Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- Dez.
- Alle Rache will Ewigkeit
- Dez.
- City of Fallen Angels
- Dez.
- Judaswiege
- Jan.
- Aleph
- Jan.
- Blauer Montag
- Jan.
- Cassia & Ky 2
- Jan.
- Das Skript
- Jan.
- Der Anschlag
- Jan.
- Immortal Beloved 2
- Jan.
- Offenes Grab
- Feb.
- Das Alphabet Haus
- Feb.
- Die Bestie von Sanok
- Feb.
- Die sterblich Verliebten
- Feb.
- Heldenwinter
- Feb.
- London Killing
- Feb.
- Schwarze Blumen
- Feb.
- Vergeltung
- März
- Räuberleben
Kommende Buchkritiken
- Dez.
- Die Kriminalromane
- Dez.
- Wasserland
- Jan.
- Die Königsmörder-Chronik 3
- Feb.
- Die Feuerkämpferin 3
- Feb.
- Die Geschichte des Wassers
- Feb.
- Die Hunt-Chroniken 2
- Feb.
- Entführt
- Feb.
- Garp und wie er die Welt sah
- Feb.
- Hyddenworld
- Feb.
- Sie und er
- Zur Vorschau
Booksection.de unterstützt PETA
Alle Rache will Ewigkeit
Trick of the Dark
|
Autor
Val McDermid
Genre Thriller
Verlag Knaur. ISBN 978-3-426-50993-7 Übersetzung Doris Styron Erscheinungsdatum (D) 20.12.11 Erschienen 2010 Seiten 567 |
Inhalt
Es ist der Abend ihrer Hochzeitsfeier, an dem Magda Carlings Bräutigam Philip brutal ermordet wird. Die Mörder sind schnell gefunden: Philips Geschäftspartner Paul Barker und Joanna Sanderson. Philip hatte gedroht, die beiden, die sich durch Insidergeschäfte die Taschen füllten, als Betrüger zu entlarven. Das Gerichtsurteil ist eindeutig und lässt keinen Zweifel daran zu, dass die wirklichen Mörder gefasst sind. Als die Profilerin Charlie Flint ein Päckchen mit Zeitungsartikeln über einen längst vergangenen Mord in ihrem alten College bekommt, ist ihr schnell klar, wer der Absender sein muss: ihre ehemalige Mentorin Corinna Newsam, die Magdas Mutter ist. Corinna hat große Bedenken wegen Magdas neuer Liebe Jay Stewart, denn sie ist überzeugt davon, dass Jay für diesen alten Mord verantwortlich ist – und nicht nur für den. Offensichtlich pflastern noch weitere Leichen Jays Weg, und nach Corinnes Überzeugung ist sie auch für Philip Carlings Tod verantwortlich.
Da Charlie Flint gerade vom Dienst suspendiert worden ist, sieht sie hier eine Möglichkeit, ihren Ruf in der Öffentlichkeit zu rehabilitieren. Sie beginnt ihre Nachforschungen in Oxford und stößt auf so manchen menschlichen Abgrund. Doch wirklich bei der Sache ist Charlie nicht, denn sie hat sich Hals über Kopf verliebt – und weiß nicht, wie ihre Entscheidung zwischen ihrer Frau Maria und der neuen Flamme ausfallen wird. Doch allmählich wird der Profilerin bewusst, dass sie sich mit Jay Stewart eine Feindin der besonderen Art schaffen könnte…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Alle Rache will Ewigkeit“ ist ein vielschichtiger und atemberaubender Thriller, wie wir ihn aus der Feder der meisterhaften Val McDermid kennen. Zugegeben, zu Anfang ist es nicht ganz leicht, sich im Gewirr der verschiedenen Charaktere und Handlungsstränge zurechtzufinden, doch hat man sich erst einmal einen Überblick verschafft, sind die rabenschwarzen Seelen, die uns die Autorin hier präsentiert, eine wahre Wonne. Mit sprachlicher Nonchalance lässt McDermid uns in die Abgründe der menschlichen Seele blicken, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nach und nach entfaltet sich hierbei die Landkarte einer menschlichen Odyssee vor dem geistigen Auge des Lesers, die vor dunklen Stellen nur so strotzt. Unweigerlich wird man dabei in eine Geschichte hineingezogen, die zu Anfang noch so banal erschien, dann aber immer komplexer und erschreckender wird.
Auch wenn Charlies Liebeswirren nicht immer nachvollziehbar sind und sie manchmal etwas unsympathisch wirken lassen, hat McDermid mit ihr doch einen interessanten und facettenreichen Charakter erschaffen, der einen gelungenen Gegenpol zur zwielichtigen Jay Stewart darstellt. Die Autorin beweist auch hier wieder psychologisches Gespür und ein großes Können bei der Zeichnung ihrer Figuren.
„Alle Rache will Ewigkeit“ ist ein Thriller, bei dem sich die Spannung nur allmählich, aber dann fast unerträglich, steigert und der mit einem überzeugenden und grandios erdachten Ende aufwartet.
Besucherbewertung
Kommentare
Kommentare
Salzstaengel schreibt am 31.01.12, 23:10
Die renommierte Profilerin Charlie Flint wurde vom Dienst suspendiert. Damit ihr die Decke nicht auf den Kopf fällt, beschäftigt Sie sich mit den Zeitungsartikeln die Ihr anonym zugesendet wurden.
"Bei Hochzeitsfeier erschlagen
Im gestern im Old Bailey verhandelten Fall standen zwei aufstrebende Geschäftsleute vor Gericht, die ihren Geschäftspartnern am Tag seiner Hochzeit kaltblütig ermordet und die Nacht danach mit wildem Sex miteinander verbrachten.
Das mörderische Paar zertrümmerte den Schädel des Bräutigams Philip Carling. Nur einige Meter entfernt von der Gartenparty im Oxforder College, auf der seine Hochzeit gefeiert wurde, warf man ihn ins Wasser.
Bei einem romantischen Spaziergang am Fluss entdeckten schockierte Hochzeitsgäste die Leiche des Bräutigams, die am Landesteg für die College-Boote im Wasser trieb. Blut aus seiner Kopfverletzung hatte das Wasser rot gefärbt."
Sie fängt an im Internet Nachforschungen anzustellen.
Und auf einmal erkennt Sie, wer Ihr die Artikel zugesendet hat.
Dies ist mein erstes Krimibuch von Val McDermid, auf das ich durch die Lovelybooks-Lesechallenge aufmerksam wurde. Da ich bei www.buchcasino.de noch das Glück hatte es zu gewinnen, kann auch nun ich das 567 Seiten umfassende Buch bewerten.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, wodurch das Buch eine gute Spannungskurve erhält.
Die Autorin übertreibt meiner Meinung nach leider viel zu sehr, da Sie Charlie Flint in den höchsten Tönen lobt und das viel zu oft! Das wurde für mich mit der Zeit echt nervig und wurde mit vielen "Nicht schon wieder"-Aufschreien quittiert!
Gleich auf der ersten Seite erfahren wir, dass Charlie verliebt ist. Seit sieben Jahren ist Sie mit Maria zusammen, doch verliebt hat Sie sich in Lisa Kent und schwärmt von Ihr wie ein pubertierender Teenager. Dieses Techtel-Mechtel war wahrscheinlich auch ausschlaggebend, weshalb ich mich mit dem Charakter von Charlie Flint nicht anfreunden konnte.
Aus diesem Grund bekommt das Buch nur 3 Sterne von mir!
Alina schreibt am 30.01.12, 22:13
Alle Rache will Ewigkeit ist mein erster Roman von Val McDermid.
Ich wusste nicht genau ,was ich von ihr halten sollte. Ein Teil der Rezensionen war positiv und der andere eben negativ. Und ich muss sagen auch jetzt ist meine Meinung noch gespalten.
Am Anfang gab es ein richtiges Chaos der Charaktere und es war schwer alles zu verstehen und mitzukommen,nach einigen Seiten jedoch hatte sich das erledigt.
