Offenes Grab

Öppen grav

Offenes Grab

Autor Kjell Eriksson Genre Krimi
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-21339-4
Übersetzung Susanne Dahmann Erscheinungsdatum (D) 01.01.12   
Erschienen 2009  Seiten 318

Inhalt

Als der fünfundachtzigjährige Medizinprofessor Bertram von Ohler die Nachricht erhält, dass er der diesjährige Empfänger des Nobelpreises sein soll, trifft ihn das völlig unerwartet. Auch einige Personen in seiner unmittelbaren Umgebung werden von dieser Tatsache kalt erwischt, denn offenbar hat der alte Professor so manche Leiche im Keller. Spätestens, als in von Ohlers Briefkasten ein Totenschädel liegt und ein unbekannter Steinewerfer sich sein Anwesen als Zielobjekt aussucht, ist es mit dem beschaulichen Dasein des Professors vorbei. Offensichtlich hat er mehr als einen Neider, und auch seine alte Haushälterin Agnes, die sich nun schon seit mehr als fünfzig Jahren um von Ohlers Haushalt kümmert, bringt ihm nicht gerade die freundlichsten Gefühle entgegen.
Obwohl von einer Mordermittlung hier keine Rede sein kann, werden Kommissarin Ann Lindell und ihr Team herbeigezogen. Doch Anns Privatleben gestaltet sich derart chaotisch, dass sie mit dem Kopf permanent woanders ist…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs „Offenes Grab“ ist ein gut geschriebener Kriminalroman, bei dem der Leser allerdings einiges Durchhaltevermögen beweisen muss. Denn auf den ersten 150 Seiten geschieht – NICHTS! Auch wenn Kjell Eriksson eine durchaus interessante und tief schürfende Charakterstudie des alten Professors Bertram von Ohler abliefert und diese durch die verschiedenen Figuren, die in seinem Umfeld eine Rolle spielen, immer komplexer werden lässt, ist „Offenes Grab“ nur bedingt ein Kriminalroman im klassischen Sinn. Hier geht es vielmehr um die finsteren Abgründe eines scheinbar so geachteten Mannes, um die Leichen, die er im Keller hat und zudem um den tatsächlichen Wert des so angesehenen Nobelpreises. Dies alles in einen Krimi um die Ermittlerin Ann Lindell zu verpacken, ist doch sehr gewagt, denn die Kommissarin taucht eigentlich nur am Rande auf und ist zudem mit ihren privaten Problemen derart beschäftigt, dass von einer Ermittlung hier kaum eine Rede sein kann.

Zugegeben, die Art und Weise, in der Kjell Eriksson dann in der zweiten Hälfte doch noch einen Mord in die Geschichte einflicht, ist raffiniert und eloquent. Denn es geht hier nicht um einen Mord, der entdeckt wird, woraufhin dann die Tätersuche beginnt, sondern um eine gänzlich andere Herangehensweise. Auch das Ende erweist sich als überraschend anders, wenn auch dem Leser nicht klar wird, warum es sich hier nun um Ann Lindells letzten Fall handeln soll.
„Offenes Grab“ ist trotz guter Ideen und einem ansprechenden Schreibstil eindeutig zu langatmig geraten, was der Spannung dann doch einigen Abbruch tut.

Wissenswertes

Ann Lindell ermittelt in folgenden Fällen:

Nachtschwalbe
Der Tote im Schnee
Das Steinbett
Die grausamen Sterne der Nacht
Rot wie Schnee
Schwarze Lügen, rotes Blut
Offenes Grab

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