Das Lied der Banshee

Das Lied der Banshee

Autor Janika Nowak Genre Fantasy
Verlag PAN
ISBN 978-342628339-4
Erscheinungsdatum (D) 10.01.11   Seiten 480

Inhalt

Als Aileen von dem mysteriösen Macius erfährt, dass sie die letzte Banshee ist, ist sie bereits selbst zweimal nur kurz dem Tod entgangen. Sie eine irische Todesfee? Aileen versteht die Welt nicht mehr, und ihre Nerven liegen blank. Macius Offenbarung ist nur der Anfang ihrer Reise in eine völlig neue Welt, die vor unseren Augen unbemerkt existiert. Seit Anbeginn leben auf der Erde unerkannte Götterkinder - Mischwesen halb Mensch, halb Gott – immer unter der Obhut eines Wächters, der dafür Sorge trägt, dass die Menschen von ihrem Treiben nichts ahnen. Aileen ist eines dieser Götterkinder. Magie, Mythen und Legenden werden vor ihren Augen Realität. Gefährliche Realität, denn die dunklen Nyxianer haben den Frieden gebrochen und greifen die anderen Götterkinder plötzlich an, und besonders auf Aileen haben sie es abgesehen. Zusammen mit dem Wassermann Macius, der Sirene Pheme, Aiko, der Oni-Dämonin und ihrem Freund Thomas macht Aileen sich auf, die rätselhaften Vorgänge zu ergründen. Schon bald schweben sie alle in tödlicher Gefahr.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs „Das Lied der Banshee“ ist der Debütroman von Janika Nowak und ein Feuerwerk an Idee. Mit einer Fülle neuer und spannender Wesen und Mythen. Die Autorin hat eine Welt erdacht, die fasziniert und über die man unbedingt mehr erfahren will. Götterkinder wie Nymphen, Sirenen, rote Dämonen und Wassermänner versprechen wohltuende Abwechslung in der von Vampiren und Werwölfen überbevölkerten Fantasywelt. Im Mittelpunkt steht die angehende Todesfee Aileen, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Nowak hat sich für Aileen ein rasantes Abenteuer ausgedacht und so schreitet die Handlung flott voran. Aileen ist eine interessante Figur, der man bereitwillig folgt und die mit ihrem Sarkasmus für so manchen Lacher gut ist. Die Götterkinder Macius, Pheme und Aiko, die ihr zur Seite stehen, bieten ebenfalls viel Potential und sind gut skizziert. Thomas hingegen, Aileens Kollege und große Liebe, bleibt von Beginn an blass.

Leider hat „Das Lied der Banshee“ bei all den guten Anlagen, die das Buch mitbringt, sprachliche und erzählerische Schwächen, die den Lesegenuss doch merklich trüben. Lange, mit Wörtern überfüllte Sätze sind vor allem im ersten Buchdrittel störend, und auch Aileens schnoddriger Ton strengt mehr und mehr an und bremst gerade im letzten Drittel auch die Spannung aus. Erklärende Worte fehlen an der einen und sind zuviel an der anderen Stelle. Auch der ein oder andere Logikfehler hat sich eingeschlichen. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr wünscht man sich auch einen Wechsel in der Erzählperspektive. Janika Nowak hat sich ein packendes und vielseitiges Abenteuer für ihre Protagonisten ausgedacht. Die Autorin hat jedoch versäumt, dem hohen Erzähltempo auch die Erzähltiefe folgen zu lassen und diesem Konzept auch die Figurenzeichnung untergeordnet. Die gewählte Ich-Perspektive erweist sich hier mehr und mehr als Hemmschuh. So hat „Das Lied der Banshee“ zwar interessante Charaktere, diese bleiben im Verlauf der Geschichte jedoch zu oberflächlich und entwickeln sich emotional zu wenig weiter. Ihre Ausarbeitung bleibt bei der Fülle der zu meisternden Situationen und hinzukommenden Charaktere einfach auf der Strecke. Der ewige Liebeseiertanz von Aileen und Thomas wirkt im Gegensatz dazu künstlich in die Länge gezogen und gegen Ende auch aufgesetzt. Letztlich bleibt „Das Lied der Banshee“ ein Debüt mit vielen guten Ideen und einer spannenden Welt, das in seiner sprachlichen und erzählerischen Umsetzung aber noch deutlich Luft nach oben hat.

Wissenswertes

Die gelungenen Illustrationen in diesem Buch stammen von Nina Nowacki.

Janika Nowak arbeitet an einer Fortsetzung zu Aileens Geschichte.

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