Mit der Protagonistin Charlie Flint kam ich ehrlichgesagt nicht besonders gut klar. Ich fand sie irgendwie unecht und konnte mich auch nicht in sie hineinversetzen,was mich sehr enttäuscht hat,da viele von den Charakteren geschwärmt haben. Was mir ebenfalls zum Teil gefallen hat, war ,dass die Homosexualität sehr im Vordergrund stand. Normalerweise fände ich das wirklich super,weil es zu mehr Toleranz aufruft und dieses Thema der Autorin ganz offensichtlich wichtig war. Allerdings war es für einen Kriminalroman doch zu sehr vertreten, die Verbrechen rückten in den Hintergrund, was mir nicht gefiel,da ich -wie ich gestehen muss- ein Fan blutiger und zugleich geplanter Verbrechen bin.
Ein großer Pluspunkt waren die parallel verlaufenden Handlungsstränge von Charlie und Jay Stewart und die häufigen Rückblicke waren doch sehr interessant.
Der Schreibstil ist flüssig und im ganzen angenehm zu lesen, dennoch war es ziemlich langatmig.
Deswegen war ich doch sehr überrascht ,als es auf den letzten 150 Seiten sehr spannend wurde.
Fazit :
3,3 von 5 Sternen. Alles in allem nicht schlecht ,aber leider doch nicht ganz mein Fall. Wenn es sich ergibt werde ich wohl Bücher von Val McDermid noch lesen.
Denkt dran ! Das hier ist nur meine persöhnliche Meinung ! Euch könnte dieses Buch begeistern ! ;-)
Annora schreibt am 30.01.12, 16:47
Zum Inhalt des Buches:
Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können: Die Psychologin Charlie Flint wurde gerade vom Dienst als Profilerin suspendiert, als sie plötzlich Post mit Zeitungsausschnitten von einem Mord an ihrem alten College enthält. Ein Bräutigam wurde am Tag seiner Hochzeit ermordet aufgefunden. Ihre ehemalige Mentorin hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wer der Täter ist und bittet Charlie Nachforschungen anzustellen, damit sie ihre These beweisen kann. Bis zur Anhörung wegen ihrer Suspendierung ist noch etwas Zeit, die sie für Nachforschungen nutzen kann. Die Ablenkung scheint ihr gerade recht zu sein. Allerdings ist ihr zu diesem Zeitpunkt nicht klar, auf was sie sich da eingelassen hat.
Mein Eindruck:
Val McDermid ist eine Meisterin des Psychothrillers und so war auch dieses Buch wieder eine Achterbahnfahrt von Wendungen und spannenden Höhepunkten.
Dr. Charlie Flint, eine Psychologin am Tiefpunkt ihrer Karriere, die ihre Energie aber nicht dafür einsetzt, ihren Ruf zu rehabilitieren, sondern stattdessen lieber auf eigene Faust Nachforschungen für ihre College-Professorin anstellt, ist eine sympathische und energiegeladene Protagonisten, die nicht nur einen ungeheuren Charme hat, sondern auch Intelligenz und Gefühl.
Neben Charlie Flint bekommt auch Jay Stewart einen eigenen Part in der Handlung. Sie ist die Person, die von Dr. Corinna Newsam - Charlies Mentorin - verdächtigt verschiedene Morde begangen zu haben.
Die Handlungsstränge der Personen laufen parallel, wobei auch immer wieder Rückblenden und Zeitsprünge enthalten sind.
Zu Beginn des Buches hatte ich zugegebenermaßen etwas Schwierigkeiten, da den Überblick zu behalten und alle Personen und Handlungen richtig zuzuordnen, aber schon ab Seite 50 etwa war das kein Problem mehr. Ab dem Zeitpunkt fand ich die zahlreichen Sprünge von Personen, Zeit und Schauplätzen auch sehr spannend und für die Geschichte empfand ich es als Bereicherung, die Handlung so zu beschreiben.
Der Tatsache, dass sie - wie auch weitere Figuren in der Geschichte - lesbisch ist, nimmt in dem Roman einen großen Raum ein und wird sehr oft thematisiert. Dabei geht Val McDermid sehr authentisch mit dem Thema um, fast hatte ich den Eindruck, der Roman hätte nicht nur den Zweck zu unterhalten, sondern wäre zugleich eine Aufforderung zu mehr Toleranz und Miteinander. Genau diese Aussage wurde immer wieder in die Handlung eingewoben.
Hauptschauplatz des Romanes ist Oxford, wo Charlie Flint an einem College studiert hat. Alle Handlungsstränge laufen immer wieder in St. Scholastika zusammen. Ich war bereits mehrmals in Oxford und konnte mich daher sehr gut in dem Roman wieder finden. Allerdings, und das war auch schon mein Eindruck aus der Leseprobe, sind die Schauplatzschilderungen ausführlicher als vielleicht nötig. Für jemanden, der mit dem Ort an sich nichts verbindet könnten sie ggf.zu lang und zu ausschmückend sein. Für mich waren sie jedoch eine Rückkehr an einen ganz besonderen Ort, Oxford ist einfach eine Stadt mit einem ganz eigenen und besonderen Charme, den ich unheimlich gerne mag!
Der Schreibstil von ValMcDermid ist sehr flüssig, der Roman ist von einer durchgehenden Spannung, die in immer neuen Höhepunkten verläuft. Zu keinem Zeitpunkt kam mir das Buch langatmig oder langgezogen vor, so dass es eine besondere Freude war, das Buch zu lesen.
Am Ende jedoch fand ich einige Punkte unschlüssig und auch wurden nicht alle offenen Fragen des Buches hinreichend aufgeklärt, so dass ich das erste mal nur 4/5 Punkten für einen Val McDermid-Roman vergebe.
tweedledee schreibt am 30.01.12, 14:07
Die Profilerin Charlie Flint ist wegen eines vermeintlichen Fehlgutachtens erst mal vom Dienst suspendiert, die einzige Tätigkeit die sie momentan noch ausüben kann, sind Vorlesungen. Da kommt ihr die Ablenkung durch einen anonymen Brief gerade recht. In dem Brief befinden sich Zeitungsauschnitte über einen Mordfall, der an ihrem ehemaligen College in Cambridge passiert ist. Ein Mann wird an seinem eigenen Hochzeitstag auf dem College-Gelände brutal ermordet. Sie recherchiert im Internet zu dem Fall und stellt schnell fest, dass sie die Frau des Ermordeten von früher kennt. Viele Jahre hatte sie in der Familie als Babysitter auf Magda und ihre Geschwister aufgepaßt. Kurzentschlossen nimmt sie mit der Mutter von Magda, ihrer ehemaligen Dozentin Corinna, Kontakt auf. Diese bittet sie in dem Fall zu recherchieren, da sie überzeugt ist, den wahren Täter zu kennen. Charlie ist froh über die Ablenkung und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen.
"Alle Rache will Ewigkeit" ist mein erster Roman von Val McDermid und ich bin wirklich begeistert, denn das Buch hat geschafft, was viele andere nicht geschafft haben: Es hat mich von Anfang an gefesselt und meine Neugier geweckt mehr zu erfahren. Einmal angefangen, war es schwer das Buch wieder beiseite zu legen.
Sehr gut gefallen hat mir der Erzählstil von Val McDermid, der locker und sehr flüssig zu lesen ist, erzählt aus der Sicht von Charlie. Sie baut eine kontinuierliche Spannung auf, die Rückblenden und Auszüge aus der Biographie von Jay machen die Geschichte abwechslungsreich und verleiten mehr zu lesen als man sich eigentlich vorgenommen hat. Die Story hat mich wirklich in ihren Bann gezogen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, sympathisch und authentisch. Die Geschichte und die Protagonisten wirken wie aus dem Leben gegriffen, keinesfalls konstruiert. Und auch der Schluss konnte mich überzeugen, ein Ende das für die Geschichte stimmig ist.
Für mich war es eine neue Erfahrung, über eine lesbische Protagonistin zu lesen, das Thema Homosexualität wird von der Autorin im Verlauf auch immer wieder thematisiert, was mir stellenweise dann doch etwas zu viel des Guten war. Das bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt.
