Unterm Scheffel

Onder de korenmaat

Unterm Scheffel

Autor Maarten 't Hart Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-05409-6
Übersetzung Gregor Seferens Erscheinungsdatum (D) 18.08.11   
Erschienen 1991  Seiten 288

Inhalt

Alexander Goudveyl ist Mitte vierzig, Pianist und Komponist und kann auf eine ganz ordentliche Karriere zurückblicken. Die Ehe mit der Sängerin Joanna, in die er sich einst ihrer wunderschönen Stimme wegen verliebte, ist nur noch eine Farce. Eines Abends wird der Musiker nach einem Konzert von einer jungen Frau angesprochen, die ihn wohl schon seit Längerem verehrt und ihn um eine seiner älteren Aufnahme bittet. Obwohl Sylvia ihn zunächst gar nicht so anspricht, ruft er sie nach einigem Zögern an und verabredet sich mit ihr. Voller Leidenschaft stürzt sich der sonst so überlegte Alexander in eine Affäre mit der jungen Sylvia und kann bald an nichts anderes mehr denken, als an ihre sinnlichen Lippen.

Doch im selben Maße, wie seine Liebe wächst, kühlt Sylvias Verliebtheit zusehends ab. Alexander ist völlig verzweifelt, wäre er doch mittlerweile bereit, alles für seine junge Geliebte aufzugeben. Nicht Bach oder Mozart interessieren ihn nunmehr, sondern nur noch Sylvia, die ihm immer öfter die kalte Schulter zeigt. Alexanders Leben gerät mehr und mehr aus den Fugen und er ist bereit, wirklich alles zu tun, um Sylvias Liebe zurück zu gewinnen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs Marten `t Harts Roman „Unterm Scheffel“ befasst sich mit dem sinnlosen Kampf eines älteren Mannes gegen Windmühlen. Dabei präsentiert uns der Autor mit Alexander Goudveyl einen Antihelden im wahrsten Sinne des Wortes. Nichts hat diesen mittelmäßigen Komponisten auf den Liebestaumel vorbereitet, in den er plötzlich hineingerät. Auch wenn es amüsant ist, Alexanders Bild von sich selbst präsentiert zu bekommen, an seinen oftmals zynischen Gedanken teilzuhaben, ermüdet sein verzweifeltes Ringen um Sylvias Liebe doch zusehends. Irgendwann kann man einfach kein Verständnis mehr aufbringen für seine gnadenlose Bereitschaft, sich förmlich zum Affen zu machen. Auch wenn Marten `t Hart eindrücklich schildert, zu welchem Problem es werden kann, wenn einer mehr liebt als der andere, beziehungsweise nur einer liebt, ist man es irgendwann leid, Alexanders vergeblichem Liebeswerben zu folgen und an seinem Selbstmitleid teilzuhaben.

Dennoch kann man auch bei „Unterm Scheffel“ nur wieder über die geniale Fähigkeit des Autors staunen, mit seinen Worten die beschriebene Landschaft und die Menschen darin vor dem geistigen Auge des Lesers erstehen zu lassen. Man vermeint förmlich, Gerüche riechen, Kompositionen hören und Farben sehen zu können. Vor allem auf all jeden Leser, die klassische Musik lieben, dürfte dieser Roman des Niederländers einen besonderen Reiz ausüben.

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