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Kommende Buchkritiken
Zweilicht
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Autor
Nina Blazon
Genre Jugendbuch
Verlag cbj ISBN 978-3-570-16117-3 Erscheinungsdatum (D) 29.08.11 Seiten 416 |
Inhalt
Endlich weg von Berlin. Der 17jährige Jay ist überglücklich, dass seine Mutter letztlich doch eingewilligt und ihm das Austauschjahr in Amerika erlaubt hat. Nach all dem Streit und Ärger ein echtes Wunder. Jay ist selig in dem chaotischen Werkstatt-Haushalt seines Onkels Matt, auch wenn er mit seinem Cousin Aiden nicht so richtig warm wird. Aber das macht ihm nichts aus, hier in New York fühlt er sich endlich seinem verstorbenen Vater Robin näher und das ist es, was zählt. Gleich zu Beginn des Schuljahres triff Jay auf die geheimnisvolle Madison. Er ist von der Aura des Indianermädchens magisch angezogen und verliebt sich über beide Ohren in sie. Doch dann tritt überraschend noch ein anderes weibliches Wesen in sein Leben. Sie nennt sich Ivy, hat etwas Gefährliches und wildes an sich, und scheinbar ist Jay der einzige, der sie sehen kann. Obwohl mit Madison alles bestens läuft, kann Jay Ivy nicht aus seinen Gedanken verbannen. Sie lockt Jay in ihre Welt, die so ganz anders ist als seine Realität. Hier teilen sich die wenigen Menschen die Welt mit der Magie und leben in Angst vor finsteren Dämonen, die es auf ihre Seelen abgesehen haben. Als beide Welten beginnen zu verschmelzen und der heimtückische Dämon des Winters neue Opfer fordert, muss Jay nicht nur um sein Leben kämpfen, sondern sich auch entscheiden, wem sein Herz nun tatsächlich gehören soll.
Buchkritik von Melanie Frommholz
Nina Blazon ist bekannt dafür, ihren Geschichten immer einen unerwarteten Dreh mitzugeben. Etwas Besonders, das Bekanntem neue Variationen entlockt und sie so von anderen abhebt. Auch „Zweilicht“ ist wieder geprägt von einer genialen Wendung, die alles verändert, und insofern ist das Buch wieder ein typisches Blazon Werk geworden, das aber nicht nur Fans der Autorin begeistern wird. Die urbane Fantasygeschichte mit Einflüssen von indianischen Schamanenzaubern entspinnt sich zunächst als süße Liebesgeschichte unter Teenagern, die geprägt ist von den altersgerechten Problemen und Empfindungen. Blazon spielt hier mit bekannten Elementen. Man folgt ihren Figuren in der ersten Buchhälfte gerne, aber noch nicht gänzlich gefesselt. Ihr Held Jay ist ein Filmfreak, der oft in Szenenbildern und Filmsätzen denkt. Ein Stilmittel, das wir auch schon von anderen Autoren, wie Thomas Ays und seinem „Romeo und Julian“ kennen. Rätselhaft aber interessant bindet sich der Erzählstrang der geheimnisvollen Mo und ihrer seltsamen Truppe ein, mit dem man zu nächst nicht so richtig etwas anfangen kann. Ungefähr in der Mitte der Handlung zündet Nina Blazon dann die nächste Stufe ihrer, in ihrer Gesamtbetrachtung genialen, Geschichte. Die Wendung überrascht und packt einen ungemein, in dem sie die zuvor erschaffene Welt in einem völlig neuen Licht beleuchtet. Hier offenbart sich, wie gut die Jungend- und Fantasyautorin ihren Plot durchdacht und strukturiert hat. In unterhaltsamer und mitreißender Art und Weise versteht sie es, den Leser gänzlich einzufangen. Plötzlich hat man das Gefühl in einer völlig neuen Geschichte zu sein, mit dem Bonus, dass die interessanten Figuren geblieben sind. „Zweilicht“ hat wieder einen bunten Ideenstrauß zu bieten und neben guten Hauptfiguren auch erneut viele liebevoll gezeichnete Nebencharaktere, wie den Geist Liberty oder den Madman. Sie alle führt Nina Blazon durch ein gefährliches Abenteuer, das Magie und Realismus verbindet und das zugleich auch eine romantische Liebesgeschichte ist. So muss urbane Fantasy sein.