Wer einen spannenden Krimi lesen möchte, der auf grobe Gewalt und blutige Szenen verzichtet, stattdessen aber die zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründe beleuchtet, ist hier bestens aufgehoben.
buchratte schreibt am 29.01.12, 14:31
Charlie Flint, von Beruf Profilerin erhält eines Tages Post von ihrer alten Freundin Corina. Die Post besteht aus Zeitungsausschnitten zu dem dramatisch Tod an Corinnas Schwiegersohn Philip. Philip wurde auf seiner eigenen Hochzeitsfeier, auf dem Gelände des Oxford Colleges, abseits des Festes hinterhältig erschlagen und ins Wasser geworfen. Und obwohl bereits ein Pärchen, die Geschäftspartner von Philip, als Täter gelten und auch auf ihre Verurteilung warten, glaubt Corinna den wirklichen Mörder zu kennen. Charlie soll ihr nun dabei helfen den wahren Schuldigen zu stellen.
Da Charlie gerade beruflich nicht wirklich gut dasteht, weil sie für die Entlassung eines Verdächtigen verantwortlich gemacht wird der später mehrere Frauen umbringt, sieht sie in dem Auftrag ihre Chance zur Rehabilitation. Zudem ist die Ermittlungsreise nach Oxford eine gute Gelegenheit um Lisa zu sehen. Eine Freundin für die Charlie insgeheim mehr als nur Freundschaft empfindet. Je mehr Charlie in der Vergangenheit des vermeintlichen Täters abtaucht umso gefährlicher wird es für sie selbst.
Dies war mein erstes Buch von Val McDermid und ich muss sagen es hat mich fast dazu gebracht nie wieder etwas von der Autorin in die Hand zu nehmen. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich an den ausschweifenden und langatmigen Schreibstil gewöhnt habe. Zudem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin, die ja selbst am Oxford College war, zu sehr von der Story abschweift und einfach in Erinnerungen schwelgt. Das ist meiner Meinung nach bei einem Krimi etwas fehl am Platz. Zu der Vielzahl an Personen, die dem Leser gleich zu Anfang aufgedrückt werden, kommt auch noch das Chaos der romantischen Gefühle in dem sich die Protagonistin Charlie befindet.
Um weil sich fast das ganze Buch so dermaßen gezogen hat, war ich umso überraschter als es dann auf den letzten ca. 150 Seiten wirklich so spannend wurde, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Vielleicht eine Taktik der Autorin aber so schwer muss man es dem Leser dann doch nicht machen.
Das Durchhalten hat sich für mich in dem Fall wirklich gelohnt und weitere Werke der Autorin werden folgen.
Babsi schreibt am 27.01.12, 11:02
An und für sich hat mir das Buch gut gefallen. Am Anfang war ich etwas irritiert, da es im ersten Teil des Buches (ca 200 Seiten) eigentlich nur um verschiedene Beziehungsprobleme geht. Anfangs ist mir das Buch wie ein Liebesroman vorgekommen. Der eigentliche Mord ist sehr in den Hintergrund gerückt (dies ist allerdings im ganzen Buch so). Dennoch fand ich das Buch flüssig geschrieben. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Und zum Schluss wurde es dann nochmal richtig spannend.
Punxie schreibt am 26.01.12, 21:48
Die Psychiaterin Dr. Charlie Flint macht gerade schwierige Zeiten durch. Nachdem durch ihre Aussage ein Psychopath freigelassen werden musste, hat er vier Frauen ermordet. Charlie wird die Schuld daran gegeben, und sie wird daraufhin suspendiert.
Auch privat läuft nicht alles rund. Obwohl sie seit Jahren in einer glücklichen Beziehung mit der Zahnärztin Maria ist, hat sie sich in die attraktive Lisa Kent verliebt. Nun weiß sie nicht, für wen sie sich entscheiden soll.
Da bekommt sie ein Angebot von ihrer ehemaligen Dozentin Corinna Newsam. Deren Schwiegersohn wurde während seiner Hochzeitsfeier ermordet. Obwohl seine zwei Arbeitskollegen für die Tat verurteilt wurden, glaubt Corinna nicht an ihre Schuld. Sie verdächtigt die Internet-Millionärin Jay Macallan Stewart, die mittlerweile ein Verhältnis mit Corinnas Tochter Magda hat. Nach anfänglichen Zweifeln beschließt Charlie, sich den Fall näher anzusehen.
Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen wird aus der Sicht von Charlie Flint erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und Gefühle, ihren Hintergrund und ihr Liebeschaos. In Emails mit Lisa Kent schreibt sie nicht nur über ihre komplizierte Situation, sondern auch über ihre Fortschritte in dem Fall. Auch die Gespräche mit ihrer Lebensgefährtin Maria geben über vieles Aufschluss. Bei ihren Ermittlungen bekommt Charlie Hilfe von dem Polizisten Nick Nicolaides, dessen Dozentin sie früher war.
Der zweite Handlungsstrang betrifft Jay Stewart. Auch hier bekommt man Einblick in ihre Vergangenheit, besonders durch Auszüge ihrer Autobiographie, an der sie gerade schreibt. Dabei überlegt sie immer wieder, wie viel sie von sich preisgeben darf. Es wird schnell klar, dass sie etwas verbirgt und sogar vor ihrer Freundin Magda Newsam Geheimnisse hat.
Obwohl man viel über die Charaktere erfährt, wirken sie klischeehaft und uninteressant. Besonders Charlie ist für eine Psychiaterin reichlich naiv, und ihre Schlussfolgerungen sind nicht immer nachvollziehbar.
Der Handlungsverlauf wirkt stark konstruiert. Ein Großteil des Textes besteht aus langen Gesprächen, die sich um Vergangenes und Liebeskonflikte drehen. Das Thema Homosexualität ist der Autorin wichtig, und das ist auch in Ordnung. Leider dominiert es die Geschichte, und die Verbrechen rücken in den Hintergrund, was für einen Kriminalroman schlecht ist.
Als nach etwa zwei Dritteln des Romans endlich etwas Spannung aufkommt, wird diese fast sofort wieder zunichte gemacht als klar wird, wer die Morde begangen hat. Danach geht es nur noch darum, den Täter zu überführen. Doch auch das ist nicht richtig gelungen, sondern vorhersehbar und uninspiriert.
Wirklich positiv ist der flüssige und detaillierte Schreibstil. Man merkt, dass die Autorin eine hervorragende Ortskenntnis besitzt. Alle Handlungsschauplätze werden bildreich und ausführlich beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, wirklich dort zu sein.
Mir hat das Buch nicht so gut gefallen. Obwohl es gut und relativ schnell zu lesen war, hätten es für mich zweihundert Seiten weniger auch getan. Außerdem fand ich das Thema Homosexualität zu dominierend für einen Krimi. Da hätte ich mehr Spannung und weniger Liebeswirrwarr besser gefunden. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Mich hat der Roman nicht überzeugt, und ich bleibe lieber bei Tony Hill.
Theater schreibt am 24.01.12, 21:37
In dem Krimi " Alle Rache will Ewigkeit" von Val McDermid geht es um Mord den die Psychologin und Profilerin Dr. Charlotte Flint aufklären soll.
Charlie, wie sie von allen genannt werden möchte, hat genug eigene Probleme da sie auf einen Anhörung vor der Ärztekammer wartet.
Charlie aber wurde neugierig als sie verschiedene Zeitungsartikel zugeschickt bekam.
Dies war das erste Rätsel, denn sie wurden anonym zugestellt, durch Recherchen löste sie es, kehrt so in ihre alte Universitätsstadt Oxford und zu ihrer ehemaligen Dozentin zurück. Diese macht ihr den Vorschlag sie solle den Mord aufklären, da es auch gut für ihre weitere Zukunft wäre.
Nicht nur um ihre alte Dozentin zu treffen fuhr sie nach Oxford, nein sie wollte auch gern Lisa wiedersehen eine Seminarleiterin die sie sehr interessiert.
