Glaspuppen

Glasdukkene

Glaspuppen

Autor Jorun Thørring Genre Krimi
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-21285-4
Übersetzung Sigrid Engeler Erscheinungsdatum (D) 2008   
Erschienen 2006  Seiten 416

Inhalt

Es ist Mai in der nordnorwegischen Stadt Tromsø, ein Mai, der immer noch Schnee und Eiseskälte zu bieten hat. An einem Mittwoch verschwindet dort die Medizinstudentin Beate Moberg auf dem Nachhauseweg spurlos. Am Sonntagmorgen wird sie von einer Freundin auf einer Bank am See sitzend gefunden – tot. Kommissar Aslak Eira und seine Kollegin Kine Berger, die gerade erst nach Tromsø gezogen ist, finden bei ihren Ermittlungen, die zunächst auf einen Selbstmord abzielen, heraus, dass der Toten ein Röhrchen mit dem Pflanzengift Rizin implantiert worden war – nur ein winziger Einstich in einem Leberfleck war als Spur zu sehen. Schon die kleinste Dosis dieses Gifts wirkt tödlich, und nun beginnt die Suche nach dem Mörder. Schon kurze Zeit später wird erneut eine junge Studentin vermisst und der Verdacht beginnt sich zu erhärten, dass der Mörder seine Opfer auf einer von Studenten betriebenen Pornoseite im Internet aussucht, denn sowohl Beate als auch die nun vermisste junge Frau zeigten sich dort nackt und in eindeutiger Pose.
Kein einfacher Fall für den samischen Kommissar Aslak Eira, der sich zudem auch noch Sorgen um seinen fast erwachsenen Sohn machen muss, den er alleine großgezogen hat…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Die norwegische Krimiautorin Jorun Thørring entführt ihre Leser in diesem ersten Fall von Aslak Eira in eine kleine Stadt 350 Kilometer nördlich des Polarkreises. Den deutschen Leser mag alles zunächst seltsam anmuten: Eiseskälte und Schnee Ende Mai, Menschen, die seltsame Dinge essen und in ihrer Freizeit noch viel seltsamere Dinge tun. Kurz: eine gänzlich andere und fremde Welt, die sich hier präsentiert. Aber gerade das macht ja die Faszination skandinavischer Krimis gerade in Deutschland aus. Jorun Thørrings Hauptfigur, der samische Kommissar Aslak Eira, überzeugt aber gerade durch sein Anderssein und vor allem durch seine gnadenlose Authentizität. Wortkarg, menschenscheu und ungeübt im Umgang mit anderen, so präsentiert sich uns dieser Ermittler, der aber dennoch durch und durch sympathisch und vor allem interessant ist.
Auch wenn es kein wirklich spektakulärer Fall ist, den uns Jorun Thørring hier präsentiert, gelingt es ihr dennoch, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und den Leser mit seinen Spekulationen über den Mörder stets im Trüben fischen zu lassen. Vor allem in der Zeichnung ihrer Figuren überzeugt die Autorin mit einem psychologischen Gespür und viel Feingefühl für unterschiedliche Facetten. Dieser erste Fall von Aslak Eira macht Lust auf mehr, denn diesen Ermittler wird man so schnell nicht wieder vergessen.

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