Ashby House

Ashby House

Autor V. K. Ludewig Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-21351-6
Erscheinungsdatum (D) 01.03.12   Seiten 320

Inhalt

Seit ihrem schweren Unfall ist die weltberühmte Fotografin Lucille Shalott gelähmt. An einem frostigen Januartag bezieht die Amerikanerin, zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Laura, das altehrwürdige Anwesen Ashby House in Cornwall. Die beiden Schwestern verbindet eine tiefe Hassliebe, was sich seit Lucilles Unfall, an dem Laura wohl in irgendeiner Form Schuld trägt, nicht verbessert hat. Gesellschaft leisten ihnen in dem riesigen alten Gemäuer eine Köchin, der diabolisch gut aussehende Butler Steerpike und ein zugelaufener Hund namens Mowgli. Während Lucille sich fast ausschließend im Morphium-Rausch befindet, verzehrt Laura sich nach männlicher Aufmerksamkeit. Doch schnell muss sie erkennen, dass in Ashby House ganz andere Dinge auf sie warten.

Bei einer Hausinspektion stoßen Laura und Steerpike auf ein mysteriöses Turmzimmer, das den Butler förmlich zu verschlucken versucht. Offensichtlich ist Ashby House zum Leben erwacht und lechzt nach Nahrung. Als kurz darauf Lucille spurlos verschwindet, müssen die beiden sich mit dem Gedanken anfreunden, dass sie offenbar Opfer von Ashby House geworden ist, das schon seit langem auf einer streng vertraulichen Liste der gefährlichsten Orte mit paranormaler Aktivität in Großbritannien steht. Doch wie sollen sie der Öffentlichkeit erklären, was mit der berühmten Lucille Shalott tatsächlich geschehen ist?

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs „Ashby House“ ist von Anfang bis Ende ein herrlich finsterer und Gänsehaut erzeugender Schauerroman, den man am liebsten in einem Aufwasch verschlingen würde. Und dass, obwohl man bereits auf Seite 41 Zeuge von homosexuellem Analverkehr wird, der einem das Gefühl gibt, in einem Softporno gelandet zu sein. Doch man kann einfach nicht anders, als dem Buch diesen Ausrutscher großzügig zu verzeihen, ebenso wie die immer mehr ausufernden Entwicklungen am Ende des Buches. Auch dass Ludewig sich offensichtlich von Mark Z. Danielewskis Meisterwerk „Das Haus – House of Leaves“ hat inspirieren lassen und dabei das eine oder andere Detail übernommen hat, wiegt, angesichts seines erfrischenden und durch und durch ironischen Schreibstils, nicht allzu schwer.

Immer wieder wird man mit witzigen Anspielungen auf die klassische Schauerliteratur überrascht. So etwa, wenn beim Butler Steerpike spitze Eckzähne hervorblitzen oder der Verwalter von Ashby House, wie bei Bram Stoker, Harker heißt. Ludewigs Figurenzeichnung ist überaus treffsicher, menschlich und lebensecht. Helden sucht man hier vergebens und die Hauptfigur Laura ist alles andere als sympathisch – aber eben doch durch und durch menschlich. Bei all diesen kleinen Finessen gelingt es dem Autor aber, einen durchgehenden Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und den Leser immer wieder mit spannenden und unerwarteten Wendungen zu überraschen.
„Ashby House“ ist sicherlich nichts für Zartbesaitete, aber für all jene, die Spaß an gruselig schöner Schauerliteratur mit bitterbösen und ironischen Untertönen haben, genau das Richtige.

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