In ihrer Lebenspartnerin Maria findet sie großen Rückhalt, um als Detektiv den Mord an einen Bräutigam an seinem Hochzeitstag aufzuklären und ihren Ruf wieder herzustellen.
Das Ende ist überraschend aber nachvollziehbar.
Meine Empfehlung dieses Buch sollte man lesen, denn die ganze Zeit hatte ich das Gefühl ich stand neben Charlie oder schaute ihr über die Schulter. Mir hat es sehr gut gefallen, ich war von der ersten Seite an gefesselt.
Der Schreibstil ist sehr ausführlich d.h. es wird viel auf Details geachtet, dies stört vielleicht einige Leser.
Spatzi79 schreibt am 24.01.12, 18:48
Dr. Charlie Flint ist Profilerin und Gerichtspsychiaterin. Obwohl sie eine der besten in ihrem Job ist, ist sie momentan aufgrund einer umstrittenen Aussage suspendiert und ihre berufliche Karriere steht auf dem Spiel. In ihrer Partnerschaft mit ihrer Lebensgefährtin Maria kriselt es, vor allem, seit Charlie die charismatische Lisa kennengelernt hat. In dieser Situation kommt ihr ihre frühere Professorin Corinna vom College gerade recht, die sie mit einer ganz speziellen Ermittlung beauftragt. Corinna ist überzeugt davon, dass der Mord an ihrem Schwiegersohn am Tage der Hochzeit nicht von seinen für die Tat verurteilten Geschäftskollegen begangen wurde, sondern vielmehr von der jetzigen Liebhaberin ihrer Tochter Magda.
Klingt kompliziert? Ist es auch! Ich habe am Anfang eine ganze Weile gebraucht, bis ich die Personen richtig zuordnen konnte. Dass einige von ihnen zwischendurch auch noch mit Spitznamen und Abkürzungen genannt werden, machte es nicht einfacher.
Die Story entwickelt sich nur sehr langsam. Zu Beginn wird das Hauptaugenmerk auf Charlies Suspendierung und ihre daher rührende Frustration gelegt. Erst nach ca. 100 Seiten kommen wir überhaupt er nach Oxford, wo Corinna erklärt, was sie vermutet und was sie von Charlie erhofft. Und danach gehen die Ermittlungen erst richtig los.
Interessant gemacht sind die Einschübe in Form eines autobiographischen Buches, das Jay schreibt, so dass man auch einen Einblick in ihre Sicht der Dinge erhält.
Nicht ganz klar war mir lange Zeit die Rolle der mysteriösen Lisa, in die sich Charlie so sehr verknallt hat, dass sie sogar die Lebensgemeinschaft zu ihrer Frau Maria in Frage stellt. Aber gegen Ende wird das aufgeklärt.
Das Ende war mäßig überraschend. Ab einem gewissen Punkt war einfach klar, dass eine der Personen ein falsches Spiel spielt und dann ging alles recht schnell.
Das Thema Homosexualität spielt wie des Öfteren bei der Autorin auch in diesem Buch eine wichtige Rolle. Mir persönlich war das teilweise etwas zu viel des Guten, aber da Val McDermid meines Wissens nach selber lesbisch ist, wird sie wahrscheinlich recht genau wissen, wovon sie da schreibt.
Insgesamt für mich ein gut lesbarer Krimi für ein verregnetes Wochenende!
Tinka95 schreibt am 24.01.12, 18:19
Das Buch „alle Rache will Ewigkeit“ von Vall McDermid handelt von Charlie, die trotz Schwierigkeiten im Berufsleben nicht aufgibt und alles tut, um Gerechtigkeit zu üben. Nach ihrer Suspendierung als Psychologin, auf Grund einer folgenschweren Fehleinschätzung eines Patienten, wagt sie einen Neuanfang mit dem sie nie gerechnet hätte.
Nach einem geheimnisvollen Brief eines Unbekannten, wagt sie nach guten Überlegungen den Sprung ins kalte Wasser und reist an einen Ort ihrer Vergangenheit, der alte Gefühle wieder auferlebt, um dort einem Rätsel auf die Spur zu gehen, das ihr ganzes Leben verändern könnte.
Eine nahe stehende Person des Opfers gibt ihr die Hinweise auf einen brutalen Mord am Hochzeitstag. Zwei Gäste, beide, auf Grund eines stürmischen Sexdranges bei der Feier abwesend, werden zu den Hauptverdächtigen. Doch eine Angehörige des Opfers und Freundin von Charlie möchte sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden geben und engagiert Charlie, um den wahren Mörder zu stellen, denn sie hat da so eine Ahnung...
Während der Haupthandlung plagt sie sich noch mit einem anderen Problem. Der Liebe!
Meine Meinung: Spannung Pur! Ein echtes Muss für alle Krimi und McDermid-Fans. Sogar ein echten Lesemuffel konnte ich von diesem Buch überzeugen. Die Geschichte ist absolut fesselnd, die Charaktere mit ihren Ecken und Kanten liebevoll ausgestattet.
Littlevampire schreibt am 21.01.12, 22:31
In dem Buch „Alle Rache will Ewigkeit“ von Val McDermid geht es um die Psychologen Charlie Flint, die in einen Ort in ihre Vergangenheit eintaucht um einen Mörder hinter Gitter zu bringen.
Unbekannte Briefe führten sie an ihre alte Universität in Oxford, wo ein Bräutigam wenige Wochen zuvor auf seiner Hochzeit ermordet wurde. Da die beiden Hauptverdächtigen schon gefasst wurden, gilt der Fall als abgeschlossen. Doch Charlie ist einer anderen Meinung. Die Schwiegermutter des Opfers meint den wahren Täter zu kennen und bittet Charlie diesen festzusetzen. Das ganze wird nicht gerade durch die Bekanntheit dieser Person vereinfacht...
Nebenbei muss sich Charlie um ihre Beziehungsprobleme kümmern. Lissa, ebenfalls eine Psychologin die sie auf einer Tagung kennengelernt hat, löst in ihr unerwartete Gefühle aus, wo sie doch längst jahrelang glücklich mit Maria verheiratet ist.
Besonders gelungen an dem Buch fand ich die Zeitungsauszüge und biographischen Passagen aus dem Buch der Hauptverdächtigen. Das gab dem Roman eine ganz neue Würze. Eine fast durchgehend herrschende Spannung und der typische McDermid-Stil macht das Buch zu etwas besonderem und auf jeden Fall lesenswert!
Eule schreibt am 20.01.12, 10:05
Inhalt: Die Gerichtspsychiaterin Charlie, die derzeit sowohl aus beruflicher wie auch privater Perspektive keine leichte Zeit hat, wird durch eine frühere Dozentin von ihr gebeten einen Mordfall an ihrem altem College zu untersuchen. Diese Dozentin ist nun nicht nur zufällig die Schwiegermutter des Ermordeten, sondern glaubt auch zu wissen, wer der Mörder ist und dass es sich zudem nicht um das erste Opfer handelt. Charlie die - getrieben von ihrer Neugier, dem Mangel an anderen Aufgaben und der Hoffnung einen Justizirrtum aufzudecken - dem Wunsch nachkommt inoffiziell zu ermitteln, taucht in die Welt des Colleges ein und begibt sich dabei selbst in Gefahr.
Meine Meinung: Ich fand den Aufbau der Geschichte, bei dem eine inoffizielle Ermittlerin bereits „abgeschlossene“ Morde untersucht, recht reizvoll und mal eine Abwechslung zu den ewig vielen Kriminalromanen, in denen ein Ermittler der Polizei unter Aufbietung seines gesamten Scharfsinns und unter Einsatz seines Lebens den Fall löst. Leider hatte ich den Eindruck, dass diese Form der Geschichte die Spannung reduzierte, beschränkt sich die Hauptprotagonistin Charlie doch den Großteil des Buches darauf mit Leuten zu reden, durch die Gegend zu laufen/reisen und Zeitungsartikel zu lesen um die Vergangenheit zu erforschen. Auch die Ausschnitte die sich mit dem Privatleben von Charlie und den anderen wichtigen Akteuren beschäftigen steigern die Spannung nur unwesentlich, sind doch viele Teile der Story sehr vorhersehbar. Dies betrifft auch leider die Frage nach dem Mörder, die schon früh (zu früh für meinen Geschmack) für den Leser beantwortet wird, wodurch der Spannungsbogen zum Schluss des Buches hin leidet.
