Der Rote Engel

Train d'enfer pour Ange rouge

Der Rote Engel

Autor Franck Thilliez Genre Thriller
Verlag Ullstein
ISBN 978-5-548-26917-7
Übersetzung Brigitte Lindecke und Barbara Ostrop Erscheinungsdatum (D) 01.07.09   
Erschienen 2005  Seiten 445

Inhalt

Polizeikommissar Franck Sharko ist verzweifelt. Seit Monaten ist seine Frau verschwunden, spurlos und ohne einen einzigen Hinweis. Dieses Nichtwissen darüber, ob sie überhaupt noch lebt und was mit ihr geschehen ist, raubt ihm den Schlaf, nimmt jede Sekunde seiner Gedanken gefangen.
Eine äußerst grausige Mordserie reißt ihn jedoch aus seiner Lethargie, und dankbar für diese Ablenkung stürzt er sich in die Ermittlungen. Doch selbst für einen hart gesottenen Kommissar sind die Dinge, die er dabei sieht und erfährt, kaum zu ertragen. Die ersten Spuren führen ihn in die SM Szene im Internet und von dort aus auf weitaus grausamere Links, die ihn in den Abgrund der menschlichen Seele führen, in den Moloch der Abartigkeiten, von Folterungen und Misshandlungen vor laufender Kamera bis hin zu Snuffvideos. Die verschiedenen Vernehmungen und Recherchen führen ihn dann zu einem weiteren Opfer, das er glaubt retten zu können. Als ihm dies misslingt, wird ihm endgültig klar, auf welch abartigen, bösen und durchtriebenen Täter er sich da eingelassen hat. Und, was noch viel schlimmer ist, schon bald merkt er, dass er selbst in dessen Visier ist und dass seine verschwundene Ehefrau vielleicht in höchster Gefahr schwebt….

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 4 von 5 Bs Bei diesem Buch fragt man sich als Leser häufig, ob man das überhaupt alles wissen will. Ging man noch unbedarft und relativ unschuldig ans Lesewerk, fühlt man sich doch ein wenig gedanklich „vergewaltigt“, wenn man am Lesen ist. Das ändert aber nichts daran, dass man trotzdem weiter lesen muss, nicht aufhören kann, dass man in Kauf nimmt, übelste Dinge zu erfahren, nur um zu wissen, wie die Geschichte ausgeht. Dabei fühlt man sich aber nicht immer so ganz wohl. Bei diesem Buch stellt sich sehr intensiv die Frage, wer nun eigentlich perverser ist, Menschen, die so etwas tun, Menschen, die über so etwas schreiben oder Menschen, die so etwas lesen. Wo fängt Perversion also an? Warum um alles in der Welt liest man so was überhaupt? Franck Thilliez macht einem nicht minder Angst bei der ganzen Sache. Was bewegt einen Menschen dazu, solche Dinge so genau zu recherchieren, so genau zu beschreiben und dem Leser so detailliert zu präsentieren? Musste das wirklich sein? Leider kommt auch noch dazu, dass der Leser sich recht schnell denken kann, wer der Mörder ist, und das ist bei einem Buch wie diesem eigentlich unverzeihlich.
Und doch, allen Ekeligkeiten, Perversionen und Vorhersehbarkeiten zum Trotz – ein verdammt gutes Buch! Thilliez gehört zu den Meistern seines Genres und ist für eingefleischte Thriller-Fans ein absolutes Muss, auch wenn er doch so manches Mal über die Stränge schlägt.

Wissenswertes

Ebenfall im Verlag Ullstein von diesem Autor erschienen:

Die Kammer der toten Kinder
Sündentod
Im Zeichen des Blutes
Blutträume

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