Im Zeichen des Blutes

La mémoire fantôme

Im Zeichen des Blutes

Autor Franck Thilliez Genre Thriller
Verlag Ullstein
ISBN 978-3-548-26896-5
Übersetzung Ingrid Kalbhen Erscheinungsdatum (D) 01.08.08   
Erschienen 2007  Seiten 394

Inhalt

Ausgerechnet der Ermittlerin Lucie Henebelle, Spezialistin für Mordserien, wird von Nachbarn eine junge, verwirrte Frau gebracht, die sich an nichts erinnern kann und auf deren Handfläche blutige Zeichen eingeritzt sind. Recht bald erkennt Henebelle, dass der so genannte „Professor“ wieder da ist, der vor Jahren sechs grausame Morde begangen hatte. Und tatsächlich wird die Serie nun fortgesetzt. Die einzige Person, die Lucie helfen könnte, ist die verwirrte Manon, die nicht nur an einer normalen Amnesie leidet, sondern massive Gedächtnisstörungen hat, wie Lucie bald erfährt. Manon ist deswegen schon seit Jahren in Behandlung und Henebelle findet heraus, dass die mathematisch hochbegabte Patientin schon lange hinter besagtem Professor her war und dies trotz ihrer Krankheit immer noch ist. Lucie Henebelle versucht, Ordnung in das Chaos zu bekommen und die Fakten zu einem Ganzen zusammenzuführen. Doch je länger sie dies versucht, umso verwirrter und unklarer wird die ganze Geschichte. Auch wird immer undurchsichtiger, welche Rolle nun eigentlich Manon und auch ihr Bruder bei dieser Sache wirklich spielen, doch gerade Manon kann ihr auf Dauer nicht helfen. So muss Lucie nun alle Register ziehen und all ihren Mut und ihre Intuition aufbringen, um sich nicht blenden zu lassen und schlussendlich zu erkennen, dass nichts ist wie es zuerst erschien …

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 5 von 5 Bs Während die Bücher „Der Rote Engel“ und „Die Kammer der toten Kinder“ ein Zuviel an Grausamkeiten und ein Zuwenig an Subtilem haben, scheint sich Franck Thilliez bei dieser Geschichte auf etwas Neues verlegt zu haben. Der Autor bleibt zwar seiner Schreibweise treu, lässt auch viele derbe Details nicht außer Acht, aber er nimmt ein weiteres Thema auf, in diesem Fall das der anterograden Amnesie. Diese Krankheit nutzt Thilliez für sein Buch so gut, dass die ganze Geschichte dadurch einen besonderen Schliff bekommt und die Spannung nur noch erhöht wird. Zudem kann sich der Autor dank dieses Schachzuges so manche Grausamkeit sparen, die bei den anderen beiden Bücher manchmal einfach zu viel des Guten waren. So darf sich der Leser nun bei dieser Geschichte auf eine etwas „entschlackte“ Darstellungsweise und dafür auf einen erhöhten Anspruch an seine Intelligenz freuen. Man darf nun etwas mitdenken, sich selbst Dinge zusammenreimen und fühlt sich dadurch an den Ermittlungen nicht mehr nur als passiver Zuschauer, sondern als aktives Mitglied beteiligt. Das ist das, was einen anspruchsvollen Thriller ausmacht. Das ist das, was Thrillerliebhaber eigentlich wirklich haben wollen, wenn sie noch ein bisschen Intellekt haben. So kann es gerne weitergehen bei den Büchern von Thilliez, derer hoffentlich noch viele kommen.

Wissenswertes

Ebenfalls im Verlag Ullstein erschiehen sind von diesem Autor:
Der Rote Engel
Die Kammer der toten Kinder
Sündentod
Blutträume

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