Im Buch spielt das Thema Homosexualität eine große Rolle. Dagegen selbst wäre ja überhaupt nichts einzuwenden, wenn nicht der Großteil der wichtigen Akteure weiblich und lesbisch wäre und die meisten männlichen Akteure irgendwie „seltsam“ wirken. Tatsächlich war ich recht irritiert davon, dass Männer in diesem Buch häufiger als „ungewöhnliche“ Personen (z.B. tot, alkoholabhängig, ehemalige Junkies etc.). mitspielen, als als zurechnungsfähige Menschen mit denen man ein vernünftiges Gespräch führen kann. In diesem Punkt war mir die Charakterauswahl der Autorin eindeutig zu einseitig.
Fazit: Obwohl das Buch deutlich spannender hätte gestaltet sein können und die Charaktere ein wenig einseitig wirken, hat das Buch eine interessante Geschichtsperspektive und eine logische Auflösung des Falls. Nicht das Schlechteste was ich je gelesen habe, aber es geht auch deutlich besser...
buecherbummel schreibt am 19.01.12, 07:38
Inhalt
Eigentlich erstellt die studierte Psychologin Charlie Täterprofile für das Gericht, doch zur Zeit ist sie suspendiert und droht ihre Anstellung zu verlieren, da kommt ein bisschen Abwechslung gerade recht. Charlie kehrt an ihr altes College zurück an dem, vor Jahren, ein schrecklicher Mord geschah. Dieser Fall ist eigentlich abgeschlossen, doch es stehen Vorwürfe im Raum, dass damals die falschen Täter zur Rechtschaffenheit gezogen wurden und so beginnt Charlie auf eigene Faust zu ermitteln.
Meinung
Meinen ersten Eindruck, der zugegebenermaßen nicht wirklich positiv ausfiel, bekam ich durch die Leseprobe. Danach habe ich den Gedanken, das komplette Buch zu lesen eigentlich zu den Akten gelegt, dann bekam ich die Möglichkeit, mir das Buch auszuleihen und diese habe ich genutzt. Im Nachhinein habe ich das Gefühl mal wieder wertvolle Zeit an ein Buch verschwendet zu haben, dass mich nicht im geringsten umhaut. Habe ich es denn wissen können? Im Grunde ja, schließlich war die Leseprobe schon recht ernüchternd, trotzdem, es wäre nicht das erste Mal, dass mich ein Buch am Ende doch noch überzeugte, obwohl die Leseprobe schwach ist.
Zwar finde ich die Idee wirklich gut, doch die Handlung und die letztendliche Umsetzung sind mir einfach zu flach und zu zäh. Die Protagonistin ist zwar keine Profi Ermittlerin, das erwarte ich auch gar nicht, denn auch das ist mal was neues, aus dem man wirklich etwas hätte machen können, doch das Potential wurde einfach nicht genutzt. Die Autorin verstrickt sich zu sehr in Beschreibungen der Umgebung oder verliert sich in der Vergangenheit der Protagonistin Charlie. Natürlich sind solche Rückblenden immer ein schöner Aufhänger, aber mir war es stellenweise zu viel und anstatt die Spannung damit weiter anzuheizen, wurde sie platt getreten. Und auch bildgewaltige Sprache finde ich prima, so lange sie angebracht ist. Bei einem Thriller kann man das gut einsetzen um einen Tatort zu beschreiben, aber dies sollte nicht überhand gewinnen oder gar der Hauptbestandteil sein, da möchte ich nicht zum zigsten Mal lesen, dass Person X von einem Ort zum anderen rennt und welche Blumen (ich übertreibe vielleicht etwas) am Straßenrand wachsen. Bei „Alle Rache will Ewigkeit“ fehlt mir die Dynamik, die rasanten Stellen, die mich schwer atmen lassen, weil sich eine unsichtbare Hand um meine Kehle legt.
Neben den Ermittlungen, dem drohenden Job Verlust und der Vergangenheit, die Charlie einzuholen droht, kämpft sie außerdem noch mit einem privaten Problem. Charlie lebt seit vielen Jahren in einer Beziehung und jetzt hat sie sich in eine andere Frau verliebt. Ich möchte hier meinen Respekt aussprechen, denn obwohl wir von uns behaupten eine aufgeklärte Gesellschaft zu sein, ist Homosexualität weiterhin ein Tabuthema über das leider noch allzu oft hinter vorgehaltener Hand geredet wird. Dies ist auch der einzige positive Aspekt, der mir aufgefallen ist, denn die Homosexualität hat die Autorin wirklich authentisch wiedergegeben und perfekt in die Geschichte eingeflochten. Und auch die Sorgen bezüglich des drohenden Verlustes der Arbeit nehme ich der Autorin bzw. der Protagonistin ab, dennoch wanderte die Autorin bei diesem Thema ebenfalls am Rand der Übertreibung. Ansonsten konnte ich mit der Protagonistin Charlie nicht viel anfangen, sie war mir unsympathisch und hat einen Hang zur naiven Albernheit.
Fazit
Leider traf das Buch nicht meinen Geschmack, die Handlung zog sich wie Kaugummi, sprich kaum bis keine Spannung, die Protagonistin wird wohl auch nie meine Freundin. Wirklich gut finde ich die Einarbeitung der Homosexualität, doch das Ruder rum reißen konnte die Autorin damit auch nicht mehr.
Eeyorele schreibt am 18.01.12, 15:00
„Alle Rache will Ewigkeit“ war mein erstes Buch von Val McDermid, aber ich bin wirklich froh, dass ich es gelesen habe, denn es hat mich auf den Geschmack gebracht.
Charlie Flints Leben ist völlig aus den Fugen geraten: Sie steht kurz davor vielleicht ihren Job als Profilerin zu verlieren und das nur, weil sie Wahrheit gesagt hat – das der dadurch freigesprochene Verdächtige danach aber wirklich loszieht und Frauen tötet, soll nun aber trotzdem ihr angehängt werden. Hinzu kommt, dass sie sich nach sieben Jahren Beziehung mit ihrer Lebenspartnerin Maria in eine andere Frau verliebt hat: Lisa Kent, die in ihrer alten Collage Stadt Oxford lebt. Als sie nun ein Paket mit Zeitungsausschnitten zu einem Mord an einem Bräutigam auf seiner Hochzeit erhält, die ebenfalls in Oxford stattfand, scheinen immer mehr Menschen und Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit wieder ans Tageslicht zu kommen. Und so macht sich Charlie daran, der Spur des Mordes an dem Bräutigam zu folgen – mehr oder weniger freiwillig und scheint dabei Zusammenhänge zu erkennen, die ein ungeahntes Ausmaß annehmen.
Der Stil ist meistens spannend, vor allem auch dadurch, dass immer mal wieder die Perspektive gewechselt wird und der Leser immer im „Vorteil“ ist, ein wenig mehr zu wissen als Charlie. Doch sicher sein können sich weder der Leser, noch Charlie und so ist man auch während des Lesens immer wieder dabei, zu kombinieren und nachzudenken, wie es denn gewesen sein könnte. Daher bleibt das Buch die meiste Zeit über wirklich spannend. Nur gegen Ende hin war dann – jedenfalls für mich – klar wie es zusammenhängt und das Ende an sich war für mich dann keine wirkliche Überraschung, was Schade ist, da das Buch wie gesagt über einen sehr langen Zeitraum die Spannung aufrecht hält.
