Die Schwester

A nővér

Die Schwester

Autor Sándor Márai Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-05463-8
Übersetzung Christina Kunze Erscheinungsdatum (D) 18.08.11   
Erschienen 1946  Seiten 288

Inhalt

Während des Zweiten Weltkriegs zieht sich der Erzähler über die Weihnachtstage in einen Kurort in den transsilvanischen Bergen zurück. Dort begegnet er dem berühmten Pianisten Z., um den es in letzter Zeit sehr still geworden ist. Es ist eine bunt gemischte Gruppe aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten, die die Feiertage in dem kleinen Gasthof miteinander verbringt. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses steht ein elegantes Liebespaar, das nur selten die Gesellschaft der anderen Gäste sucht. Eines Tage muss die illustre Gruppe damit fertig werden, dass sich die beiden älteren Liebenden in ihrem Zimmer das Leben genommen haben.

Durch dieses Ereignis kommen sich der Erzähler und der introvertierte Pianist Z. näher, und am Ende seines Aufenthalts in den Bergen erhält der Erzähler ein Manuskript, aus dem er von Zs. rätselhafter Krankheit und dessen Liebe zu einer verheirateten Frau erfährt. War diese unerfüllte Liebe zu E. der Grund dafür, dass man ihn schon lange Zeit auf keiner Bühne mehr spielen hörte?

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Es ist die zerstörerische und alles vernichtende Kraft der Liebe, um die sich in Sándor Márais Roman „Die Schwester“ alles dreht. Eingeleitet wird das Drama vom tragischen Freitod eines mysteriösen Liebespaars, das im Pianisten Z. alte Erinnerungen wach werden lässt. Z. ist eine Figur voller Geheimnisse, die dunkle Ahnungen im Leser erweckt. Das Rätsel um Zs. Krankheit, die für den Leser stets im Dunkeln bleibt, ist wie ein roter Faden, der sich durch diesen Roman zieht. Der Leser wird Zeuge von Zs. Gedanken um Liebe und Moral, von der Folter seines rohen Schmerzes, der sowohl körperlicher als auch seelischer Natur zu sein scheint. Es ist die Natur des Schmerzes an und für sich, die Márai thematisiert, die Abgründe der physischen und psychischen Qualen, die er in sowohl rohen als auch fein geschliffenen Worten beschreibt.

Vor dem Hintergrund eines sehr fern erscheinenden Krieges baut Márai eine Geschichte auf, die voller Leidenschaft und zugleich bar jeder Illusionen ist. Traurig, bittersüß und irgendwie auch komisch erscheint einem dieses Zeugnis des schleichenden Zusammenbruchs eines großen Musikers. Das Geheimnis, das Z. umgibt, zieht den Leser mehr und mehr in seinen Bann und lässt ihn am Ende kaum aus seinen Fängen.

Wissenswertes

Sándor Márai verfasste „Die Schwester“ 1946 in Ungarn, kurz bevor er ins Exil ging. „Die Schwester“ ist somit der letzte Roman, der in der Heimat des Autors erschien. 1955 wurde der Roman erstmals ins Deutsche übersetzt und erschien unter dem Titel „Musik in Florenz“. Die vorliegende Ausgabe richtet sich nach der 2002 erschienen Neuauflage des Helikon Verlags, Budapest und wurde vollständig neu übersetzt.

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