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Die Bestie von Sanok
Zloty Wilk
|
Autor
Bartlomiej Rychter
Genre Historischer Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-21331-8 Übersetzung Lisa Palmes Erscheinungsdatum (D) 01.02.12 Erschienen 2009 Seiten 304 |
Inhalt
Sanok, 1896. In der polnischen Stadt lässt ein Mörder eine blutige Spur hinter sich. Der erste Tote wird in einer nebligen Septembernacht gefunden – die Leiche des Ratsherrn ist grauenvoll zugerichtet und sofort entsteht das Gerücht, dass ein Werwolf sein Unwesen in Sanok treibe. Borys Pasterniak, der Hauslehrer beim angesehenen Dr. Zaleski ist, hält nicht viel von diesen Gerüchten und in Professor Hildenberg, der eilends aus Österreich angereist ist, findet der junge Lehrer einen Verbündeten auf der Suche nach dem wahren Mörder. Der wütet indes immer weiter und hinterlässt übel zugerichtete Opfer.
Auch die junge Witwe Alina, in die Borys heimlich verliebt ist, gerät ins Visier des Mörders, doch gelingt ihr in letzter Sekunde die Flucht. Während Borys und der Professor fieberhaft versuchen, die junge Frau in Sicherheit zu bringen, müssen sie erkennen, dass manch einer im Ort seine dunklen Geheimnisse hat…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Der polnische Autor Bartlomiej Rychter hat in seinem zweiten Kriminalroman „Die Bestie von Sanok“ eine Geschichte erschaffen, die über einige sehr faszinierende Elemente verfügt. Er verwebt die alten Mythen von Werwölfen und wilden Bestien mit einer Mordserie Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Kriminalroman also, der jede Menge spannendes Potential aufzuweisen hat. Doch leider will es dem Autor nicht so recht gelingen, einen überzeugenden Plot zu erschaffen, der über einen angemessenen Spannungsbogen verfügt. Der größte Schwachpunkt sind dabei ganz eindeutig die Figuren, die von Anfang bis Ende blass und wenig überzeugend wirken. Dieser Mangel an Authentizität mag der Grund dafür sein, dass kein einziger der vielen Charaktere wirklich berührt, denn bis zum Schluss fühlt man sich als Leser nicht wirklich mit deren Schicksal verbunden.
Auch wenn es Bartlomiej Rychter durchaus gelingt, eine spannende und teilweise auch gruselige Atmosphäre zu erschaffen, wirkt die ganze Geschichte unterm Strich doch zu konstruiert und gewollt. Auch wenn die historischen Daten offensichtlich akribisch recherchiert wurden, will die nötige Portion Gänsehaut, trotz der durchaus gelungenen Grundidee, einfach nicht aufkommen. Schade, denn genau das hätte man von diesem historischen Kriminalroman erwartet.