Die Charaktere sind wirklich vielschichtig beschrieben. Charlie hat ihre Höhen und Tiefen und vor allem ist sie nicht der Modeltyp, was sie einfach natürlicher wirken lässt als manche andere weiblichen Charaktere. Für mich war auch die Sicht auf Jay und vor allem ihre Erinnerungen an die Geschehnisse der Vergangenheit wirklich faszinierend, denn es machte auch beim Stil einen Unterschied, ob die Geschichte erzählt wurde oder ob Jay an ihren Memoiren schrieb – und das nicht nur wegen der anderen Schriftart. Für mich gab es auf jeden Fall immer wieder Punkte, an denen ich mich mit den Charakteren, besonders aber mit Charlie, identifizieren konnte.
Insgesamt ein wirklich spannendes Buch, was für mich nur auf den letzten 70 Seiten vorhersehbar war. Es ist kein reiner Fall, in dem nur ermittelt wird, sondern man hat Teil am Leben der Charaktere und wird dadurch richtig in die Geschichte hineingezogen. Ein spannender, nicht allzu blutiger Thriller/Krimi, der Lust auf mehr von Val McDermid macht.
Nidhoegg schreibt am 18.01.12, 14:26
Spannung pur
Alle Rache will Ewigkeit entführt den Leser in das Leben der Profilerin Charlie. Ihr nächster Fall erfordert ihr ganzes Können, obwohl sie zur Zeit eigentlich suspendiert ist, und zu allem Überfluss, geschah der brutale Mord auch noch an ihrem alten College: In Oxford! Die Art, wie sie davon erfährt, ist auch merkwürdig, denn sie bekommt ein Päckchen mit Zeitungsartikeln über den Mord zugeschickt. Absender? Anonym. Wer hat den Bräutigam umgebracht? War Rache das Motiv? Und wenn ja, warum?
Charlie entdeckt Dinge an ihrem alten College, die sie nie für möglich gehalten hätte und je mehr sie ermittelt, desto gefährlicher wird es für sie. Denn der Killer will nicht, dass sie ihre Schnüfflernase in diesen Mord steckt. Begiebt sie sich am Ende für die Lösung in Lebensgefahr?
Ein unglaublich spannender, packender Krimi. Die Figuren sind nicht so gut entwickelt, wie ich gehofft hatte, aber die Geschichte entschädigt dafür. Man rätselt als Leser mit, wer der Täter sein könnte, und hat seine eigenen Verdächtigen, bis es dann am Ende gelöst wird. Es ist nicht das beste Buch der Autorin aber immer noch ein gutes.
Themistokeles schreibt am 18.01.12, 11:00
Charlie Flint ist studierte Psychologin und Psychiaterin und ihre Hauptarbeit bestand darin psychologische Profile für Angeklagte zu erstellen. In ihrem letzten Fall jedoch wurde der Angeklagte wegen ihres Profils freigesprochen und brachte daraufhin vier Frauen um. Charlie wurde daran die Schuld gegeben und mit ihrer Karriere geht es seitdem bergab.
Dieser Punkt im Leben der Protagonistin wurde sehr gut geschildert, da merkbar ist, wie der Zustand in dem sie sich befindet, sie beeinflusst. Insbesondere wie sich ihr Verhalten durch die Untätigkeit, zu der sie aktuell verdammt ist beeinflusst und auch wie es sie psychisch angreift. Grade die psychologischen Dinge sind im Roman durchweg sehr glaubhaft geschildert. Man lernt besonders die Charaktere dadurch kennen und sie erhalten eine gewisse Tiefe.
Aus diesem Tief rettet Charlie der Auftrag einer ehemaligen Professorin von ihr, herauszufinden, ob eine von ihr an dem Mord an ihrem Schwiegersohn Verdächtige Person eventuell eine Serientäterin und vor allen Dingen, wirklich schuldig ist. Charlie ist zwar zunächst skeptisch, nimmt den Auftrag aber an.
Es ist in diesem Teil der Geschichte sehr interessant, wie sie erzählt wird, denn es wechseln sich Parts aus Charlies Perspektive und der Verdächtigen ab. In Charlies Parts stehen vor allen Dingen die Suche nach der Wahrheit und das Rätseln, wie alles zusammenhängt im Vordergrund, wie auch weiterhin viele psychologische Aspekte. Insgesamt sind diese Abschnitte immer sehr spannend, denn man wird geradezu zum Miträtseln angefacht. Die Teile, die von der Verdächtigen erzählt werden, haben einen ganz eigenen Aufbau, denn sie werden sowohl in der Gegenwart erzählt, berichten aber auch aus ihrer Vergangenheit und dies in der Form von Buch in Buch, denn sie ist gerade dabei ihre Autobiographie zu schreiben. Diese Form macht die Abschnitte sehr erfrischend, die zum einen ganz anders sind und zum anderen einem das Gefühl geben, dass sie etwas verschweigt, aber man einfach nicht weiß was. Auch von diesen Passagen geht daher ein sehr hoher Spannungsgrad aus.
Außerdem wird von der Autorin in die Geschichte mit einfließend das Thema Homosexualität behandelt, da unter anderem die Protagonistin homosexuell ist und auch das zu gewissen Spannungen führt. Jedoch finde ich es so al Randthema der Geschichte recht gut verarbeitet, wenn auch manchmal etwas aufgesetzt.
Insgesamt ein Krimi bei dem man gut miträtseln kann, mit interessanten, halbwegs realen Charakteren und recht glaubwürdigen psychologischen Anteilen und einem passenden Abschluss, auch wenn man mit diesem schon rechnen konnte, da manches doch schnell zu durchschauen war.
Sarah schreibt am 17.01.12, 10:58
Nachdem ich dieses Buch Weihnachten unter meinem Wichtelgeschenken finden durfte, ist es erst einmal bei mir ins Regal gewandert. Der Klappentext klang zwar vielversprechend, jedoch hatte ich kein großes Verlangen es sofort zu verschlingen. Dies sollte sich ändern, als ich das Buch als Januar-Aufgabe entdeckte. Die Leseprobe bestach durch unterhaltsame Dialoge, wurde sogar etwas spannend und der flüssige Stil, machte Lust auf den Rest des Buches.
Leider konnte mich die Umsetzung am Ende des Buches jedoch gar nicht überzeugen. Die Idee, dass ein Bräutigam auf einer Hochzeitsfeier erschlagen wird, finde ich sehr interessant, da sie nicht so häufig verwendet wird. Als Leser erwartet man Dynamik, Spannung, Nervenkitzel und Mitraten am komplexen Fall, doch dies ist weit gefehlt. Stückchenweise erkennt man diesen Ansatz, wie ich es auch bei der Leseprobe empfunden habe, jedoch ist die Umsetzung hauptsächlich zähflüssig, lahm und stellenweise sogar recht kindlich.
Es fängt schon mit der Protagonistin an. Nach einem lesbischen Kriminalroman aus der Feder von 'Lisa Bell' freute ich mich hier auf eine bessere Umsetzung, da die Autorin schon deutlich mehr Schreiberfahrung aufweist. Die lesbische Neigung wird interessant eingebaut und passt hervorragend in die Geschichte und zur Protagonistin. Jedoch ist das der einzige Pluspunkt der Protagonistin. Stellenweise benimmt sie sich nicht nur naiv und kindlich, sodass man regelmäßig den Kopf schütteln muss, sondern sie entwickelt sich auch nur wenig weiter. Die immer betonte Menschenkenntnis, durch ihre Kenntnisse in der Psychologie werden nur ständig erwähnt, sind allerdings alles andere als logisch eingebaut. Selbst ein Laie besitzt in meinen Augen, an einigen Stellen mehr Menschenkenntnis. Zudem wirkt sie eher künstlich, als lebendig. Wodurch mir die Hauptfigur alles andere als sympathisch war. Auch die anderen Charaktere wirken blass, teilweise sogar lieblos. Man merkt, dass die Autorin ihr Augenmerk auf Charlie gerichtet hat. Ausgereift eigentlich perfekt.
