghues „Raum“ bei uns in Deutschland erschien, machte das Buch bereits von sich Reden. Während „Raum“ in den USA über Nacht zum gefeierten Bestseller wurde, entwickelten sich parallel allerhand negative Schlagzeilen rundum den neuen Roman: Donoghues Geschichte soll an das tragische Schicksal von Elisabeth Fritzl angelehnt sein, die tatsächlich über 20 Jahre in einem Kellerraum eingeschlossen war und dort drei Kinder großziehen musste. Geschmacklosigkeit kann man Emma Donoghue jedoch keinesfalls vorwerfen. Obwohl ihr „Raum“ immer wieder zu tiefst schockiert und dem Leser ein unwohles Gefühl mit auf den Weg gibt, ist ihr mit dem Bestseller ein fesselnder Roman gelungen, der ein tragisches Thema auf eindrucksvolle und nachhaltige Weise behandelt.
Indem „Raum“ aus der Perspektive eines Fünfjährigen geschrieben ist, der die Welt nicht kennt – für den die Welt der kleine Raum ist und für den alles was draußen passiert eine bloße Erfindung des Fernsehers ist – bekommt der Leser ein Weltbild vermittelt, das so gar nicht mit dem einhergeht, was man allgemeinhin als „normal“ bezeichnet . Umso mehr fesselt jedoch die Geschichte. Spannungspunkt ist dabei vor allem die unterschiedliche Vorstellung dessen, was Leben ist und was Zuhause bedeutet. Während die Mutter die Außenwelt kennt und sich nach einem normalen Leben zurücksehnt, bedeutet der „Raum“ für Jack alles: ein liebgewonnener Ort, an dem es ihm gut geht und den er nicht missen möchte. Der Schock, den er erfährt, als er erkennen muss, dass es tatsächlich eine Welt außerhalb der vier Wände gibt, ist für den Leser zu jeder Zeit nachvollziehbar und macht „Raum“ zu einem außergewöhnlichen Leseereignis.
Man mag gar nicht zu viel erzählen, von der außergewöhnlich nahegehenden Geschichte, die Emma Donoghue niedergeschrieben hat. Einzelne Erkenntnisse dessen, was sich im „Raum“ zuträgt, können vom Leser nur allmählich gewonnen und dann wie einzelne Puzzlestücke zusammengesetzt werden. Nur langsam offenbart sich, was tatsächlich passiert - wodurch „Raum“ nicht nur zu einem intensiven Roman wird, sondern auch zu einem mehr als klug erzählten.
Wissenswertes
"Raum" avancierte in den USA über Nacht zum Bestseller.

