Die Menschenleserin

The Sleeping Doll

Die Menschenleserin

Autor Jeffery Deaver Genre Roman
Verlag blanvalet
ISBN 978-3-7654-0283-6
Übersetzung Thomas Haufschild Erscheinungsdatum (D) 18.02.08   
Erschienen 2007  Seiten 542

Inhalt

Kathryn Dance ist Verhörspezialistin beim FBI. Durch die Kenntnisse der Kinetik ist sie in der Lage, Menschen aufgrund ihrer Verhaltensweisen zu analysieren und ihre unbewussten Signale zu durchschauen. Diese Kenntnisse prädestinieren sie für die Befragung von Daniel Pell. Pell hatte vor Jahren eine ganze Familie ausgelöscht und offensichtlich gibt es noch einen anderen Mord, den er verschuldet hat. Zur Befragung wird er aus dem Hochsicherheitstrakt verlegt. Alles scheint so gut wie möglich abgesichert, doch das Unglaubliche geschieht. Nach dem nicht besonders ergiebigen Verhör gelingt ihm die Flucht und schon hier pflastern wieder Tote seinen Weg. Das FBI ist in höchster Alarmbereitschaft und Dance sieht sich unvermittelt als Leiterin der Suchstaffel. Doch Pell ist mehr als raffiniert und führt die Polizisten eins ums andere Mal an der Nase herum. Genauso schnell geschieht der nächste Mord und für Dance und ihre Kollegen erhöht sich der Druck, diesen Gewaltverbrecher zu finden, praktisch stündlich. Was führt Pell im Schilde, warum verlässt er die Gegend nicht, welche undurchsichtigen Pläne hat er und vor allem, an wem wird er sich als nächstes rächen? Dances Fähigkeiten sind gefragt, und nur äußerst mühsam setzt sich für sie das rätselhafte Puzzle eines überaus gefährlichen Mannes zusammen. Schlussendlich jedoch entblättert sich für die Ermittlerin eine Geschichte hinter der Geschichte, die alles über den Haufen wirft…

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 3 von 5 Bs So mühsam, wie sich die Ermittlungen für die Protagonistin darstellen, so mühsam fällt das Lesen dieser Geschichte. Nicht, dass sie schlecht erzählt wäre, das kann man dem Autor auf keinen Fall vorwerfen. Außer, dass er eine Vorliebe für seltsame, militärisch anmutende Ausdrucksweisen bei sexuellen Aktivitäten seiner Figuren hat, kann man ihm eine ansprechende Erzählweise bestätigen. Nichtsdestotrotz wirkt alles ein bisschen zäh und träge. Die Geschichte an und für sich hat wirklich Potential, phasenweise passiert auch mal etwas, doch wenn es dann passiert, fehlt trotz allem die Spannung. Der Autor schafft es nicht, den Leser bei der Stange zu halten, ihn mitzureißen, stattdessen zwängt er ihm eine langatmige und teilweise erzwungen wirkende Darstellungsweise der Geschehnisse auf. Immer wieder steht die Frage im Raum, wann denn nun endlich mal der Kern des Ganzen kommt, wann denn nun endlich wirklich etwas passiert, wann man verstehen darf, was der Hintergrund der Geschichte ist. Aber dieses Buch bestätigt auch, dass man die Hoffnung nicht aufgeben darf. Tatsächlich wendet sich das Blatt zum Ende der Geschichte und wider Erwarten tauchen noch Spannung und ein paar Überraschungen auf. Schlussendlich rettet das aber nicht das ganze Buch, ein wirklich guter Autor muss mehr können als das. So bleibt ein etwas schaler Geschmack zurück und das Buch bekommt sicherlich keinen Ehrenplatz im Bücherregal. „Mittelmäßig“ ist dann auch leider das einzige Wort, was diese Geschichte treffend beschreiben kann.

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