Weiter geht es mit der recht flachen Handlung. Obwohl ein Mord geschieht, sind die Ermittlungen, die die suspendierte Charlie anstellt, weder professionell, noch spannend. Als Krimi-Fan bin ich von diesen zähflüssigen und teilweise belanglosen Dialogen und Szenen echt enttäuscht. An manchen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, dass die eigentliche Leiche vergessen wurde, bis sie dann überraschenderweise wieder beachtet wurde. So überraschend, wie ab und an die Leiche wieder auftauchte, kam auch die Auflösung. Allerdings mitten im Roman. Als genauer Leser und Fan der roten, alten Kriminalromane, wusste ich sofort was sich hinter den Anspielungen versteckte. Im Grunde setzte ich nun darauf, dass es zum Schluss doch noch eine Wendung geben würde, sodass ich vorher aufs Glatteis geführt worden wäre, aber meine Vermutung war komplett richtig. Spannungsaufbau oder eine typische Spannungskurve konnte ich jedenfalls dank der frühen Auflösung und der generellen Umsetzung nicht feststellen.
Selbst die Auflösung hat mich persönlich nicht vom Hocker gehauen. Logisch, aber nichts Besonderes. Auf Grund all dieser einspielenden Faktoren, kann ich das Buch nicht empfehlen. Für mich war dies das erste uns letzte Werk dieser Autorin. Ich freue mich, diese Leseerfahrung gesammelt zu haben, aber trotz bevorzugtem Genre, konnte mich das Buch nicht überzeugen.
LaRousse schreibt am 10.01.12, 18:09
Ich liebe die Jordan/Hill-Reihe ebenso wie viele der Einzelromane aus den letzten Jahren. Spannend, nachdenklich machend, sprachlich gut...
Bei diesem Buch fehlt alles: Die Geschichte lahmt vor sich hin, es passiert nichts Interessantes, die Gespräche drehen sich um vergangene Ereignisse und oft recht pubertär wirkenden Herz-Schmerz, die interessantesten Teile - vom Showdown abgesehen, der etwas unvermittelt kommt - sind die "autobiografischen" Romanpassagen Jays.
Dass die Protagonistin Charlie Psychiaterin ist und angeblich über jede Menge Menschenkenntnis aus ihrer forensischen Arbeit verfügt, ist an keiner Stelle inhaltlich nachzuvollziehen - außer, dass die Autorin Charlies große Menschenkenntnis und Berufserfahrung gebetsmühlenhaft ständig wiederholt.
Die Zeichnung der Personen bleibt extrem klischeehaft; die Störungsbilder sind nicht mal aus einem Lehrbuch abgeschrieben sondern frei assoziiert und die einzige halbwegs echt wirkende Person ist die Zahnärztin Maria, Lebensgefährtin von Charlie.
Bleibt noch, dass zumindest mir nach etwa der Hälfte des Buches klar war, wer hinter allem stecken muss, so dick aufgetragen war das Verhalten der entsprechenden Person...
Alles in Allem: Finger weg von diesem Buch - dem schlechtesten, dass Val McDermid je geschrieben hat!
Drops2010 schreibt am 05.02.12, 14:54
Alle Rache will Ewigkeit: Leicht schleppender, sich in Beziehungswirrwarr verlierender Krimi!
Inhalt:
Dr. Charlie Flint, ihres Zeichens Psychiaterin und Profilerin, sieht sich mit einer beruflichen Katastrophe konfrontiert. Sie ist verantwortlich für den Freispruch eines Psychopathen, der nach dem Gerichtsurteil vier Frauen ermordet. Gezeichnet von der Enttäuschung darüber, dass sie von der Öffentlichkeit für die Morde verantwortlich gemacht wird und keine Aufträge mehr erhält, kommt es ihr gelegen, für ihre ehemalige Dozentin und Freundin Corinna einem seltsam undurchsichtigen Fall auf den Grund zu gehen. Corinnas Tochter Magda wird am Hochzeitstag ihr Ehemann Philip genommen und die Schuldigen sind schnell gefunden. Seltsam, dass gerade Corinna von der Unschuld der Verurteilten und der Schuld einer bestimmten Person überzeugt ist: Jay Macallan Stewart, die neue Lebensgefährtin an Magdas Seite.
Charlie versucht das Rätsel um Philips Tod zu lüften und bewegt sich während ihrer Ermittlungen auf nicht allzu dickem Eis, das bei jedem weiteren Schritt um sie herum einzubrechen droht.
Meinung:
McDermid teilt ihren Kriminalroman in zwei voneinanderunabhängige Erzählstränge auf. Zum einen wird aus der Sicht Charlie Flints erzählt, zum anderen aus der Perspektive Jay Macallan Stewarts. Erzähltechnisch interessant ist, dass die Handlung um die Verdächtige Jay von Teilen ihrer Autobiographie unterbrochen wird, an der sie gerade arbeitet, was beim Leser den Effekt hervorruft, nie genau zu wissen, was den tatsächlichen, realen Geschehnissen entspricht und was Jays Fantasie entspringt.
McDermids Sprache ist allgemein sehr detailliert, auf die jeweiligen Figuren zugeschnitten und vermittelt ein umfassendes Bild der Schauplätze der Handlung.
Neben dem Mordfall, in dem Charlie ermittelt, legt die Autorin großen Wert auf das menschliche Miteinander der Figuren. In der ersten Hälfte des Buches, empfand ich es als äußerst angenehm mehr über die Figuren und ihr Leben zu erfahren, habe mir aber an späteren Stellen des Textes oft gewünscht, dass die Haupthandlung nicht immer durch komplizierte Beziehungsmuster unterbrochen werden würde. Für mich hat die Spannung gegen Ende darunter gelitten. Außerdem empfand ich manche Stellen als zu kitschig und einfach unwahrscheinlich.
Zusammenfassend ist "Alle Rache will Ewigkeit" kein Krimi, den ich gern weiterempfehlen würde. Zu langatmige Beschreibung, zu wenig Spannungsaufbau und zu seltsam konstruierte Figuren.
Und das Ende? Naja, auf der einen Seite relativ vorhersehbar und unspekatulär. Auf der anderen Seite übertrieben und leicht erzwungen.
Dennoch: Wer sich gerne in atmosphärischen Ortsbeschreibungen verliert und detaillierte Beschreibungen zwischenmenschlichen Verhaltens der Spannung den Vorzug gibt, kann sicherlich seine Freude an diesem Krimi haben.
lesezimmerchen schreibt am 02.02.12, 22:08
Dr. Charlie Flint hat eine schwierige Zeit. Durch eines ihrer Gutachten wurde ein Mann vom Mordverdacht freigesprochen, hat allerdings später nachgewiesenermaßen mindestens vier Frauen getötet. Diese Schuld lastet schwer auf Charlies Schultern, vom Verlust ihres beruflichen Ansehens ganz zu schweigen. Da kommt es ihr ganz recht, dass eine ehemalige Dozentin sich hilfesuchend an sie wendet. Diese Bitte allerdings stellt bald Charlies Leben völlig auf den Kopf, denn ihre ehemalige Dozentin erwartet von ihr, dass sie jemanden als eiskalte Mörderin entlarvt.
Der Stil ist, ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, flüssig und in sich stimmig. Passend zu den Figuren und ihrem Erlebten, so dass sich das Buch gut und schnell lesen lässt, ohne dass man über störende Formulierungen stolpern würde.
Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und sympathisch, wenn auch Charlie in ihrer Liebesmisere manchmal etwas unreif wirkt. Andererseits kann man dies wohl auch nachvollziehen, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt. Ansonsten aber sind ihre Gedankengänge und Argumentationen schlüssig und zur Person passend, ebenso wie man die Nebencharaktere als gut ausgearbeitet und plastisch erlebt.
Die Interaktion dieser Figuren ist manchmal etwas zweifelhaft und klischeehaft, aber auch das lässt sich verschmerzen, da es zumeist der Handlung zuträglich ist.
Die Handlung selber ist zwar durchdacht, für mich aber irgendwie zu vorhersehbar. Der Spannungsbogen ist durchaus vorhanden und gerade durch das Einbringen von Jays Schriftstücken wird immer wieder Tempo aus der eigentlichen Handlung genommen, diese dafür mit einer weiteren Ebene versehen.
