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Kommende Buchkritiken
Abbitte
Atonement
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Autor
Ian McEwan
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-23380-9 Übersetzung Bernhard Robben Erscheinungsdatum (D) 2002 Erschienen 2001 Seiten 534 |
Inhalt
Die dreizehnjährige Briony Tallis ist mit einer mehr als überbordenden Phantasie gesegnet. Sie ist, wie alle anderen Bewohner des Landsitzes der Familie Tallis der Lethargie der unerträglichen Hitze verfallen. Es ist der Sommer des Jahres 1935, in dem sie einen Brief in die Hände bekommt, den weder sie noch die Empfängerin eigentlich lesen sollten. Als sie kurz darauf Zeugin einer Szene zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia und Robbie Turner, dem Sohn der Haushälterin wird, interpretiert sie diese völlig falsch und beschließt, Schicksal zu spielen. Dadurch verändert sie nachhaltig und unwiderruflich das Leben dreier Menschen – nichts ist mehr, wie es vorher war.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Abbitte“ ist ein einfach nur wunderbares Buch, das eine Geschichte voll von Poesie, Brutalität, Humor und einer fast schon widersinnigen Hoffnung erzählt. Immer wieder treibt den Leser während der Lektüre die Hoffnung um, dass vielleicht ja doch noch alles gut werden kann. Ian McEwan ist ein hinreißender, ein mitreißender Erzähler, der die Worte benutzt, wie ein Geigenspieler sein wundervoll klingendes Instrument. Er beschenkt uns mit einer wunderbaren Liebesgeschichte, die uns manchmal schmunzeln lässt, die uns ab und zu die Tränen in die Augen treibt und die uns eines nie vergessen lässt: Genau so kann das Leben manchmal spielen. Man wird Zeuge gemeinster Hinterhältigkeiten und bekommt Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche gewährt, die mehr als erschreckend sind.
McEwans Charaktere bestechen durch eine unglaubliche Präsenz und Authentizität und geben dem Leser das Gefühl, selber jeden Augenblick dieser faszinierenden und berührenden Geschichte mitzuerleben. Es wird die große Frage nach Schuld und Sühne gestellt und am Ende fragt man sich unwillkürlich, wie viel ein einzelner Mensch tatsächlich verzeihen kann. Mit "Abbitte" hat McEwan ein beeindruckendes und großes Stück Literaturgeschichte erschaffen.

