Dunkler Wahn

Dunkler Wahn

Autor Wulf Dorn Genre Thriller
Verlag Heyne
ISBN 978-3-453-26705-3
Erscheinungsdatum (D) 05.09.11   Seiten 432

Inhalt

Der Psychiater Jan Forstner hatte eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung des Fahlenberger Klinkskandals vor einem Jahr. Das hat ihm in Fahlenberg zu einiger, wenn auch von ihm nicht beabsichtigter Berühmtheit verholfen. Aus diesem Grund misst er dem Strauß roter Rosen, dem ihm eine unbekannte Verehrerin zukommen lässt, keine sonderliche Bedeutung bei. Doch als der Journalist Volker Nowak wegen eines Falls, der mit einer rätselhaften Frau in Verbindung steht, Kontakt mit Jan aufnimmt und kurz darauf ermordet wird, beginnt der Psychiater zu ahnen, dass er offensichtlich von einer Wahnsinnigen verfolgt wird. Diese Frau treibt ein äußerst perfides und krankes Spiel mit Jan, der am eigenen Leib erfährt, wie es ist, ins Visier einer Stalkerin zu geraten. Noch schlimmer ist für den Arzt allerdings die Gewissheit, dass sich seine Lebensgefährtin Carla ebenfalls in großer Gefahr befindet.

Zur gleichen Zeit gerät der Pfarrer Felix Thanner in einen fürchterlichen Gewissenskonflikt. Eine unbekannte Frau gesteht ihm im Beichtstuhl, zwei Menschen ermordet zu haben. Thanner ahnt, dass diese Frau weitermorden wird, doch verbietet ihm das Beichtgeheimnis, die Polizei in sein Wissen einzuweihen. Hilflos muss er mit der Gewissheit fertig werden, womöglich Mitschuld am Tod eines Menschen zu tragen…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs In seinem letzten Thriller „Kalte Stille“ stellte uns Wulf Dorn seinen Protagonisten Jan Forstner vor, einen von einem Erlebnis aus seiner Kindheit traumatisierten Psychiater. In „Dunkler Wahn“ wird Forstner Opfer einer Stalkerin, die in ihrem Liebeswahn offensichtlich auch vor Morden nicht zurückschreckt. Stalking war schon mehr als einmal Thema diverser Thriller, doch Dorn verknüpft dieses Motiv mit Einblicken in die Psyche einer schwer gestörten Persönlichkeit, was die Spannung enorm steigert. Obwohl Dorn seine Leser über die Identität der Täterin lange Zeit im Dunkeln lässt, werden sie doch Zeugen ihrer kranken und gestörten Gedankenwelt. Dabei gelingt es dem Autor, nie zuviel zu verraten, so dass die Geschichte immer verworrener und undurchschaubarer wird. Über die Tatsache, dass sich dabei die eine oder andere Logikschwäche einschleicht und manche Wendung etwas zu absurd geraten ist, sieht man wegen des fesselnden Plots nur zu gerne hinweg.

Wulf Dorn versteht es, seine Charaktere so überzeugend und zugleich geheimnisvoll darzustellen, dass Hochspannung bis zum überraschenden Ende garantiert ist. Auch wenn nicht alles an dieser kompliziert konstruierten Geschichte vollends überzeugen kann, ist „Dunkler Wahn“ doch ein packender und vor allem gut recherchierter Thriller, der Einblicke in die gestörte Psyche einer Mörderin gewährt, die von Anfang an nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. Dabei überrascht der Autor immer wieder mit neuen, überraschenden Wendungen und einem wirklich unerwarteten Ende.

Wissenswertes

Interview mit Wulf Dorn zu "Dunkler Wahn"

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