Aber dennoch war dies kein Buch, das mich inhaltlich vom Hocker gerissen hätte. Die Auflösung war zu vorhersehbar, die endgültige Entwicklung der Figuren wirkt etwas gezwungen und neben dem WER gerät am Ende das WIE zu einfach, irgendwie fad.
Dies mag daran liegen, dass so ein großes Augenmerk auf das Innere der Personen gelegt wurde, dass die eigentliche Handlung daneben oft zurückstecken musste. Allerdings ist diese Herangehensweise nicht per se schlecht, im Gegenteil, es gibt viele sehr spannende Bücher, die der Entwicklung der Person und ihren Gedanken mehr Raum einräumen als dem nackten Geschehen.
In diesem Fall aber bleibt dann auch irgendwie das Interesse auf der Strecke und das ist schade.
Insgesamt ein Buch, das zu unterhalten weiß, aber am Ende relativ substanzlos wirkt.
Fruu schreibt am 01.02.12, 21:35
„Alle Ewigkeit will Rache“ ist ein weiteres Buch der berühmten Krimiautorin Val McDermid. Leider kannte ich zuvor weder die Autorin, noch ihre bisher erschienenen Werke. Das liegt einfach daran, dass ich normalerweise keine Krimis lese. Mit gefällt das Genre nicht sonderlich, obwohl ich mich des Öfteren daran versucht habe. Somit habe ich mich vorerst einmal darüber informiert und bin auf viele positive Reaktionen auf ihre Kriminalromane gestoßen. Zusammenfassend bin ich also zweigeteilter Meinung an das Buch herangegangen.
Die Story handelt hauptsächlich von Charlie Flint – nicht vom Namen ablenken lassen, wie es mir passiert ist, es handelt sich hierbei um eine Frau. Sie arbeitet als „Spezialistin“ für psychologisches Profiling mit der Polizei zusammen. Aufgrund einer folgenschweren Entscheidung in der Vergangenheit ist sie nun vom Dienst suspendiert und hat damit schwer zu kämpfen. Gerade in dieser Zeit erhält sie Post von einer unbekannten Person. Inhalt sind Zeitungsausschnitte über einen Mord, der vor längerer Zeit an ihrem alten College in Oxford geschehen ist. Also begibt sich Charlie auf eine Spurensuche in die Vergangenheit.
Meiner Meinung nach hat sich die Geschichte recht vielversprechend angehört. Eine Ermittlerin in einer ihrer schwersten Zeiten verstrickt in einen mysteriösen Fall. Leider habe ich schnell feststellen müssen, dass sich die ganze Geschichte recht schleppend abspielt. Zusätzlich muss man ja betonen, dass Charlie ein Diplom in Psychologie, Philosophie und Physiologie hat und keinen Abschluss an einer Akademie des FBI oder was weiß ich. Was bedeutet, dass sie im Grunde genommen keine polizeiliche Ermittlerin ist, sondern eher Gutachten und Ähnliches erstellt. Falls man nun also auf eine spannende Hetzjagd mit Schießerei und so weiter hofft, so hofft man vergebens. Charlie ist Psychiaterin und daher besteht ihre Ermittlungsarbeit auch hauptsächlich darin, mit Leuten zu reden. Das ist nun leider genau die Art von Krimi, die ich gar nicht mag, weshalb ich wohl auch mit einer relativ negativen Einstellung an die Sache rangegangen bin. Aber weiter im Text:
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Buches ist die Homosexualität der meisten Protagonisten. Sie ist in der ganzen Geschichte recht präsent. Die meisten Hauptdarsteller sind weiblich und lesbisch. Ich habe nichts gegen Homosexualität und fand diesen Aspekt deshalb recht interessant. Zumal ich noch nie ein Buch über dieses Thema bzw. in dem dieses Thema eine Rolle spielte gelesen. Dennoch hat es mich teilweise ein wenig verwirrt. Vermutlich lag das auch daran, dass viele Darsteller männlich Namen besitzen, sich dann aber als Frau entpuppen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den man hier behandeln sollte, ist der Schreibstil. Mir persönlich gefällt er nicht. Einfach deshalb, meiner Meinung nach, zu wenig beschrieben wird. Ich mag es, wenn ich mir die Situationen vorstellen kann. Das funktioniert aber nur, wenn der Autor alles so beschreibt, dass man glaubt, man wäre selbst dabei. Das bedeutet nicht, dass man jedes einzelne Haar einer Person beschreiben muss. Man sollte „nur“ das richtige Verhältnis finden.
Fazit: Interessante Idee, schade, dass die Umsetzung nicht ebenso interessant ist. Ich hätte mir von der Autorin, aufgrund meiner Recherche, mehr erhofft.
Literatur schreibt am 01.02.12, 11:59
Unfall, fahrlässige Tötung oder Mord? Die Details, die den Ermittlern Hinweise geben, liegen oft im Verborgenen, können jedoch gelegentlich selbst nach Jahrzehnten den Täter überführen.
In Val McDermids Roman „Alle Rache will Ewigkeit“ ermittelt die psychiatrische Gutachterin Charlie Flint aus persönlichen Motiven. In ihrem alten College in Oxford wird der Bräutigam einer Hochzeitsfeier ermordet. Steht diese Tat mit anderen Todesfällen in Zusammenhang? Kann sie sich durch einen Erfolg in diesem Fall nach einer schweren beruflichen Niederlage rehabilitieren?
Der Roman baut eher zwischen den Zeilen und durch die dargestellten zwischenmenschlichen Konflikte eine tiefgründige Spannung auf und weniger durch handlungsreiche Szenen, gefährliche Momente oder Nerven zerreißende Überraschungen. Die verschiedenen Perspektivenwechsel waren abwechslungs- und aufschlussreich und charakterisieren die Hauptfiguren näher. Auch wenn ich mir den Roman anders vorgestellt habe, fühlte ich mich trotz gewisser Redundanzen gut unterhalten.
buchina schreibt am 01.02.12, 10:56
Charlie steht an ihrem Scheideweg beruflich und privat. Ablenkung verspricht das Treffen mit ihrer alten Dozentin in Oxford Corinna. Corinna verdächtigt die Geliebte (Jay) ihrer Tochter des mehrfachen Mordes, unter anderem an ihrem Schwiegersohn. Charlie, zwangsweise von ihrer Arbeit als psychologische Gutachterin vor Gericht beurlaubt, beißt an und erklärt sich bereit mehr über die Morde herauszufinden.
Schon auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass bei diesem Krimi der Mord und die Aufklärung dessen nur der rote Faden darstellt, den die Beschreibung des Beziehungsgeflechts zusammenhalten soll. Das es um lesbische Beziehungen ging ist unerheblich, da sie die gleichen Probleme haben wie heterosexuelle Paare. Dadurch war besonders der erste Teil und zweite Teil des Buches sehr langatmig. Die Handlung tröpfelte vor sich hin und die Ermittlungen gingen nicht voran. Lieber hielt sich die Autorin an die Beziehungsprobleme der Protagonisten. Das war nicht ganz uninteressant und hatte zum Teil auch mit dem Fall zu tun, aber ich wollte einen spannenden Krimi lesen.
Ungewöhnlich, aber sehr interessant waren die Rückblenden, in Form einer Biographie von Jay geschrieben. Die über ihr bisheriges Leben viel aussagten. Man erfuhr auch nicht zuviel, denn man wusste nicht, wie viel Wahrheit sie schreibt.
Der letzte Teil holte dann noch mal etwas auf und der Spannungsbogen steigt an und auch Charlie, die Protagonistin gewinnt langsam an Sympathie. Die Krimihandlung ist interessant wird nur durch zuviel Nebenhandlungen abgelenkt. Für mich könnte man den Roman um 100 Seiten kürzen, ohne etwas Wichtiges wegzulassen.
Bis zum Ende des Romanes wurde mir nicht klar, was Titel und Cover mit dem Inhalt des Romans zu tun haben.

